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Höhere Bürgerschule
zu
Hamburg.
Ostern 1881 — Ostern 18582,
l. Uebereinstimmende und verwandte Motive in den deutschen Spielmannsepen, im
Anschluß an ‘König Rother. Von J. Thien.
2. Schulnachrichten von Direktor Dr. Redlich.
Hamburg. 1882.
Gedruckt bei Th. G. Meißner, Eines Hohen Senates, wie auch des Gymnasiums und Jobanneums
Buchdrueker.
1882. Progr. Nr. 646.
Uebereinstimmende
und verwandte Motive in den deutschen
Spielmannsepen, im Anschluß an
‘König Rother".
Von
J. Thien.
Nachstehende Arbeit wurde veranlaßt durch die Lektüre der von Wilmanns in
Haupts Zeitschrift f. d. A. N. F. XII, 274 ff. veröffentlichten Recension der Ausgabe des
Salman und Morolf von Vogt, Die deutschen Dichtungen von Salomon und Markolf Bd. 1.
Wilmanns a. O0. 283 vermißt, daß in gen. Ausgabe für die Beurteilung der Komposition
des Salman und Morolf eine Heranziehung des Rother unterblieben sei, macht für einige
Motive auch auf das altfranz. Gedicht Huon de Bordeaux aufmerksam und weist auf den
Roman von Lother und Maller hin.
Wie der volksmäßiigen Epik die Wiederkehr gewisser formelhafter Wendungen
eigentümlich ist, so besonders den im eigentlichen Sinne sogen. Spielmannsepen; Sammlung
solcher Formeln am vollständigsten bei Vogt a. O. CXXXIV ff. und zerstreut in den An-
merkungen zu Deutsches Heldenbuch her. v. Martin, Jänicke und Amelung. Die Wieder-
holung des formelhaften Ausdrucks wird aber bedingt durch die Wiederkehr derselben
Situationen und Scenen, der Motive, und mit der freiesten Willkür verführen die Fahrenden
in der gegenseitigen Entlehnung solcher Motive, s. Lachmann, Ueber Singen und Sagen;
Müllenhoff, Zur Geschichte der Nibeluuge Not, bes. 12; 20; DHB. III Einl. zu Wolfd. A LIILf;
so daß die Entscheidung der Frage über die Abhängigkeit des einen Gedichtes von, andern,
über die Priorität des einen vor dem andern dadurch außerordentlich erschwert wird und
für das Verhältnis des Rother zu Wolfdietrich und Salman und Morolf noch nicht endgültig
erfolgt ist, s. W. Grimm, Geschichte der deutschen Heldensage 50 fi; 357 fi, DHB. IV
Ein]. zu Wolfd. C u. D XXXVIIL ff; Rückert, Einl. zu seiner Ausgabe des König Rother,
Bd. I von Deutsche Dichtungen des Mittelalters her. v. Bartsch, IX ff; über das Verhältnis
der Thidrekssaga zu Rother s. Grimm und Rückert aa. O. Selbstverständlich kann es nicht
der Zweck dieser Arbeit sein nach genannter Richtung hin Resultate herbeizuführen, wenn
auch an einigen Stellen auf die Wahrscheinlichkeit der Priorität des einen Gedichtes vor
dem andern hingewiesen werden mag, so auf das Verhältnis der von Vogt als Interpolationen
bezeichneten Stellen im Salm. zu Roth. 1621 ff; 1909 ff; 2323 fi; 3834 ff; 4109 ff; sie soll
nur eine Zusammenstellung der Motive geben, welche in den im engeren Sinne sogen.
Spielmannsepen wiederkehren, eine Zusammenstellung, die bisher nur für einzelne Züge
und zerstreut in Einleitungen, Anmerkungen und andere Ziele verfolgenden Abhandlungen und,
weil nicht selbst Zweck, oft sehr unvollständig oder nur andeutend gegeben ist. Da nun
einerseits die Vergleichung jener Gedichte, also des Rother, Salman und Morolf,
Orendel, Oswald, und der späteren Ortnit und der Wolfdietriche, ergab, daß der
ın der vorliegenden Gestalt am frühsten von jenen schriftlich fixierte Rother die größte
Roth, 1—5.
6—9.
10— 12.
13 - 62.
BE
Fülle von dem Inhalte derselben charakteristischen Zügen enthält, andrerseits eine Ordnung
übereinstimmender und verwandter Motive nach bestimmten Gesichtspunkten schwer durch-
führbar erschien, so sind dieselben im Anschluß an Rother zusammengestellt, die nicht in
diesem, sonst aber wiederholt vorkommenden als Anhang angeführt. Auf den von Wilmanns
gegebenen Wink hin sind außer der Thidrekssaga auch Huon de Bordeaux und
Lother und Maller zur Vergleichung herangezogen, die beide manche recht auffallende
Uebereinstimmung mit unsern Spielmannsepen zeigen; auf andere Epen ist nur in vereinzelten
Fällen da, wo sich die Uebereinstimmung gewissermaßen von selbst bot, hingewiesen.
An Litteratur ist benutzt worden außer den bereits genannten Ausgaben und
Schriften: Orendel und Bride her. v. Ettmüller; Sanct Oswaldes Leben her. v. dems.; die
andere (Wiener) poetische Bearbeitung desselben her. v. Pfeiffer in Haupt Zeitschr. II;
dazu: Bartsch, Die deutschen Gedichte von St. Oswald, in Germ. V; Edzardi, Untersuchungen
über das Gedicht von St. Oswald; Meyer, Ueber das Alter des Orendel und Oswald,
in Haupt Zeitschr. XII; die Wilkinasaga, in v. d. Hagen, Nordische Heldenromane Bd. TI;
Lother und Maller, in F. Schlegel Sämmtl. Werke Bd. VII; Huon de Bordeaux publ. par
Guessard et Grandmaison; ferner Abhandlungen von Müllenhoff und Haupt in des letzteren
Zeitschr. VI; VII; XIII; Müllenhofi, Deutsche Altertumskunde I, 32 ff: der Odysseusmythus
in Deutschland; u. aa.
Zu Bari am westeren mere herrscht der König Rother. Daraus Diet. 1315:
Ruother, Sohr Ladiners, soll Westenmer erben; Rückert XIV £.
Ihm dienen zwene unde sibinzich kuninge. Ueber den formelhaften Gebrauch
der Zahl 72 u. aa., bes. 12, für welche die Beispiele zu Roth. 90 ff; s. Haupt Zeitschr.
XI, 395, wo die Beispiele aus Or. und Osw. gesammelt, vgl. DHB. IV A. zu Ortn. 5. —
72 kuninge auch Roth. 2564; 2596; 2651; 3770; vgl. zu 2563 ff; 72 cröne 136; 650. Im
Salm. fehlt die Zahl 72, s. Vogt CLVI; in den jüngeren Epen: 72 dienstinan Ortn. 5; 204;
houbet 19; este Wolfd. B 556; tiwvel 651; risen 721.
Er war der hehrste Mann, der dä zü Röme ie intfinc die cröne; vgl. 311;
744 f. Wolfd. D IX, 176 Wolfdietrich, X, 7, dessen Sohn Hugdietrich, LuM. 23 Lother in
Rom gekrönt. Aöme und Laterän dienen Ortnit, Ortn. 6; Wolfd. D IH, 47; Wolfdietrich,
B IL 92. Pippin und Karl als Herrscher der römischen viche genannt Roth. 5191 ff. Auch
Dietwart ıst König von Rom, Diet. 1 ff.
Rother ist unvermählt.e Die jungen Grafen wünschen, daß er ein Weib nehme
um einen Erben für die Krone zu gewinnen. Er ist bereit dazu, da er aber keine ihm
geziemende Frau kennt, so berät er sich mit seinen Mannen, unter denen ZLüpolt eine
hervorragende Stellung einnimmt. Die Absicht des Herrschers ein Weib zu er-
werben ıst in den meisten der Spielmannsepen erstes und Hauptmotiv der
Handlung; Vogt CXVIL f; vgl. Rückert X. Im Roth. tritt es von 430 an hinter das der
Befreiung der gefangenen Mannen zurück, vgl. Rückert XXXIf; tritt aber wieder hervor
2817 fi. um 3269 fi. variiert wiederholt zu werden. Ueber solche Wiederholungen Müllenhoft,
Deutsche Altertumskunde I, 39; DHB. IH Einl. LXIV; aus dem doppelten Motiv u. aa.
schließt Müllenhoff auf die Priorität des Wolfdietrich, Haupt Zeitschr. VI, 447 ff. — Ths. 52:
MB
Werbung des Osantrix um Oda; das Motiv nicht wiederholt, vgl. Rückert XXI. — Im Salm.
veranlaßt es die Handlung des ersten Teils, 24 ff: Fore gewinnt Salme; die der ersten Wieder-
holung, 156 ff: Wiedergewinnung der Salme durch Salman und Morolf; auch die der zweiten,
anhangsartigen, 598 fl: Wiedergewinnung der durch Princian entführten Königin; vgl. Vogt
XXVII; XXXIIN; doch kehrt hier die Handlung nur in großen Zügen wieder, s. z. B. zu
Roth. 3671 ff; während im Wolfd. B die Wiederholung (Entführung und Befreiung der Lieb-
gart, 795 fl.) ihr Vorbild (Entführung und Befreiung der Sigminne, 388 ff; 425) in der Aus-
führung von äußerlichen Dingen zu überbieten sucht, aber weniger gründliche Motivierung der
Handlung zeigt; vgl. zu Roth. 3834 ff. — Ebenso Or. I ff. und in der Wiederholung XXI,
14— XXI, 59, in welcher Orendel ohne den ‘grauen Rock’ auftritt, und die inhaltlich auffallende
Uebereinstimmungen mit der Wiederholung im Roth. zeigt, vgl. die Parallelstellen zu Roth.
2943 fi; während sich XXIII, 60 an XXI, 13 anschließt; Ettmüller zu Or. 98 A; Müllenhoff
a.0. I, 39 f. Selbst innerhalb dieser Wiederholung findet sich eine zweite, indem Bride aus
Sinolds Gewalt befreit, abermals gefangen und ihre Keuschheit zum zweiten Male auf die
Probe gestellt wird. — Im Osw. haben alle Bearbeitungen dasselbe Motiv, Osw. E. 43 ff;
Pf. 35 ff; vgl. Bartsch Germ. V, 164 ff; Edzardi a. ©. 51; 53; neben demselben tritt das
kristenlichen glouben mören, Osw. E. 68; 1472, so hervor, daß Oswalds Heerfahrt geradezu
als Kreuzzug erscheint, 1401 ff; bes. 1539 fi: von den herren... wurden die kriuze al üf genomen,
sie mahtens üf ir wäpenrocke alle samt. — Im Ortn. dasselbe Motiv 9 ff; eine Wiederholung
desselben fehlt; während im Roth. und Salm. die Entführung des einmal gewonnenen Weibes
jene veranlaßt, führt hier die Sendung der jungen Drachen durch den Vater des Weibes
die weiteren Abenteuer des Helden herbei, 484 fi. — Im Wolfd. A handelt es sich, nachdem
die Jugendgeschichte des Helden erzählt ist, zunächst um die Rache an den treulosen Brüdern;
Berchtungs Rat zu diesem Zwecke die Hülfe Ortnits zu gewinnen, 416 ff; verknüpft das
Gedicht mit Ortn., als dessen von einem Nachfolger herrührende Fortsetzung es anzusehen
ist, s. DHB. II Einl. XXXII ff; XLIL. Die aus Wolfd. B stammende Fortsetzung A 506 ff;
s. DHB. II Einl. XLIILf; zeigt als Hauptzweck die Rache für Ortnit, damit also auch die
Gewinnung von dessen Wittwe Liebgart, während die Lösung der Mannen, die Wolfdietrich
in der belagerten Burg verläßt, ca. fünfmal erwähnt, aber nicht durchgeführt ist. — Die
Werbung um eine Königstochter wieder im Wolfd. B 1 ff: Hugdietrich und Hildburg; dann
260 ff: Wiedergewinnung des Erbes und Befreiung der Mannen, die sich, 322, auf Berchtungs
Rat in Dienstbarkeit begeben haben. Eine feste Fügung fehlt aber, so daß bei den mannig-
faltigen Abenteuern, die an einander gereiht sind, (Verknüpfung mit Ortn., 343 ff; wieder-
aufgenommen im Drachenkampf und der Gewinnung der Liebgart, 656 ff.) der immer wieder,
ca. funfzehnmal, ausgesprochene Gedanke an die zu erlösenden Dienstmannen die Erinnerung
an dies Motiv wach halten muß, das erst 855 ff. wieder in den Vordergrund tritt. — Noch
loser ist die Aneinanderreihung in dem aus B und C zusammengearbeiteten Wolfd. D, s.
DHB. IV Einl. XV ff; wo zwischen die durch die Verknüpfung mit der Ortnitsage veranlaßten
Abschnitte: Zinsforderung Ortnits, II, 45 ff; Drachenkampf, Gewinnung Liebgarts, VI, 212 ff;
außer andern Abenteuern auch eine Gefangennehmung der Mannen durch Riesen und Be-
freiung durch Wolfdietrich eingeschoben, IV, 1—104, und der Dichter naiv genug ist,
Berchtung fragen zu lassen: ‘bistu ex, Wolfdietrich,...der uns von dirre arbeit sö balde hät
a*
we de
erlöst” 98. Diese Verwunderung rechtfertigt der Dichter aber; denn die Mannen sind nur
vorübergehend frei, schon V, 1 ist Wolfdietrich wieder von ihnen getrennt, so dass er, wie
in B, sich wiederholt, ca. zwanzigmal, an sie erinnern muß; VI, 14 erfährt er, daß sie in
Konstantinopel, wohin er vom h. Grabe heimkehrend gelangt, gefangen sind; aber die Furcht,
selber samt den Mannen von den Brüdern getötet zu werden, treibt ihn von hinnen, so
daß er erst IX, 1ff. die durch B vorgezeichnete Befreiung in Angriff nimmt. Auch hier
also in gewissem Sinne Variation des Themas, die aber für einen planmässigen Bau des
ganzen Gedichts ebensowenig zeugt wie die der Wiederholung des einleitenden Motivs im
Roth. inhaltlich verwandte Entführung und Wiedergewinnung der Frauen, Sigminne, B 388 ff;
Liebgart, 795 ff, Abschnitte, die in Anlage und Ausführung zum Teil Uebereinstimmung
derart zeigen, daß der letztere den ersteren zu überbieten sucht; s. DHB. II Einl. LXIX.
— In Diet. dasselbe Motiv nur in der Werbung Dietwarts 825 fi. ausführlich behandelt,
dann kürzer 1949 ff. Sigehers, 2188 fi. Ortnits Werbung. Ueber das Verhältnis letzter Stelle
zu ÖOrtn. und Ths. s. DHB. IH Ein]. XIX f. — Auch in LuM. findet sich dasselbe, insofern
als 3—12 die Erwerbung Zormerins durch Lother im Vordergrunde steht, 13—R1 beide
getrennt und erst nach mancherlei Mühen wieder vereinigt werden. — Vgl. auch HdB.:
Huon gewinnt bei der Durchführung der ihm von Karl d. Gr. gestellten Aufgabe Esclarmonde;
nach dem Sturm wird sie ihm durch die Leute Yvorins entrissen, p. 205, und erst nach
vielen Kämpfen gewinnt er sie wieder, 243. — Die Mannen raten zur Vermählung;
vgl. DHB. IV A. zu Wolfd. B 10. Roth. 19 sind es die jungen gräven, während zur eigent-
lichen Beratung der Frage nach einer Frau, die von allem adele gezöme eime koninge, 39 f. —
dieselbe Anforderung an allen entspr. Stellen — die türen voledegene, die wisen altheren zu-
sammentreten, 57 ff. Daß die Mannen dem Herrn zur Vermählung raten, auch Osw. Pf.
35 ff; wie überhaupt in Osw. I u. Il, s. Edzardi a. O., Bartsch Germ. V, 164; ebenso
Ortn. 7, woran dann die weitere Beratung sich anknüpft. Dagegen ist der Wunsch zu
werben bereits vorhanden in Fore, Salm. 24 ff; in Hugdietrich, Wolfd. B 9 ff; in Dietwart,
Diet. 835 ff; in Oswald, Osw. E. 35 f; dessen Wunsch ein Engel durch seinen Rat befestigt,
und es dreht sich die Beratung dann von vornherein um die Person der Frau und ihre
Erwerbung. — Or. I, 8 ff: Orendel ist selber entschlossen zu werben und sucht Rat bei
seinem Vater; Ths. 52: Osantrix bringt seinen Entschluß ohne Beirat zur Ausführung, beruft
aber, nachdem die ersten Boten eingekerkert sind, seine Häuptlinge und Ritter zu einer
Beratung, 55. — Auch sonst handelt bei wichtigen Fragen der Fürst gern nach
dem Rate der vornehmen Mannen, für die verschiedene Bezeichnungen im
Gebrauch: die wisen altheren, Roth. 59; die alden rätgeben, 442; vgl. 879; sine liebesten man,
548; die herren, 726; 961; Osw. E. 165; Wolfd. D. X, 2; 106; landesherren, Osw. E. 84;
109; 140; 1422; dienestherren, 117; dienstman, 1597, man, Osw. Pf. 35; Salm. 26; vwil manie
werder man, Wolfd. D. III, 45; die helde, Salm. 24; die besten, Wolfd. D. IX, 42; 24 Rat-
geber Dietwarts vor seiner Schwertleite erwähnt, Diet. 825 fi; die besten wurden über ein
formelhaft, Osw. E. 170; 1516, wie Constantin wart inein mit den bidervisten mägin, Roth.
944 f; die sine, Ortn. 7, während der König sie, 8, mit der Formel mäge unt man anredet.
Hertnit beruft eine Versammlung der ‘weisesten Männer’, Ths. 49; die “Vornehmen’ befragt
Otto, LuM. 13. In den franz. Gedichten befragt Karl seine baruns, Marsilies seine dues und
Bu,
cuntes, Rol.; Karl die dbarons oder barons chevaliers, HdB.; wie in den deutschen die Rat-
geber herzoge und gräven zu sein pflegen. Wenn Wolfd. D. IH, 57 Hugdietrich seine Söhue
um Rat fragt, so geschieht dies um die Abenteuer Wolfdietrichs zu motivieren.
Unter den Ratgebern nimmt einer eine hervorragende Stellung ein,
hier Lüpolt, an deme stunt ouch sin rät; zu dem Ausdruck s. DHB. IV A. zu Woifd. B. 14;
zu Lüpolt zu Roth. 434 fi; sonst Berchter von Merän, 4697; vgl. Rückert XLVIff; er
heisst auch höre v. M., 3511; 3614; gräve v. M., 473; herzoge v. M., 2691 und noch achtmal;
herzoge, 134; helt v. M., 5097; 5101; B. der riche, 2420 und noch dreimal; der alde herzog,
547, sonst der alde man, 458; 472, 526; 2153; 2456. Mit Vorliebe verweilt der Dichter
bei dieser Persönlichkeit, vielleicht der anziehendsten des Gedichtes. Erwin bezeichnet
Berchter als gräwin man mit deme schönin barte, 2469 f; er selbst spricht von seinem grauen
Barte, 3377, als ein aligrisir man deme was die bart harte breit wird er bezeichnet 4961 f.
Wie als alder wigant, 8496 fi; so erscheint er auch noch als snewizer wigant, 5081 ff; an
seines Herrn Hofe stets in glänzender Rüstung, 4932 ff; und besser als die Jungen versteht
der alde jungeline, 2163, noch sein Roß zu tummeln, 4963 fl. Schon früh hat er seinen
Freunden treu geholfen, so dem Vater Wolfrats, 3422 ff, keinem aber steht er näher als
Rother. Diesen hat er erzogen und Tag und Nacht treu behütet, 4484 ff; denn Rothers
Vater hatte bei seinem Tode ihm die Sorge für sein Reich und seinen Sohn anbefohlen,
5134 ff. So wollen ihn auch Rothers Mannen zum Reichsverweser wählen, wande her der
kröne wol geflege, 126 ff. Auch jetzt ist er der, zö deme R. allen sinen rät nam, 459; der
riet im wisliche, 4462; ‘ein wis man unde hät dir manigen rät getan’, 3674 ff; er rät ihm,
2152 ff; 3615 ff; 5114 fi; dient ihm als Heermeister, 660 ff; 2691 ff; ist stets zur Hülfe
bereit, ‘mir nist der bart nie sö grä, daz ich hie heime bestä, 3377 f; vgl. 3456 ff; vel manigin
winter kaldin vil dicke deme aldin sin bart rinnen began; er was ein unbedrozzin man, 4893 ft,
Seine höfische Zucht und edle Gesinnung zeigt er 4635 ff: ‘“unde hete er benomin allin minin
kindin den Üf, wir sulin @rin dise wif’; sein Gottvertrauen, 542 ff; seine Frömmigkeit, 5118 ff;
wo er seinem Herın rät für die Seele zu sorgen; unübertrefflich aber ist seine Treue, 5087 ff:
er was von grunde üf geborin zö deme aller trüwistin man den ie sichein kunince gewan. Daher
tröstet er sich auch in der Trauer um die Gefangenschaft seiner Söhne mit dem Gedanken,
daß sie für seinen Herrn leiden, 526 fi; und diese Treue erscheint um so herrlicher, je
rührender der Dichter den Schmerz (des Vaters um die gefangenen Söhne, 474 fi; und seine
Trauer bei dem Anblick ihrer durch die lange Haft abgezehrten Gestalten, 2420 ff; 2468 ff};
zu schildern weiß. So verdient Berchter wohl den hohen Preis, den Constantins Weib ihm
spendet, 4697 fi. — Berchter ist identisch mit dem in den Gedichten von Wolfdietrich auf-
tretenden Derchtunc von Merän. Leber die Frage der Identität und Priorität s. Haupt
Zeitschr. VI, 447 ff; DHB. IV Einl. XXXIX, wo die betr. Litteratur; dagegen Rückert XI f;
bes. XI.VLif. Berchtune v. M., Wolfd. A; fürst v. M., A; herzog ve. M., B; D; herzog B.,
B; D; der alte, A von 294 an im Gegensatz zu dem jungen Wolfdietrich, im Gegensatz zu
seinen Söhnen, B 329; der alte wise, A 51; der wise, 360; der quote, 219; der degen rich»
CI, 47. Eine Beschreibung seines Aeufieren giebt das Gedicht nicht; dasselbe dem
Berchters ähnlich zu denken erlaubt die spottende Bezeichnung alter zugebart, die B 283
Bouge, D IX, 154 Hache von ihm gebrauchen; vgl. DHB. IV, A zu B 283; in D wird er
ze A
auch bezeichnet als der grise man, A. zu B 278. Ihm ist schon von Hugdietrichs Vater die
Sorge für das Reich und die Erziehung seines Sohnes übertragen, B 4 ff, ebenso wird er
durch Hugdietrich zum Erzieher Wolfdietrichs, A 241 ff; B 262, und bei jenes Tode zum
Verwalter des Reiches und Berater der drei Söhne bestellt, A 256 fl. Als Erzieher der
Fürstensöhne erhält er den Titel der meister, A; B; C II, 48; D; meister B. heißt er
A 402; B 9; C IH, 45; Wolfdietrich redet ihn an herre meister, A 421; keber meister, A;
B; D; wil lieber meister, B; er unterweist Wolfdietrich in allen Waffenübungen, B 6; vgl.
604 fi; D VI, 151 ff; wo dieser dank der vom Meister gelernten Geschicklichkeit im Messer-
werfen siegt; vgl. C II, 10 fi; wo Berchtung sich durch dieselbe Kunst die Huld des Königs
Grippian erwirbt. Hugdietrich wendet sich an ihn mit den Worten ‘gedenke, daz ich nicht
sö getriuwes in minem riche hän’, A 53, so heilt er auch B. der getriuwe, A; B; der vl
getriuwe, A. Er ist der Ratgeber des Vaters, A 5; B 9 ff, 30 ff; und des Sohnes, A 369;
in des letzteren Dienst gelobt er sich und seine Söhne, 249; B 270; GC II, 47, (51). Einst
hat er ihn gegen Hugdietrichs Befehl, nach schwerem Kampfe zwischen der Treue gegen den
Herrn und dem Mitleid mit dem unschuldigen Kinde, nicht umgebracht, A 53 ff; — ein
Kampf, dem sich an feiner psychologischer Durchführung in unsern volkstümlichen Epen nur
der Seelenkampf Rüdigers vergleichen läßt; — so siegt das Mitleid in ıhm auch über den
berechtigten Unmut der Königin gegenüber, 284 ff; und wie er Wolfdietrich die Treue be-
wahrt, zeigen bes. ff. Stellen: 40 Jahre hat er vor Kämpfen Ruhe gehabt, und doch will
er mit ihm ziehen, A 313 f; vgl. Roth. 3377 f; er will mit ihm verderben, A 369; er achtet
nicht die Last der Panzerringe, wenn er nur seinem Herrn zu seinem Rechte verhilft, 380;
er selbst will noch 200 Mann bestehen, B 291, wie Or. XV, 10 Ise sagt “ichne dunke üch nie sö
grise funf hundert dar ich wol bistän; er rettet ihn im Kampfe, B 298; sucht ihn als Pilger,
321; alle seine Freude hat ein Ende, da er ihn nicht wiederfindet, 326. Im herrlichsten
Lichte aber zeigt sich seine Treue in der Art, wie er Wolfdietrichs Klagen um seine in des
Herrn Dienste erschlagenen Söhne beruhigt, A 370, und wenn er vorher tugentlichen grüßend,
B 292, mit lachendem munde, D IV, 109, seinen Herrn anblickt, so oft einer derselben fällt;
vgl. IX, 15; er bekämpft seinen Schmerz um den seines Herrn zu beschwichtigen, so wie es
von Berchter heißt: her ne torste nicht weinen, unde ne stunt ime doch nie sö leide, Roth.
2475 ff. Wohl motiviert ist daher Wolfdietrichs Klage um des Meisters Tod, B 901,
D IX, 73 ff, noch gesteigert 152 ff; und sein Wunsch noch einmal seine Stimme zu ver-
nehmen; und über den Tod hinaus läßt der Dichter des Alten Treue dauern, der aus dem
Grabe den Herrn begrüßt ‘wis gote wilkomen, herre, miner fröude ein obeldach, B 905. —
Vgl. Diet. 468 ff: unter den Genossen Dietwarts bei der Schwertleite ist einer, des name ist
alsö getän daz er vil witen ist erkant..der ist Berchtune genani; ein Markgraf B. unter Dietrichs
Helfern, Rab. 73. — Wie neben Berchter sein Sohn Lüpolt als Ratgeber Rothers erscheint,
so auch Erwin, s. zu Roth. 434 fi; und Wolfrät, s. zu Roth. 2943 fi. — Ortnit hat zwei
Berater: Yias von Riuzen und Alberich; über ihr Verhältnis zu einander und zu Ortnit s.
DHB. UI Einl. XX f. — Im Salm. ist Morolf, der schlaue und lustige Bruder Salmans, des
letzteren Berater und Helfer, vgl. Vogt CXXIL ff; ihm ist zu vergleichen im LuM. Malle,
der Freund Lothers. — Während im Or. und Osw. das Legendenhafte stark hervortritt, so
daß Rat und Hülfe direkt von Gott kommt, — Osw. E 215 ff; Pf. 81 fi. erscheint der
Br IN en
Pilger als Ratgeber, sonst der Rabe als Helfer, — hat Or. XV ff. der Graurock zum Bei-
stand den von Bride zum Herzog erhobenen Fischer, meister Ise, den allen ind den wisen,
den göden viscäre, NXII, 16; viscär her ind wise, XIV, 16; wigant, XXIU, 57; vgl. Müllen-
hoff a. O. I, 37 ff; so Huon Geriaumes, li barbe; li ber; li genus et li view, der vom an-
gesehenen Ritter zum armen Einsiedler geworden ist, HdB. p. 91 ff. Vgl. Rol. 24 fi: am
Hofe Marsilies Blanscandrins fut des plus saives paiens, de vasselage Jut asex chevaliers, prus-
dumes out pur sun seignur aidier; B. schwört ‘par la barbe qw al piz me ventelet', 48. (Ch.
de Rol. publ. p. Boehmer.)
Lupolt nimmt zuerst das Wort und schlägt Rother ein Weib vor.
Wolfd. B 13 ff: Hugdietrich durch die Mannen an Berchtung gewiesen, an deme aller rät
ligen muoz; dieser, der in fernen Landen gewesen, 11, macht den Vorschlag; ein altgriser
man, der viele Lande kennt, thut es Salm. 28; ein Pilger, dem 72 Zungen (Lande) kund
sind, Osw. Pf. 47 ff.: Tragemunt, an den sich Oswald sogleich wendet, E. 215 fi, Märmunt,
den er erst befragt, nachdem die Mannen drei Tage resultatlos beraten haben; Ortn. 11 ff.
Ylias, des Königs Verwandter, der näch Ortniden der tiweriste was, nachdem eine fünftägige
Beratung vorangegangen. Or. I, 11 ft. rät Oygel, Orendels Vater.
Lupolt rät, Rother solle over sö um die hehre Tochter des mächtigen
Königs Konstantin von Konstantinopel werben; aber die Werbung ist mühe-
voll, 82 f. wande ir ne bat nie nechein man, er möste den Äif virloren hän. Dies aus Gunthers
Werbung um Brunhild bekannte Motiv in allen Spielmannsepen. Salm. 28 ist es uber den
wilden se eine christliche Königin. das Weib Salmans von Jerusalem, um die Fore, König
über das Land :uo HW’endelse, werben soll; ebenso fährt Princian von Akers uber se dorthin,
600; für beide liegt die Schwierigkeit darin, daß sie das Weib eines Königs erwerben
wollen; Or. I, 12 ff: Bride, geseszen uber se, der das h. Grab und viel der Heidenschaft
dient; andere Schwierigkeiten nicht erwähnt; vgl. Müllenhoff a. O. I, 37 f. Osw.: Bouge —
über den Namen s. Edzardi a. O.; Bartsch Germ. V, 165, dazu A. v. Pfeiffer — jenseits
der See, E. 227 ff; Pf. 88 ff; 422 ff: die Tochter eines Heidenkönigs, der jedem werbenden
Boten das Haupt abschlägt, da er verwittwet sie, wenn sie herangewachsen, selber zum
Weibe nehmen will, E. 304 fi: Pf. 454 fi. Genau dasselbe Motiv Ortn. 13 ff: die Tochter
Machorels, dessen Hauptstadt Suders ist, dem mehr Heiden dienen als Ortnit Christen. Das
Motiv der Seefahrt fehlt Wolfd. B 15 ff: Hildburg, Tochter des Königs Walgunt zu Salnecke,
der sie auf einem Turm beschlossen und bewacht hält und je einem Manne zu geben ver-
schworen hat. Ohne besondere Gefahr ist die überseeische Werbung Dietwarts um Minne,
Tochter Ladiners von Westenmer, Diet. 899 ff: gefährlicher die Ortnits um des überseeischen
Königs Godian Tochter Liebgart, 2118 ff.
Die Frage nach einem Boten an Konstantin richtet Rother an den Markgrafen
Herman. H. im Roth. nur hier; Graf H. verlangt Ortnits Wittwe zum Weibe, Wolfd. A 538;
Führer der Boten Ortnits an Hugdietrich, D III, 54; Graf H. von Tuscan Bewerber um
Amie, von Woltdietrich im Turnier besiegt, VII, 139 ff; vgl. VII, 202; IX, 199; sonst in
D neben Graf Hartman, VII, 169; 183; 200; beide Beschützer Wolfdietrichs, 293; vgl.
zwene riter, B 754 f; Begleiter und Berater desselben bei der Befreiung der Mannen, D IX,
30; 97; zusammen belehnt, 209. Herzog Herman schlägt Dietwart die Genossen für die
63—83.
84—89.
90—133.
u, FR
Schwertleite vor, Diet., s. Rückert XIV; Herzog H. von Oster-Franken als Helfer Dietrichs,
Rab. 63. Auch Ths. 60 ein Ritter H., der das Gefängnis, in dem die Boten liegen, aufsprengt.
Auf des Markgrafen Rat wendet sich Rother an Lupolt, der willig ist mit 11 Grafen
die Botschaft zu übernehmen; jeder soll von 12 Rittern begleitet, und alle glänzend ge-
schmückt sein. — Werbung durch Boten auch Ths. 52: Osantrix sendet 12 Boten mit
einem Briefe an Melias; Hertnit und Genossen mit demselben Auftrage, 55; Erwin über-
nimmt die Botschaft und wählt sich drei Genossen, Diet. 950 ff; Oswald sendet den Raben,
Osw. E. 347 ff; Pf. 110 ff. Salm. 40 ff: Fore sendet einen Boten mit seiner Forderung an
Salman; sonst erscheint Morolf als Bote, 157; 614 ff; er stets in einer Verkleidung, s. zu
Roth. 811 ff.
Die Boten immer eines Königs würdig geschmückt; so auch der Rabe
vergoldet, Osw. E. 434 ff; wo ihm Oswald Ring und Brief mitgiebt; Pf: 115 ff: der Pilger
rät ihn zu vergolden; dies geschieht aber erst, als Bouge ihn schmücken läßt, 598 ff; einen
Ring giebt ihm Oswald, 169 ff; vgl. Bartsch a. O. 165; Edzardi a. O. 51; dafür daß dies
nur in Osw. IL II vorkommende Motiv echt ist, spricht das, daß nur in glänzendem
Schmucke der Rabe als Bote eines Königs auftreten kann. Orendel, Or.; Ortnit, Ortn.; Hug-
dietrich, Wolfd. B, ziehen sofort selbst, die beiden ersteren mit Heeresmacht, zur Werbung aus.
Zwölf Grafen mit je zwölf Rittern als Boten, Roth. 128 ff, 2631 ff; vgl.
Ths. 52; ebenso 12 Grafen als Boten an Hugdietrich, Wolfd. B 346; D III, 50; 12 Rittter
als Boten mit Graf Hartman nach Tervis, IX, 183. Auch sonst erscheinen 12 Genossen als
Begleiter: mit Rother 12 herzoge, Roth. 749; wigande, 677; ritäre, 2681; riesen, 2747; mit
Oswald goltsmide, Osw. E. 2032; helde, 2039; junge man, 2046; 2065; mit Wolfdietrich man,
Wolfd. D IX, 46; Genossen Dietwarts, Diet. 403 ff; Biterolfs bei seiner Ausfahrt, Bit. 521 f.
So hat auch Huon 12 Gefährten, Karl 12 pairs, der Admiral beruft les dous reis, Rol. 3280.
— Wie Lupolt selbzwelfter die Zwölfzahl vollmacht, so Wolfdietrich mit seinen einkf
dienstman, vgl. bes. Wolfd. D. II, 11; C DI, 30; A 358. Asprian führt mit sich /2 sine
man, Roth. 757, während er 677; 2747 unter den 12 selbst mitzählt. Ebenso Wolfd. IX:
Wolfdietrich soll 12 Mann wählen, 46, soll sich mit ihnen für zwelf bilgerine ausgeben, 47,
wir sint zwelf bilgerine, 59, dagegen dö warn ir zwen und zweinzic äne Wolfdietrich, 92.
Princian selbzwelfter, Salm. 600. Der Wurm hat 11 Ritter, dazu Ortnit verderbt, Wolfd.
D VII, 63; Wolfdietrich erschlägt außer dem alten Wurm nur 11 von den 12 Jungen
desselben, 142; Liebgart beklagt seldzwelfte ihr Leid, B 657; zwelf magede sind an der
Zinne, die inmitten ist die Königin, Or. VI, 19. Auch Rol. 878; 990: Marsilies Neffe mit
11 Genossen im Kampfe. — Beispiele für den formelhaften Gebrauch der Zwölfzahl
aus Salm. bei Vogt CLV f; dazu: es dienen einem Fürsten 72 kuninge, Or. I, 10; Osw.
E. 9; 91; '887; 1427; 1458; kunicriche, Or. I, 2; 11; Osw. E. 8; 57; 177; 886; im Kampfe
werden bestanden 72 kuninge, Or. X, 25; heidenische man, VII, 14; dabei 72 march erbeutet;
hier eine Steigerung: der Graurock besiegt nach einander 2—4—6—12 Gegner, wie Wolf-
dietrich 72, dann 24, endlich 72 tiwel, Wolfd. B 650 f; während sich D VI, 222 ff. mit der
Steigerung 1—2—4—8—16 begnügt; 72 risen, D IV, 4 ff, X, 63; Mannen biz an zweive er-
schlagen, IX, 60; 12 manne sterke besitzt Ortnit, A 548; verleiht Laurins Gürtel und Ring,
Laur. 191; 1176 ff; gehört dazu das Schachbrett zu tragen, Osw. Pf. 259; besser als ander
u: AO
zwelve ficht Wolfdietrich, Wolfd. D III, 8. Außerdem: 22 smide, Or. DI, 1; tage, Osw. E. 135;
bis an den zwelften tac, Wolfd. B 869; an dem zwelften morgen, 534; 656; Ortn. 217; 73
wochen, Roth. 3451; 22 wochen und ein ganzes jär, Osw. E. 1573; 1780; 2246; in der zwelften
wochen, Wolfd. A 320; 12 mänede, Ortn. 514; järe, Osw. E. 360; 413; Wolfd. B 25; 341;
daz zwelfte jär, 9; D X, 1; 12 wagine, Roth. 1036; kläfter, 2171; armböge, 2144; bouge,
Ortn. 220; kiele, 42; ellen, Wolfd. B 492; 674; miäle, 314; meide, 827; ziugen, 786; halsperge,
D VII, 225; türne, Osw. E. 1583; sper, 1818; mark golt, 556; goldene pfenninge, 3194;
stücke vleisch und bröt, 3191. Auch im HdB. häufig, z. B. chevaliers, 285; paiens tus,
231; deues, 102.
Als die Boten im Begriff sind das Schiff zu besteigen, spielt ihnen Rother auf der
Harfe drei Leiche vor, die, wenn sie in Not geraten, das Erkennungszeichen sein sollen,
daß er zu ihrer Hülfe nahe sei. — Ein Leich genügt um die Erkennung herbeizuführen,
2512 fl. So erkennt an der Weise, die Morolf singt, Salme ihn als den Bruder Salmans,
Salm. 253 fi; vgl. 699 f; wo sie aus der Beschreibung, die der Heide von dem Harfenspieler
giebt, erkennt, daß es Morolf gewesen. Morolf gießt der für tot gehaltenen Königin heißes
Gold durch die Hand, 133, an der Wunde erkennt er sie wieder, 247; 260. Ueber die Un-
echtheit dieses Motivs im Salm. s. Wilmanns a. O. 293 f. — Als Erkennungszeichen dient
in den deutschen Spielmannsepen sonst der Ring, s. zu Roth. 3834 ff; in gewisser Beziehung
auch das Hornsignal, vgl. zu Roth. 3671; Osw. E. 1542 fi: die Kreuze, daz denne einer den
andern bi den kriuzen bekanden; vgl. HdB. 252: an dem goldenen Kreuz auf dem Bord des
Schiffes erkennt Jerome in den Schiftern Franzosen; vgl. auch das Feldgeschrei Munjoie, an
dem Lother die vor Rom kämpfenden Männer als Franzosen erkennt, LuM. 22; so Rol.
außer aa. O. 1234: Munjoie dest Penseigne Charhın: vgl. 1181 ff; 3564 fi: % amirals Preciuse
at criee, Charles Munjoie Tenseigne renumee, Uuns conuist Palire as haltes vuis e cleres; vgl.
HdB. 243.
Rother empfiehlt die Boten dem Schutze Gottes und gelobt ihnen
reichen Lohn. — Das erstere auch Osw. E. 591 f; 619; das letztere Diet. 995 ft.
Die Boten landen bei Konstantinopel. Lupolt läßt das Schiff in eines Kaufmanns
Obhut, dem er als Lohn einen Mantel giebt. — Ein Mantel als Geschenk von Rother
einem armen Spielmanne gegeben, 1887 f; Fores Schwester dingt für einen Mantel einen
Spielmann, Salm. 464; unter aa. Geschenken ein M., Roth. 2033; Salm. 307; Amie schenkt
einen solchen Wolfdietrich, Wolfd. D VII, 220, der ihn dem kreißenden Weibe giebt, VII,
61; der Graurock zieht seinen M. aus und giebt ihn Ise als Geschenk für seine Frau, Or.
XIV, 17 ff. Vgl. die Worte des Spielmanns, der sich Huons angenommen hat, ‘tu me verras
itant mantel donner, R& males paines les poras enporter, HdB. 217, nachdem er ihm, 214,
einen Hermelinrock und einen Mantel geschenkt hat; s. Wilmanns a. 0. 287, A. 1. Ein
Purpurkleid u. aa. von Osantrix dem Melias gesandt, Ths. 56; der Rabe verheißt in seines
Herrn Namen dem Könige goldene Kleider, wenn er sich taufen lasse, Osw. Pf. 230 ff;
Wolfdietrich schenkt der Kaiserin seine kostbare Kappe, Woltfd. B. 777. Andere Bedeutung
hat der Mantel, den Hugdietrich auf die Erde gleiten läßt, damit die Amme ihn trage, 241;
s. dazu DHB. IV, A.
134—184.
184— 197.
198— 217.
218 -323.
324 --341.
342—433.
434 —491.
er Je 2
Glänzend geschmückt reiten die Boten in die Stadt, werden wohl
empfangen und richten vor versammeltem Hofe die Botschaft ihres Herrn,
dessen Macht sie schildern, aus, nachdem ihnen dazu die Erlaubnis erteilt
ist; 308 ff: nu sal iz dir irloubet sin durch dines herren willen, nu werf svaz du willes,
du salt minen urlob hän. Genau ebenso die Zins fordernden Boten Ortnits vor Hugdietrich,
‘daz sol dir erloubet sin; sage swaz du wellest von dem herren din...und wirp im sin botschaft,
si er dir liep gewesen‘, Wolfd. D III, 55; dem Raben vor der Ausrichtung seines Auftrags
staeter vride gelobt erst um Machmets, dann um der alten Königin willen, Osw. E. 854 ff;
der Rabe schildert Oswalds Macht, 885 ff; ebenso Pf. 226 ff; wo er aber nicht geworben,
sondern nur die Forderung der Taufe gestellt hat. Ths. 52; 55: der Brief des Osantrix ent-
hält die Forderung und die Schilderung der Macht des Bewerbers.
Konstantin befiehlt zornig die Boten einzukerkern; vgl. 2225 ff; 2291 £;
ebenso Ths. 53: Melias läßt die Boten des Osantrix ins Gefängnis werfen, indem er sagt,
daß sie da ihren König erwarten sollten; dieselben Worte 56, wo Hertnit und Osid, die
zweite Gesandtschaft, eingekerkert werden. Zu Roth. 324 fi: trürich sprach dö Constantin
(zurnich was der möt sin) ‘daz ich die rede irloubit han, des möz ich lange trürich stän’, vgl.
Osw. E. 902 ff: der Heidenkönig vür sich nider sach, ....zornecliche er üf blicket, er sprach:
<daz wil ich allen minen heiden klagen, ... daz ich dem raben vride hän geben, zwär daz riet
mich’; za dem Ausdruck Salm, 27. Aaron bricht den Frieden, läßt den Raben fangen, binden
und hängt ihn an eine Stange, 917 ff; er droht die Ankommenden, die er für werbende
Boten hält, zu hängen, 1097 ff, der gefangene Rabe soll sterben, wenn ihm nicht ein Bieder-
mann helfe, Pf. 287 fi; s. zu Roth. 3963 ff. Machorel hat schon 72 Boten, die um seine
Tochter geworben, enthaupten lassen, Ortn. 19; von den Boten Karls an den Admiral ist
keiner je zurückgekehrt, HdB. 70; 172; Marsilies hat 2 Boten Karls enthaupten lassen,
Rol. 207. Dagegen die werbenden Boten unverletzt heimgesandt: Diet. 1275 ff; 2184 ff; so
auch bei Boten mit andern Aufträgen der gegebene Friede respektiert: Wolfd. D III, 60;
X, 31; Etzels Bote von Gunther geziemend behandelt, Bit. 4978 ff; ebenso Rüdiger auf
Hagens Rat, 6662 fi. Der übermütige Bote, Herzog Daniel, erhält den Antwortbrief in Form
eines Faustschlages, Or. XVII, 17 £.
Die in den Schiffen zurückgelassenen Schätze werden auf Befehl Konstantins einem
Kämmerer in Gewahrsam gegeben, während die Boten im Kerker ihr elendes Los
beklagen und Gott um Hülfe anrufen. Die Not der Gefangenen ähnlich geschildert
Wolfd. B 881 ff; Gebet um Rettung D IX, 54 ff; vgl. IV, 7. Auch Wolfdietrich ruft in der
Drachenhöhle den Beistand Gottes an, .der Noah, Daniel und Jonas rettete, VIII, 122 fi;
übereinstimmend Rol. 3100 ff; wo Karl in seinem Gebete der Rettung Jonas’, Daniels und
der drei Männer im Feuerofen erwähnt. — Jahr und Tag liegen die Boten im Kerker,
430 fl. — Wolfd. B 877: es werden 32 Jahre, daß Berchtungs Söhne von ihrem Herrn
getrennt sind; D IX, 56: nur 13 Jahre ist es her, daß die rauhe Else ihnen ihren Herrn
genommen.
Rother beklagt ihr Los. Die alten Ratgeber bitten ihn selber zu sehen, ob sie
noch amı Leben seien; er wendet sich an Berchter, von dessen Söhnen 7 unter den Boten
sind. — Berchter hat 12 Söhne, 474 fi, von denen einer, Helfrich, von Rother früher
= 41 —
uber Elve gesandt, gegen die Heiden gefallen ist. Die Zahl der überlebenden: 11, findet sich
wieder Wolfd. C, wo nur 11 Söhne Berchtungs genannt werden, III, 49; vgl. 30; weshalb
auch in dem aus C geschöpften D II, 11 unter den 11 jungen Rittern die Söhne Berchtungs
zu denken sind, während D IV, 106 ff. schon wieder, wie in B und A, 16 Söhne; vgl.
DHB. IV Einl. XXVIIIL; XXX. Unter den Söhnen Berchters ragt hervor Züpolt, der helit
göt, Roth. 50; der helit, 3275; ein gräve, 45; der was in Rötheris hove mit grözeme vlize
gezogen, 5lf. Ueber diese Formel DHB. IV, A. zu Wolfd. B 3. L. von Meylän, Kötheres
man, 4197 f; 4366; der hörre, 3591; ein wis man, 4365; der meister, 2445; der getriuwe man,
2713 und noch zehnmal; Asprian nennt ihn gruntveste allir trowwin, 4206. Er ist Rothers
Berater, 45 fi; 3615 ff; 4460, der ihn neve min nennt, 3332; s. zu Roth. 2943 ff; begleitet
ihn in die Stadt, 3697, steht bei ihm in der höchsten Gefahr, 4195 fl. Seine Treue zeigt
er, wenn er Rother sein Leben als das des allein an der Entführung der Königin schuldigen
anbietet, 3319 ff; Berchter gedenkt gerade dessen, was L. im Kerker erlitten, 3468 f, dient
Rother für das, was dieser für L. gethan, 3358 ff; L. erhält Berchters Gewalt, 4885 fl. —
Neben ihm Erwin genannt; sie sind Berchters älteste und liebste Söhne: ‘sowanne ich der
vunver virdage, dise zwöne nemach ich nimmir virkingen’, 488 fi, zwöne man, daz sie ein keiser
mochte hän gerne in siner gewalt, 996 ff. Auch sonst beide neben einander: beim Verlassen
des Kerkers, 2464 fi; bei der Begrüßung Rothers, 2523 f; dem Empfange der Königin, 4560 f;
in Rothers Umgebung, 4357 fi; im Rate, 3615 ff; wo E. die Schwerter trägt. %. gräve, 154;
2524; 4614; der ımere, 2467; seine wromicheit gerühmt, 4357 ff; er mahnt Rother der alten
Zucht und Ehre eingedenk zu sein, 4615 ff. Auffallend ist, daß der Dichter ihn, den zweit-
ältesten Sohn Berchters, erst bei der Abfahrt der Boten die Ritterwürde empfangen läßt,
150 fl. Landgraf E. auch als Ratgeber Dietwarts, Führer seiner Boten, Diet. 950 ff; mit
Hildebrant auf Kundschaft, 3156; E. von Elsentroie, 5912; Rab. 56.
Berchtung hat 16 Söhne, Wolfd. A 54; 318; 358; B 270. Müllenhoff, für
die Priorität des Wolfd., findet in Roth. 5129 f: ‘der minir genöze yuämen sechzöne', eine Spur
von den 16 Söhnen Berchtungs wieder; Haupt Zeitschr. Vl, 447 ff. — Von den 16 werden
6 in Wolfdietrichs Dienste erschlagen, Wolfd. A 358; B 292; D IV, 106 fi; IX, 15; die
überlebenden 10 treten auf des Vaters Rat in den Dienst der Brüder Wolfdietrichs, B 319,
wohin Berchter ihnen folgt, 328, so daß dann die einlif dienstman gefangen sind; vgl. D VII,
11 ff; zu Roth. 13f. Nach Berchtungs Tode, B 899 fi; D IX, 67 fi, werden die 10,
B 875; DIN, 83, zwei und zwei zusammengefesselt, B S82. Hier ist in D ein Widerspruch:
VO, 14 sind iv zwene zesamen gesmidet, IN, 69 fi. sind sie einzeln gefesselt zu denken, da
Herbrant die Brüder durch einen Hornstoß herbeiruft, 78, und seinen Bruder Hache bittet
ein Licht herbeizuholen, 84. Ihre Befreiung von den Fesseln erfolgt auf das Gebet aller,
D 894 ff; der beiden ältesten, D IX, SO ff; wo diese mit Namen genannt, wie denn der Kom-
pilator von D überhaupt Vorliebe für die Nominierung zeigt; s. u. — Von den überlebenden
10, von denen weitere 6 im Kampfe für das Kloster fallen, D X, 92, werden genannt:
Herbrant der älteste, B 876; herzog H., der vil küene man, 885; der küene, IX, 77 und noch
ca. siebenmal in IX u. X, 55; der werde, IX, 85; der starke, 87; 123; der degen, B 879.
H. verbindet Wolfdietrichs Wunden, D IV, 115; bei der Unterhaltung desselben mit den
Brüdern tritt H. besonders hervor, B S76 fi; D IX, 55 ff; er veranlaßt die Brüder dem
b*
492 — 545.
546—561.
562—579.
a, 19:
bittenden Wolfdietrich Brot zu geben, B 885 f; während D IX, f. — ein Beispiel, wie D hier
B überbieten will, — Hache diesem einen Harmisch zuweist, den,er versetzen soll um Brot
kaufen zu können. (!) Herbrant giebt sich Wolfdietrich zu erkennen, IX, 77; führt die Sturm-
fahne, 122; X, 55; 64 ff; wird mit Garten belehnt, IX, 210; mit Amie verlobt, 202 fi; er
ist der Vater Hildebrants, 211, den er zusammen mit dem jungen Hugdietrich erzieht,
222 #. Vgl. Ths. 110: Herbrand, ‘der weitgefahrenste aller Männer, der auch weit in
Griechenland gewesen’, wird Ritter Dietrichs, auch dessen Ratgeber und Bannerträger. —
Während Herbrant viele Uebereinstimmungen mit Lupolt zeigt, weicht der D VII, 23; IX,
80; X, 8 u. aa. O. neben ihm genannte Häche von Erwin wesentlich ab. A. der junge,
VII 23; IX, 58; 85; vgl. o. Erwin, Roth. 150 f; 3618 ff; Z. der küene, Wolfd. D IX, 60;
108; 142; 154; helt, 62; de erwelter man, 62; 80; degen, 99; degen zier, X, 56. Seine Treue
gegen Wolfdietrich D IX, 58; 63; vgl. auch B 302; er will die feindliche Stadt verbrannt
sehen, B 925, wie der Riese Grimme, Roth. 4385 ff; vgl. Wolfd. D IX, 90, wo kein Name
genannt; H. droht mit Steinen zu werfen, D IX, 53; ist gegen eine Versöhnung mit Wolf-
dietrichs Brüdern, 108, die er im Kampfe niederschlägt, 142; 144; gedenkt in wenig liebe-
voller Weise seines Vaters, 154; vgl. 62; 64; wird belehnt mit Rheinland, dessen Hauptstadt
Breisach; ist der Vater Eckeharts, 212, des Meisters der Harlunge, Diet. 4682, — vgl.
Simrock Myth. 411, — den Hildebrant von Breisach zur Hülfe holt, A. T. 311 ff. — Außer-
dem nennt D unter den Gefangenen Schiltbrant, IX, 56; in dem Kampfe in Konstantinopel
Berchter, Berchtwin, Albrant, 100; bei der Belehnung dieselben 3 und Berchtunc, 213 f, unter
den vor Tischcal gefallenen die genannten 5, so daß nur einer namenlos bleibt, X, 100.
Berchter sucht den um die Gefangenen trauernden Herrn zu trösten
und rät ihm eine Heerfahrt zu ihrer Befreiung zu unternehmen. Bemerkenswert sind seine
Worte “die leit die sin half min’, 529; vgl. Berchtungs an Wolfdietrich gerichtete Worte ‘n&
läz die klage sin: min und mines wibes wärn die kindelin. nü hilf mir selbe räten’, Wolid. A 367.
Die liebsten man werden befragt und raten, Rother solle nicht in einer Heerfahrt,
sondern in recken wis over mere varn; wiederholt 586 ff; s. zu Roth. 748 ft.
Ein alter Herzog widerrät die Fahrt; Berchter seiner Kinder gedenkend
schilt ihn, und mit der vüst er in selöch daz ime üze dem halse vuor daz blöt, unde
er ouch lach drie nacht, daz er nehörte noch ne sprach. — Zur Sache vgl. Nib. 2075 ff; wo
Rüdiger in gleicher Weise den ihn in seinem Schmerze verspottenden Heunen züchtigt: die
füst begunder twingen: dö lief er in an und sluog sö kreftecliche den Hiumschen man, daz er
im vor den füezen lack vil schiere töt, 2079. Ueber die Formel er gap im einen slac daz er
vor im gestrecket lac u. ähnl. DHB. IV A. zu Wolfd. B 372; Vogt a. O. CXLVII; dazu auch
Or. XI, 16: der Graurock schlägt Mercian mit der Faust, daz hi üph der erden lach; ebenso
den Herzog Daniel, XVII, 8; dieser wieder seinen Herrn, 29. Vgl. auch fi: Asprian schlägt
dem Kämmerer mit der Hand einin örsclach, daz eme der kopf al zobrach, Roth. 1647 fi; s.
zu 1621 ff; der Wurm schlägt Wolfdietrich auf den Helm, daz im ze beiden ören üz spranc
daz bluot, Wolfd. B 685; Fore schlägt Salman, daz im daz bluot ze den ören üz schöz, Salm.
521; die jungen Drachen spielen mit Wolfdietrich, daz im von den stoezen daz bluot ze munde
und nase üz ran, Wolfd. D VIN, 115; der Riese stößt ihn mit dem Armstumpfe, daz ım daz
bluot sö röt ze munde und ze nasen üz schöz, V, 68; vgl. Salm. 305: Morolf wird gebunden,
m. FR u
daz im daz bluot ze den nageln üz drang. Zormerin giebt dem Pförtner einen Stoß, dab
diesem zwei Zähne ausfallen, LuM. 16; vgl. auch Rol. 2287 fi: Roland schlägt mit seinem
Horn den Sarazenen auf den Kopf, daß dieser zerschmettert wird, und beide Augen heraus-
stürzen. Mit der Faust schlägt auch Aspilian den König Melias, so daß dieser sinnlos zu
Boden stürzt, Ths. 60; ebenso der gefangene Wolfhart die Knechte, die ihn entwafinen
wollen, Bit. 8910 £.
Der Rat wird angenommen; ihm folgend sendet Rother Boten durch: sein Land,
die unter Verheißung großen Lohnes seine Mannen zu Hofe laden, da er ihrer bedürfe. —
Durch Verteilung von Schätzen augenblickliche Hülfe gewonnen oder spätere
gesichert; das erstere auch 1444 ff; Salm. 377; 554; Ortn. 50; ÖOrendel verteilt goldene
Sporen mit der Versicherung, daß die Mannen nicht die Hölle um das Gold kauften, Or. U,
7 ff; außer reichem Sold das ewige Leben verheißen, Osw. E. 1484 ff; vgl. zu Roth. 4109 ff;
ähnlich vor dem Kampfe Schätze verteilt Roth. 4050 fi; Salm. 485; — das letztere Roth.
3047 ff: “nemit scaz und gevit den wiganden unde vromit sie heim 2ö lande, of her mich hie nä
beste, daz mir des volkis icht zegd; ebenso 3627 fi; vgl. 3379 ff; Salm. 549: den Mannen
‘gip dü krefticlichen solt, so entwichent sie dir nimer m&'.
Da kommt auch zu Hofe aus eime unkundigen lande ein riese, Aspriän, der nimer 26
hove nequam, ... der vuorte rieseniske man; ebenso 710 f; wo Asprian kuninc heißt, wie auch
756. Die Riesen, die er mit sich fübrt, sind sine man, 757; riese A., 942; 1345; 1643;
3998. Die Riesen nehmen abweichend von allen andern Spielmannsepen hier die Stellung
als Helfer des Helden ein, wie auch Ths. 57, wo ÖOsantrix die Söhne Nordians: den mit
Asprian identischen König Aspilian und dessen Brüder Ziger, Aventrod und Widolf mit der
stangen, — miüttumstangt, Rückert XIX, alle vier Riesen, zur Heerfahrt entbietet. Daß
der letztere dem Widolt im Roth. entspricht, zeigen außer dem Namen und Roth. 2165 f:
W. mit der stangen vör där schrickande; 4319: bülslege gaf W. mit der stangin, auch andere
Züge; s. u.; vgl. Simrock Myth. 429 f: Widolf ein Waldriese oder Sturmriese. — Außer den
beiden genannten im Roth. noch Grimme namentlich gemacht. — Ueber die Zahl s. o. zu
Roth. 90 ff. — Die Riesen Rothers, eine unkundige diet, 636, sind Christen: Widolt schilt
Ymelot und die Seinen uncristine diet, 2675; Asprian zeigt sich als rechtgläubiger Christ,
4397 ff; Widolt fürchtet den Heiland, 4423; dure den &wigen got schonen sie die Stadt,
4455 ff. Asprian, auch bezeichnet als Rothers hoveman, 1281, erscheint in der Würde eines
Kämmerers, 1345 ff; 1451 #; 1513 £; 1601 ff; 2029 #; 2131 ff; 2893 f; 4748 f; so neben
Berchter, 1301 ff; 1491 ff; 3627 fi. Als Helfer Rothers werden sie bezeichnet 3823 ff; vgl.
3997 f; 4186; erscheinen in seiner nächsten Umgebung, 3514 fi; 4819 fi. Asprian besonders
ist ihm treu ergeben, 1000 ff; 3379 ff; 3595 ff; 3685 ff; — vgl. Simrock Myth. 423, — ruft
die Mannen zur Befreiung des Herm, 4199 ff; sie geloben allen Freunden Hülfe, 4899 ff;
erscheinen wie die andern Mannen zur lantsprache in Aachen, 5018 fi. Sie heißen ritäre,
2681; Widolt der helit göt, 773; 1676; ebenso Asprian, 1646; 2893. Demgemäß sind sie
auch wie Ritter und zugleich wie Riesen bewaffnet: ihr wichgewete, S75; 1002, besteht aus
lichten Helmen, schneeweißen oder goldenen, 1108; 2704, Brünnen, Schwertern zu den
Stangen, Schilden, 1001; 4229, und langen Geißeln, die statt der Riemen eiserne Ketten und
am Ende große Knöpfe haben, 684 ff; vgl. 2684; besonders glänzend die Ritterrüstung
580 629.
630—711.
Be Ede ge
Widolts, 1105 fi; ihre Hauptwaffe bleibt die Stange, 639; 5025; A. und W. führen solche:
von Stahl und 24 Ellen lang, 656 f; 1662 f; so daß A. bei seinem Erscheinen am Hofe als
wunderlicher ınan, 653, seltsöne knabe, 655, bezeichnet wird. Von den Brüdern Aspilians ist
Etger mit gewaltigem Ger bewaffnet, Widolf mit einer Eisenstange, Ths. 50. Wie sie ‘Riesen
an Stärke und Eigenschaft’ sind, so auch Rothers Riesen. Sie sind breit von Brust; wenn
einer auch ihrer Stange entwiche, ihrem Schwerte würde er nicht entrinnen, Roth. 668 ff;
sie sind stets kampfbegierig und thun sich im Kampfe hervor, 832 f; 4207 ff; vgl. 4249 ff.
Wie Widolf, Ths. 50, so ist Widolt selbst nach dem Urteil seines Genossen Grimme ein
grimmiger man, 1672, der zurnigiste man der von Adäme zö der werlde ie bequärme, 2706 ff;
auch er ist gefesselt wie ein Löwe; wer ihn, wenn er losgelassen, reizt, verliert sein Leben,
und nur mit drowe und mit minnen hat ihn Asprian zu seinem man gemacht, 758 ff; vgl.
1061 fi; 851 fi. Wie der gefesselte Widolf von seinen zwei Brüdern geführt wird, Ths. 50;
59, so er von 6 Riesen getrieben, 1042; er zerrt an seiner Kette, 1047; zerbricht sie, wie
ein Bär brummend, 1659 ff; vgl. Ths. 60; s. u. zu Roth. 1621 ff; er wird zu gefügigem
Wesen ermahnt, 859 ff; nachdem er entwafinet ist, wieder an die Kette gelegt, 1732 f;
2751 f; er reibt Steine an einander, daß sie Feuer geben, 1048 fi; beißt im Zorn in die
Kette, daß das Feuer herausfährt, 4660 fi; vgl. 4679 fi; fährt mit der Stange unter die
Menge, 1659 fi, reißt den Herzog Friedrich an den Haaren empor und wirft ihn unter die
Menge, 1701 ff; vgl. den Bericht der Spielmanns, 1718 ft; als En dönir schlägt er die Heiden,
2739 ft; vgl. 3603 fi; 3690 ff; tritt die Verwundeten in den Mund, 4283, vgl. Schilderung
des Spielmanns, 4299 ff; Ortn. 337, s. u; Simrock Myth. 439. — Asprian selber geberdet
sich als Riese: tritt mit dem Bein bis ans Knie in die Erde, 941 fi; 958, wie Widolf,
Ths. 60; zerschmettert den Löwen, ‘den berwelf’, 1290, an der Wand, 1146 ff; vgl. 1225 f;
trägt den gefangenen Ymelot unter dem Arm davon, 2790; vgl. Or. X, 10: der Riese Mentwin
droht den Graurock unter seinen Arm zu nehmen und ins Meer zu werfen. Nachdem Asprian
sich nach Rothers Befreiung als guter Christ gezeigt, sagt er in Bezug auf Konstantin: “iz
were vil wol, wurde im ein bülslac geslän’, 4628 fe. — Grimme läßt 100 Spielleute zerbläuen,
4293 ff; will Konstantin samt der Stadt verbrannt sehen, 4337 ff. — Daher urteilen Konstantins
Leute, sie seien ein vreislicher diet, 964; tüvelis brüt, 1055; die haben sö nötliche site, 957;
und Asprian, der unholde, 1165, välant, 1160, zieme sich in der Hölle dem Teufel zum
Gesellen, 959 f. — Auch als ungefüge Possenreißer erscheinen sie: im Hippodrom sie gebärtin
alsö sie doveten, 900; beim Turnier sie tunidin daz die erde bibite, 5056 f; Widolt stellt sich
in allen den gebere alser heriz were, dä ubirwarf sich Aspriän, der was der riesen spielman (!),
2165 ff; Grimme springt 12 Klafter weit nach einem ungefügen Stein, 2171 f; die viel geübte,
aus Nib. IV bekannte Kraftleistung; ebenso thun die andern. — Riesen fehlen in Salm.,
Osw., Ortn., Wolfd. A.; doch vgl. u. Sie finden sich Or. VI, 2 fi: ein Riese, Anführer von
300 Heiden fängt den Graurock; Mentwin, der auf einem Elefanten reitet, vom Graurock
besiegt, X, 2 fi; ebenso Liberjän, XU, König Palgäan, XUI, der als Riese zu denken ist: der
Graurock nennt ihn wagenlanke, 10; er trägt außer zwei andern auch eine hörnerne Brünne,
ebenso Durjän, XVIII, 12 f; wie der Riese Daldemar, Wolfd. DVI, 33, und dieHeiden, Roth.
4145, vgl. 4274, hörnerne Brünnen tragen. Auclı Ise ist ursprünglich ein Eisriese, Müllen-
hoff a. O. I, 37. — Im Wolfd. erscheinen die Riesen in ihrer gewöhnlichen Natur und mit
BEER 19% ==
der Stange bewaffnet. Ortnit besiegt einen Riesen, B 460; den Riesen Helle und dessen
Weib Runze, — Runse eine Bergwasserriesin, Simrock Myth. 432, — die sich mit einem
jungen Baume bewaffnet, 487 ff; wie sonst ‘der wilde Mann’ den entwurzelten Tannenbaum
in der Hand trägt; Simrock Myth. 461 ff; Runze, in ö Berille genannt, leistet das non plus
ultra: die ihr von Wolfdietrich abgehauene Brust nimmt sie vom Boden auf und wirft damit
nach ihm, A. zu Wolfd. B 454. Die 12 Riesen des Belmunt führen außer den Stangen auch
Schwerter; sie fangen Wolfdietrichs Mannen, er bekämpft sie, D IV. 4 ff; geschöpft aus B;
vgl. DHB. IV Einl. XXX f; inhaltlich D IV, 22; 27; 25 = B 492; 501; ö A. zu B 454, 33.
7% Riesen als Diener des wilden Maunes, B 721, wie auch sonst Riesen als Vasallen von
Zwergkönigen erscheinen; Simrock Myth. 454. Olfän, der Pförtner, von dessen Mund Nebel
und Dampf ausgeht, besiegt von Wolfdietrich, DIV, 67 fi; nach dem die Riesen mit Stühlen
und Bänken schlagen, S1 ff; ein mit einem Kolben bewaffneter Riese — vgl. die Teufel
VI, 222 ff. — raubt und brät den Marner, V, 55 ff; wie der Menschenfresser im Märchen;
Baldemar, der Hand und Fuß als Zoll fordert, von Wolfdietrich besiegt, VII, 32 ff; über
diese Art des Zolls s. Simrock Myth. 453; VII, 215 f. macht aus dem Jäger, der die Jungen
Drachen aufzieht, Ortn. 485 ff; einen Riesen. — Heidnische Riesen im Kampfe vor Rom
erschlagen, LuM. 22; Riesen von Malpruse im Dienste des Admirals, Rol. 3253; der Riese
Orgueilleux, HdB. 136 f; dieser stammt zwar vom maufes Beugibus und dame Murgale und
ist mit jedem Teufel in der Hölle verwandt, 152 f; auch ist er von riesiger Gestalt, 155,
zeigt aber wie sein Bruder Agrapart, 187, der Huon seine Schwester, eine ungestalte Mohrin,
zum Weibe anbietet, 195, ein nicht ganz so ungeschlachtes Wesen wie die Genossen in den
deutschen Epen. — Manche dem Wesen der Riesen verwandte Züge zeigen Bride, Ylias, den
Ortnit ains ungehewren mannes kint nennt, Ortn. 339, Wolfdietrich und einmal selbst der
fromme Oswald. Bride springt ohne den Stegreif in den Sattel, Or. XIII, 47 ff; dies wieder-
holt im Or.; Wolfd. D VIL, 159; s. dazu A. in DHB. IV; VI, 196; VIII, 48; sie waffnet sich
mit stählerner Stange, Or. XIII, 48; bestraft den Kämmerer mit Fußtritten, XII, 16; ebenso
den Zwerg Alban, den sic bei den Haaren greift, XVI, 23. Oswald straft seine Diener,
indem er ihnen die schiltvezzel um die Ohren schlägt, sie an den giel stößt und an den
Haaren durch die Stube zerrt, Osw. E. 3295 ff. Ylias faßt die Heiden und die Frauen bei
den Haaren und schlägt ihnen die Köpfe ab, Ortn. 329; tritt die Verwundeten in den Mund,
337, s. o.; vil küme wart er von der ungefüege bräht; dö het er im borschiere einer niwen erdäht,
340; wie Hache, Wolfd. DIX, 108, so will auch er den Streit ungefridet lassen, Ortn. 417.
Des jungen Wolfdietrich ungefüges Wesen Wolfd. A 235 ff; er läßt das Gesinde der Riesen
Rauch schlucken, D IV, 90; er hängt die mit den Bärten zusammengebundenen Mönche an
die Wand, X, 20.
Rother empfängt die Mannen, teilt ihnen sein Vorhaben mit und setzt, da Berchter
nicht daheim bleiben will, Amalger von Tengelingen zum Statthalter ein.
Er geht zu Schiff mit den Riesen und einer aus der großen Zahl der
Mannen ausgewählten kleineren Schar, — in recken wis, denn ‘der herverte ist ein tel
20 vi, 586. Ebenso wählt er auf den Rat der Getreuen bei der zweiten Fahrt aus der
Menge 30000 M. aus, 3620 ff;-30000, die besten, wählt Herbrant, Wolfd. D X, 55; ebenso-
viel Aaron aus der sammelunge, Osw. Pf. 1174 ff; zur Befreiung der Mannen nimmt Wolf-
712—747.
748—810.
811—826,
ey. In.
dietrich von 30000 nur 12000 mit, Wolfd. D IX, 29; 3000 ohne Auswahl, B 865. Morolt
rät ein Turnier zu veranstalten, aus dem michel teil werde er 10000 M. wählen, Salm. 371;
Oswald nimmt zu den 12 Goldschmieden 100 M. aus der Menge des Heeres, Osw. E.
2065, vgl. 2007.
Unterwegs läßt er die Mannen schwören im fremden Lande ihn nicht Rother,
sondern T’hiderich zu nennen; vgl. 721. — Auftreten des Helden unter anderm
Namen oder in Verkleidung, wenn er genötigt ist in fremdem Lande mit götin listin
eine Aufgabe zu lösen, die kein kindis spil ist, 814, kehrt in allen Spielmannsepen wieder,
und die Gestalt des Morolf, der in solchen Listen unübertroffen und zugleich der Typus des
schlauen, vielgewandten Spielmanns ist, s. Vogt OXXII erklärt, woher es kommt, daß in
allen Spielmannsepen sich dies Motiv wiederfindet, das der Dichter des Ortn. den klugen
Alberich folgendermaßen rechtfertigen läßt: “ein künic mac wol liegen durch sines libes nöt,
gefüege rede gehoeret vil dicke für den töt, 243. Es wird entweder der Name nur verschwiegen,
oder ein anderer angenommen, oder auch eine Verkleidung benutzt, letzteres dann mit dem
Namenwechsel verbunden. — Ueber die Uebereinstimmung jenes Zuges im Roth. mit Ths. 58,
wo Ösantrix auf der Heerfahrt zur Befreiung der von Melias eingekerkerten Boten sich König
Dietrich nennen läßt, s. Grimm a. O.; Rückert XXI. Ebenso nennt sich Maller, als er den
Freund sucht, Dietrich, LuM. 16; vgl. auch Bit. 1910 ff; wo für /ruote, wie sich Biterolf
nennt, die Lesart Diete sich findet. Ueber die Verknüpfung mit der Dietrichssage s. Anh. —
Rother-Dietrich giebt Konstantin gegenüber vor, er sei von dem mächtigen König Rother
seines Reiches beraubt, und bietet ihm seine Dienste an, 915 ff; ebenso Ösantrix-Dietrich
vor Melias, Ths. 59: er. will von Osantrix vertrieben sein; vgl. Biterolf bei Etzel, Bit. 1910 ft.
Eine Steigerung des Motivs der Namensänderung LuM. 2, wo der ritterliche Lother mit dem
feigen Otto den Namen wechselt. — Von den Verkleidungen ist am häufigsten die als Pilger,
wallender man, in walleres wise, ellender bilgerin, mit Stab und Tasche, auch mit dem palme
ausgerüstet und mit einem kotze bekleidet. In solchem Aufzuge tritt die junge Königin vor
Konstantin um durch List die Freiheit der Gefangenen zu erlangen, Roth. 2325 fi; Rother
und seine Genossen gehen, als es sich um Wiedergewinnung der Königin handelt, als Waller
in die Stadt, 3664 ff; 3694 ff; Salman, von Morolf mit Pilgertracht über der Rüstung und
einem stabeswert versehen, auf Fores Burg, Salm. 390 fi; nachdem vorher Morolf als Pilger
auf Kundschaft nach Salme ausgezogen war, 173 fi; vgl. 347 ff; wo er heimgekehrt sich
zunächst wieder für einen Wallbruder Morolfs ausgiebt. Bei der zweiten Kundschaft stellt
er sich aus den mitgenommenen Requisiten: roc, der was siden unde röt, zwöne rühe berte,
ein harpf, auch eine Pilgertracht her, 665 ff; wie Lother um als Pilger in die Stadt zu gehen
sich von einem Bettler einen Bart und einen Pilgeranzug kauft, LuM. 20. Princian geht um
Salme zu gewinnen selbzwölfter als Waller nach Jerusalem, Salm. 600 ff; wie Wolfdietrich
und 12 Genossen als Pilger die Befreiung der Mannen unternehmen, Wolfd. D IX, 46 ff; in
derselben Verkleidung erlangt dieser Eintritt in die Burg, in die sein Weib entführt ist,
B 426 ff. Sigminne, 799 ff. Liebgart; als Waller sucht Berchtung seinen Herm, 321 ff.
Orendel, der von seinem Gewande den Namen ‘Graurock’ erhalten, Or. VI, 14 f; erklärt
“ich bin ein ellender man durch goi zem heilegen grave gegän', IX, 9; Bride will in Pilger-
kleidern in ihr Land wallen, wird aber erkannt und gefangen, XXI; Orendel und Ise gehen
u H-
um sie zu befreien äne allen wert in die Stadt und geben sich für aus heidnischen Landen
entlaufene Gefangene aus, XXII, vgl. zu Roth. 2943 ff. Als Pilger stellt der Herr Oswalds
Mildihätigkeit auf die Probe, Osw. E. 3167 ff. — Erwähnt mag hier auch werden, daß Lother
seinen Freund Maller als Einsiedler, was dieser wirklich geworden, nicht erkennt, so daß
er mit dem Messer nach ihm wirft; Maller stirbt, nachdem er sich zu erkennen gegeben und
dem trauernden Freunde verziehen hat, LuM. 24, eine Scene, die in gewisser Beziehung an
Rol. 1989 ff. erinnert, wo Oliver dem Tode nahe dem ohnmächtigen Roland, den er nicht
erkennt, den Helm durchhaut und stirbt, nachdem er des Freundes Verzeihung erhalten. —
Als Kaufmann tritt der Spielmann auf, der Rothers Weib entführt, Roth. 3061 fi; Oswald
soll Bouge entführen in alle deme geberde als her wer eyn kawffmann, Osw. Pf. 575 f, dies
bestellt auch der Rabe, 800 ff; doch vergißt es der Dichter bei der Fahrt Oswalds, so daß
erst Aaron wieder sagt, ein Kaufmann habe seine Tochter entführt, 1169 f£ Dem entspricht
das Auftreten Oswalds und seiner Genossen als Goldschmiede, Osw. E. 2019 ff; 2135; 2203,
wa der Dichter, 2041 ft; prosaisch genug ist die 12 Ritter versichern zu lassen, sie seien
in der That früher Goldschmiede gewesen. Um in den Hafen von Suders zu gelangen giebt
Ortnit sich auf Alberichs Rat für einen Kaufmann aus, Ortn. 243 ff; s. DHB. IL Einl. XXVII,
A. 1. — Morolf tritt zuerst um seine Verstellungskunst vor Salman zu zeigen als Jude
auf, Salm. 158 fi; bei der zweiten Kundschaft als Schemmler, 617 ff; später auch als Metzger,
701 ff; und als Krämer, 708 ff; vorher als Spielmann, 688 fi; vgl. 254, wo er als Pilger
seine Gesclicklichkeit im Harfenspiel durch die Lüge erklärt, er sei früher ein Spielmann,
Stolzelin, gewesen. Zormerin-Maria und Maller-Dietrich ziehen als Spielleute aus um Lother
zu suchen, LuM. 16. — Als kunstfertige Prinzessin gewinnt Hugdietrich Hildburg, Wolfd.
B 21 ff; in Ritterkleidung entkommen Bouge und ihre drei Freundinnen aus der Stadt,
Osw. E. 2457 ff; wie Synoglar als Botschafter in Männertracht nach Pavia geht, LuM. 19.
Aus dems. gehören hierher: Maller kommt ins Heidenlager als Neffe des Heidenkönigs
Pynart, 9; giebt sich seinen Eltern nicht zu erkennen und kämpft gegen seinen verkleideten
Vater im Turnier, 17. — Dasselbe Motiv im HdB: Huon giebt sich um in Gaudisses Burg
zu kommen für einen Sarazenen aus, 162, Jerome sich für einen Neffen Yvorins und erlangt
so das Vertrauen Gaudisses, 181 f; Huon nennt sich Garinet, einen schiffbrüchigen Kauf-
mann aus Afrika, um als Diener des Spielmanns in die Stadt zu gelangen, 215 f. — Zu
erwähnen hier auch aus Osw.: der glänzend geschmückte Rabe für einen Engel gehalten
von dem Fischer, Pf. 677 ff; vgl. 621 fi; von den Meerweibern, E. 667 ff; er übt Verstellung,
wenn er dem Könige den Hauptzweck seiner Sendung verschweigt, Pf. 217 ff. — Auch
künstliche Entstellungsmittel werden angewendet: Morolf wendet u. aa. eine Wurzel an um sich
ein krankes Aussehen zu geben, Salm. 618, vgl. 646 ff; Maller färbt sein Gesicht mit
Kräutern, LuM. 9, ebenso er und Zormerin, 16, Synoglar, 19. — Bloßes Verschweigen des
Namens: Wolfdietrich gegenüber Liebgart, weil er erst seine Aufgabe, die Besiegung der
Drachen, lösen will, Wolfd. A 551 f; B 745; vgl. D VII, 29 ff; wo das Verschweigen des
Namens durchgeführt ist bis zu seinem Auszuge zur Befreiung der Mannen, IX, 15; Ortnit
gegenüber weigert er sich anfangs seinen Namen zu nennen, wird aber gerade auch an
diesem Trotze erkannt, B 368 f; gegenüber dem Messer werfenden Heiden bezeichnet er
sich als ein werder riter, D VI, 144; 153; als König Pilgerin von Troyen, B 551; 598; er
c
827 — 1222.
u SE: wei
giebt sich zu erkennen, nachdem er den ersten Wurf gethan, B 619, erst nach dem zweiten,
D VI, 618. Ortnit giebt sich um die Treue der Seinen auf die Probe zu stellen für einen
Heiden aus, der Ortnit erschlagen habe, Ortn. 203 ff. Auch Dietleib, der seinen Vater
sucht, verschweigt seinen Namen, Bit. 2814 ff; der gefangene Wolfhart sucht umsonst aus
Scham seinen Namen zu verbergen, 8921 ff.
Nach der Landung der Helden verbreitet besonders das Gebaren der
Riesen Staunen und Schrecken unter den Bürgern von Konstantinopel, die
die Kunde von den Fremden an den Hof bringen. Diese werden an einem
Östertage im Hippodrom von Konstantin und besonders freundlich von der
Königin empfangen. R.-Dietrich wirft sich vor dem Könige auf die Kniee
und bittet ihn um Aufnahme, wofür er seine Dienste anbietet; Rother habe
ihn aus seinem Reiche vertrieben, 827 ff. Asprian tritt mit dem Bein bis ans
Knie in die Erde, 941 ff; vgl. zu Roth. 630 fl. Der König ist über solche Stärke
erschrocken, befragt die Vornehmen und erklärt auf ihren Rat, R.-Dietrich
aufnehmen zu wollen. Er äußert, daß dessen Gefolge ihn bedenklich mache,
auch habe er geargwöhnt, sie seien um seiner Tochter willen gekommen;
Rothers werbende Boten habe er einkerkern lassen. Asprian wird zornig
und bedroht Konstantin, der ihn durch eine elende Ausrede zu besänftigen sucht, 944 ff.
Während die Fremden sich in dieHerberge begeben, wirft dieKönigin Konstantin,
den sie wegen seiner Feigheit verspottet, vor, er habe übelgethan, daß er Rother seine
Tochter versagt, 1030 ff. Das glänzende Auftreten R.-Dietrichs verschafft
ihm Ansehn; Konstantins Mannen bedauern, daß sie einem Feiglinge dienen,
1092 fi. Asprian giebt einen neuen Beweis seiner Stärke, 1146 ff. Die Königin
wiederholt ihre Vorwürfe: Konstantin habe thöricht gehandelt; denn Rother
müsse sehr mächtig sein, da er es vermocht habe Dietrich trotz dessen ge-
waltiger Mannen zu bezwingen; er solle die gefangenen Boten losgeben, 1172 ff.
— Der ganze Passus 827—1222 findet sich kürzer dargestellt und etwas anders angeordnet
wieder Ths. 59 u. 60: O.-Dietrich wirft sich vor Melias auf die Kniee, bittet, da Osantrix
ihn vertrieben habe, um Aufnahme und bietet ihm seine Dienste an; vgl. o. zu Roth. 811.
Melias ist bedenklich; O.-Dietrichs Macht erweckt seinen Argwohn, und er verweigert die,
Aufnahme; jener wiederholt umsonst seine Bitte. Während Konstantin, durch das Gebaren
Asprians, Roth. 941 ff; eingeschüchtert, gleich nach dem Rate seiner Mannen zu R.-Dietrichs
Aufnahme bereit ist, Asprian aber noch zweimal in Thätigkeit gesetzt wird, bis 1172 ff. die
Königin ihre Vorstellungen erneuert, tritt, Ths. 60, Widolf, als er hört, daß seines Herrn
Bitten und der Königstochter Oda Vorstellungen vergeblich sind, vor Zorn mit dem Bein in
die Erde. Nachdem er beruhigt ist, bittet O.-Dietrich zum dritten Male kniefällig; nun
wird Asprian zornig, schlägt Melias, Widolf sprengt seine Kette, — vgl. zu Roth. 1621 ff;
— und es erfolgt die Befreiung der Gefangenen. Die Haltung der Bürger, die O.-Dietrich
in die Stadt aufnehmen, Ths. 59, entspricht der der Mannen Konstantins, Roth. 1119 ff; die
Rolle der Königin hat in Ths. Oda; völlig überein stimmen die Worte, mit denen sie den
Königen vorhalten, wie thöricht es gewesen sei dem die Tochter zu versagen, der so mächtig
sei, daß er den um Aufnahme bittenden Fremden habe vertreiben können. — Die Königin
== 16 =
wiederholt ihre Mahnung, Roth. 1463 ff; 1795 ff. — Vgl. auch Osw. E. 941 ff: die Königs-
tochter wirft ihrem Vater seine Treulosigkeit gegen den Raben vor; ihre Rede ist umsonst;
dagegen 2187 ff: Aaron heißt Oswald und seine Genossen in ihrer Verkleidung als Gold-
schmiede sogleich freudig willkommen. — Ortn. 371 f. rät des Königs Weib, die guote heidenin,
ebenfalls dem Fremden die Tochter zu geben, da derselbe (so mächtig sei, daß er) Suders
genommen und die Leute erschlagen habe; worauf denn ein Faustschlag in den Mund die
Antwort des Heiden ist. — Zu der Bezeichnung die guote heidenin vgl. die göte kuningin,
Roth. 905; 2903; 4531; sonst heißt sie Constantinis wif, 2871; die vrouwe kuningin, 2855;
die edele k., 1463; oder einfach die k. — Vgl. auch Salm. 428: Fores Schwester; zu Roth. 2323 ff.
Auf Berchters Rat hält sich R.-Dietrich 14 Tage lang in der Herberge,
nimmt armes Volk und vertriebene Ritter auf, stattet sie aus und gewinnt
einen Anlıang. — Ths. 58: O.-Dietrich hat, nach dem Berichte der Männer vor Melias,
‘so manche Leute aufgenommen und alle gut behandelt’. LuM. 6: Lother gewinnt durch
seine glänzende Freigebigkeit in der Herberge Freunde; auch Maller hält in der Herberge
offene Tafel, 18. Zu vergl. HdB. 122 ff: Huon läßt in Tormont durch Jerome arme Leute
von der Straße zu Gaste laden. Während Lother die Hülfe des Wirtes gern in Anspruch
nimmt, lehnt Huon eine solche ab. Während die Freigebigkeit Huons nur dazu dient ihn
mit Eudes in Konflikt zu bringen, ist die Gewinnung eines Anhangs später für Rothers Be-
freiung von Wichtigkeit, s. zu Roth. 4109 ff.
Unter den bei R.-Dietrich Aufnahme findenden Rittern ist auch ein gräve Arnolt
mit seinem Gefolge; vgl. Roth. 4027 fi, 4043 ff; s. zu 4109 fi. — Arnolt der höchgemuot
unter Dietwarts Genossen bei der Schwertleite, Diet. 422; er heißt Aherzog, 1050; ist unter
den 4 Werbern Dietwarts, 950 ff; s. Rückert XIV.
Arnolt teilt Konstantin und den Seinen mit, wie freigebig Dietrich gegen ihn
gewesen sei. Die Königin klagt abermals über Konstantins Handlungsweise; seine Mannen
wünschen auch in des Fremden Dienst zu treten, wie es alle Verwandten Arnolts thun.
Auf die Bitte der jungen Königin, die begierig ist R.-Dietrich zu
sehen, von dem sie viel Rühmens gehört hat, veranstaltet Konstantin zu Pfingsten
ein höcgezite. — So hat auch Bride Interesse für den Graurock gewonnen und begehrt
ihn zu sehen, Or. IX; ebenso Zormerin für den unter dem Namen ‘Otto’ auftretenden Lother,
LuM 4 #f. — Daß bei einem Feste der Held die Dame, um die er wirbt, zum ersten Male
sieht, ist bekannt aus Nib. III, wo auch das Fest zu Pfingsten, 270, wie die Hochzeit Etzels
mit Kriemhild, 1305. Pfingsten als Zeit eines Festes oder besonders hervorgehobenen Er-
eignisses auch in den Spielmannsepen nicht selten: Oswalds Hochzeit, Osw. E. 3121 f;
Wolfdietrich erhält das Schwert, Wolfd. B 269; Salme beim Kirchgange wegen ihrer Schön-
heit bewundert, Salm. 10, wo 7 ff. an Nib. 280 ff. erinnern; an einem Pfingsttage begrüßt
Hugdietrich zum ersten Male Hildburg, Wolfd. B 73; wollen Berchtung und seine Söhne zu
Hofe gehen, D IX, 67; hält Karl d. Gr. Hof, HaB. 2. Im Mai: Hochzeit Woltdietrichs
mit Liebgart, VIII, 337; Schwertleite Dietwarts u. aa.
Bei der Herrichtung des Festplatzes im Hippodrom kommt es zu einem Streit
zwischen Asprian und einem Kämmerer des Herzogs P'riderich; vgl. Roth. 1652 ff. —
Herzog F. im Roth. nur hier. Im Salm.: herzog Friderich als Führer einer Schar im Heere
c *
1223 — 1392.
1393 — 1457.
1458 — 1522.
1523— 1600.
1601— 1620.
1621— 1776.
= DL =
Morolfs, 490; Führer der Tempelherrn, 561; zeichnet sich durch Tapferkeit aus, 566; er-
bietet sich zur Heeresfolge, 726; kämpft tapfer, 754; 757. Herzog Friderich von Raben,
Diet. 5755; 3012; 5730; als getreuer Lehnsmann des Berners genannt, 5830; auch hat
Ermenrich einen Sohn F., der in Dietrichs Pflege ist, 3835 ff; 3908 ff; und später im
Wilkinalande fällt, wohin er auf Sibichs treulosen Rat geschickt ist; Ths. 250 f£.
Prügelscene zwischen Asprian und dem Kämmerer. — Daß dergl. Scenen
in den Spielmannsepen beliebt sind, und die Fahrenden gerade Kämmerer gern in solcher
Weise leiden lassen, darüber Vogt CXXV f; Wilmanns a. O0. 291. Daß zwischen der Scene
im Roth. und Salm. 360-369 ein näherer Zusammenhang besteht, dürfte folgende Ver-
gleichung zeigen:
Roth. 1619 ff: der Kämmerer gebietet Asprian Salm. 363: der Kämmerer schlägt Morolf mit
Platz zu machen und sagt ihm, den Worten:
wie riche sin herre wäre: ‘daz habe dir, grözer betelman,
her wolde alsö türe sin wie getarst mit dime gehutze
sö der kunine Constantin. fur einen richen keiser stän’?
er sprach ‘nu rümit, gröze bulgän’.
Asprian und Morolf erwidern zunächst beide mit einer Drohung;
Roth. 1631 ff.: man solle den Zorn lassen Salm. 364:
‘biz 20 eime anderen mäle, ni häst dü gar ubel getün
sö iz hie heimlicher wäre, ich enwart nie m£& geslän
daz düchte mich wistüm getän. vor einem fursten lobesam.
hete ichs nit umer sunde,
ez muost dir an din leben gän.
Während Morolf nun sofort schlägt, thut es Asprian erst, nachdem ihm der Käm-
merer eine Bank umgeworfen hat.
Roth. 1646 ff: Salm. 365:
die hant her üf höf M. die füst twingen began
unde sclöc eme einen örsclach er yap dem kemerer einen slag...
daz eme der kopf al zobrach. daz er vor des kuniges fuozen lag.
Die Mannen des Herzogs gehen nach den Schilden, ebenso springen Salmans Mannen
auf; während aber letztere, von Morolf mit der Krücke bedroht, durch einen Wink zurück-
gerufen werden, zerreißt, Roth. 1661 ff; Widolt seine Kette, fällt mit der Stange über das
Volk her und mißhandelt den Herzog, auch nachdem ihm auf Asprians Geheiß die Stange
genommen ist. In beiden unterbleibt die Bestrafung des Uebelthäters, der Herzog ver-
zichtet auf dieselbe und,
Roth. 1774 ff: Salm. 368:
die gerouftin mit deme häre der kamerer muoste den slag vertragen,
die swigitin is zväre den im der waller heie geslagen;
swilche wis sie mochten.
wie es Roth. 578 f. von dem Herzog, den Berchter mit der Faust geschlagen hat, heißt:
der herzoge hete den schaden,
ime was ein michel slach geslagen.
=. 97:
Abgesehen davon, daß die Stelle im Salm. völlig überflüssig und später eingeschoben ist, s.
Vogt XXXVL, enthält sie auch in sich eine Unebenheit: 365 schlägt Morolf mit der Faust,
366 drolt er mit der Krücke, die seine Waffe bildet, 369 spricht der Kämmerer von dem
örenslag, der ihm von Morolfs wäfen gegeben sei. Im Roth. unterbricht die Scene den Zu-
sammenhang, die Vorbereitungen zu dem Feste, nicht nur nicht, sondern sie dient, wie das
Folgende zeigt, dazu den Respekt vor R.-Dietrich und seinen Mannen zu befestigen. Ueber-
einstimmungen mit Roth. zeigt auch Ths. 60, s. 0. zu Roth. 827 ff. Züchtigung eines Käm-
merers auch Or. XII, 16; des Hofgesindes, das den Pilger verjagen will, Osw. E. 3295 ff;
s. o. zu Roth. 630 ff; da aber diese Stellen Uebereinstimmung in Einzelheiten weder mit
Roth. noch mit Salm. zeigen, so läßt siclı wohl eine Entlehnung von Salm. 360—369 aus
Roth. annehmen.
Konstantin beklagt sich bei der Königin über das Verhalten der Fremden, erntet
aber nur neue Vorwürfe. Auf sein Geheiß erscheint seine Tochter in glänzendem Schmuck
mit ihrem Gefolge, vor der Menge der Gaffer gelingt es ihr aber nicht R.-Dietrich zu selıen,
der nach dem Feste mit seinen Mannen in die Herberge zurückkehrt.
Nach dem Feste rühmt man R.-Dietrich noch mehr. Die Prinzessin äußert
Herlint ihren Wunsch ihn zu sehen; diese erbietet sich ihn zu holen. Sie
teilt dem Helden das Verlangen ihrer Herrin mit. R.-Dietrichs Erwiderung,
man wolle seiner spotten, sucht sie zu widerlegen und erneut ihre Bitte; er
schützt darauf die Furcht vor den zahlreichen merkere vor; wenn es bekannt
wird, sagt er 2003 ff, ‘so virbütit mir daz riche Constantin der here, sö mözich
immer mere vluchtich sin vor Röthere unde ne mach mich niergin generen‘. Er
giebt ihr von 2 goldenen und 2 silbernen Schuhen je einen mit, die beide auf denselben
Fuß passen. Herlint berichtet der Prinzessin; diese kauft ihr die Schuhe ab, und da sich
beim Anziehen derselben der Mißgrift herausstellt, läuft Herlint auf ihre Bitte noch einmal
zu R.-Dietrich, so eilig, daß sie dabei der zucht und vrouwelicher gange vergißt. — An die
Wendung dö höb die magit wol getän ir wät lossam vaste an de knie, 2089 ff; erinnert Salm.
431: die maget huop üf ir wät, sie ging (uber hof) in eine (schöne) kamenät. — Die Magd
bittet R.-Dietrich ihr die andern Schuhe zu geben und selber zu kommen. Noch einmal
schützt er die Furcht vor den Aufpassern vor, Herlint aber beseitigt seine Bedenken, erhält
die Schuhe und bringt fröhlich ihrer Herrin Kunde. — Zu vergl. Salm. 213—222: eine junge
herzogin teilt der Königin mit, daß Morolf einen verborgenen Panzer trägt; jene heißt den
Pilger vor sie zu führen, damit er ihr möre sage. die maget huop sich zuohant uber hof dä sie
Mörolf vant, und teilt ihm den Wunsch der Königin mit. Morolf bittet: n& läz mich ruon
bitz morn gein tage’; sie erneuert ihre Forderung, und Morolf hete angest um den lip: er
begunde sere furchten Salıne daz mortgrimme wip. Die Magd berichtet ihr, und es wird nicht
weiter in Morolf gedrungen, der am nächsten Morgen, als Fore auf die Jagd geritten ist,
vor sie tritt. — Die junge Herzogin tritt nur hier auf; daß Morolf einen Panzer unter dem
Pilgergewande trägt, ist vorher nicht erwähnt; Morolf geht nicht mit, giebt am nächsten
Morgen keinerlei Auskunft, und die Entdeckung der jungen Herzogin ist vergessen. Deshalb
diese Stelle im Salm. für später eingeschoben zu halten; Vogt XXXV; XL. — Daß die
1777 —1908.
1909— 2150.
2151— 2322.
=. 99.
Königin den Helden, dessen Absieht es ist sie zu erwerben, durch eine Mittelsperson vor
sich führen läßt, auch Wolfd. B, A. zu 426: /’römuot, Sigminnes Magd, findet Wolfdietrich
am Brunnen; er sendet sie mit einem Ringe zu ihrer Herrin, und diese läßt durch sie
Woltdietrich in die Burg laden; Or. IX: Bride hat mit Bewunderung des Graurocks Leistungen
im Turnier gesehen und läßt ihn durch den Herzog Schiltwin auffordern vor ihr zu er-
scheinen; er verspricht zu kommen, sobald er sein Werk auf dem Turnierplatze beendet
habe. — Nur Roth. 1909 fi. bietet genauere Uebereinstimmungen mit Salm. 213—222: in
beiden die Bitte der Königin von der Botin zweimal ausgesprochen, vom Helden ihre Er-
füllung das erste Mal mit einer wenig bedeutenden Ausrede abgelehnt, das zweite Mal die
Ablehnung mit der Furcht vor einer Gefahr motiviert; Roth. 2016 ff. verursacht Konstantin
die Furcht, Salm. 221 wird zwar Salm& daz mortgrimme wip genannt, 224 aber Fore entfernt,
damit die Begegnung vor sich gehen kann. Da nun im Roth. die Stelle durchaus in den
Zusanmenhang paßt, Herlint allein unter der Prinzessin Frauen wiederholt redend auftritt,
sie 2089, wo sie zu R.-Dietrich läuft, magit heißt, sonst erouwe Flerlint, 250, 1927; einfach
Herlint 1535; 1939 ff; im Salm. aber die betr. Stelle als späterer Zusatz anzusehen ist, in
welchem 218; 221; 222 die magit eintritt für die junge herzogin, so ist wohl Roth. 1909 ft.
als Quelle für Salm. 213—222 anzusehen.
Während auf Berchters Veranstaltung die Riesen die Aufmerksamkeit auf sich
lenken, begiebt sich R.-Dietrich zu der jungen Königin, die ihn bittet ihr die Schuhe an-
zuziehen. Indem sie ihren Fuß auf sein Bein gesetzt hat, fragt er sie listig, welcher von
allen ihren Bewerbern ihr am besten gefalle. Sie erkennt ihm hohen Preis zu, zum Manne
aber würde sie den Helden Rother nehmen, dessen Boten im Kerker lägen. Als R.-Dietrich
erklärt hat, er wolle ihr Rother bald bringen, und sie den Verdacht ausspricht, daß er nicht
von Rother vertrieben, sondern als Bote gesandt sei, giebt er sich als Rother zu er-
kennen mit den Worten Yü stent, dine vöze in Rötheris schöze’, 2261 f. Sie ist erschrocken
und erfreut zugleich und bereit ihm zu folgen, wenn er wirklich Rother sei. Daß er es sei,
sagt dieser, werde sie erkennen, wenn die Gefangenen ihn sehen könnten. Es wird ver-
abredet, daß sie dieselben von ihrem Vater losbitten, und R.-Dietrich die Bürgschaft für
sie übernehmen soll. — Ths. 61 zeigt hinsichtlich des Inhalts Uebereinstimmung: Osantrix
erklärt, er wolle Oda zu seinem Herın führen; die Erkennung findet beim Anziehen der
Schuhe in derselben Situation und mit ganz ähnlichen Worten seitens des Helden statt;
auch Oda empfängt denselben freundlich. Abgesehen von dem Unterschied, daß auf Odas
Aeußerung, sie sei in seiner Gewalt, Osantrix ihr erst den silbernen, dann den goldenen
Schuh anzieht, und beide passen, während R.-Dietrich es erst auf der Prinzessin Aufforderung
thut, und nachdem die Verhandlungen mit Herlint vorangegangen, besteht eine wesentliche
Verschiedenheit in der Stellung der betr. Scenen im Ganzen der Dichtungen: ÖOsantrix ist
Sieger über Melias; die gefangenen Boten sind befreit, Oda, wie sie selbst sagt, in seiner
Gewalt; unmittelbar nach der Erkennungsscene führt Osantrix sie heim. Rother dagegen
will erst mit der Prinzessin Hülfe die Befreiurg der Gefangenen bewirken, die zum Haupt-
motiv geworden ist, s. zu Roth. 13 fi; so daß nach der bedingungsweisen, vorübergehenden
Befreiung erst noch der Kriegszug gegen die Heiden in Scene gesetzt wird, damit Rother
freie Verfügung über die Mannen und Gelegenheit gewinnt die Königstochter zu entführen.
98 —_
Vgl. Rückert XXIII f; wo die aus der Verwandtschaft der Scenen auf das Verhältnis der
Dichtungen zu einander zu ziehenden Schlüsse.
Um die Verfügung über die Gefangenen zu erhalten tritt die Junge
Königin im Pilgergewande vor ihren Vater mit den Worten, sie wolle außer
Landes gehen, um ihre Seele zu trösten. Auf des Königs Frage, was sie
begehre, erbittet sie die Gefangenen für drei Tage in ihre Pflege. Da R.-Diet-
rich die Bürgschaft übernimmt, gewährt der König die Bitte; die Gefangenen
werden aus dem Kerker geführt und auf Veranstaltung der jungen Königin
gekleidet und bewirtet. Während sie beim Mahble sitzen, spielt Rother hinter
einem umbehanc die Harfe, und schon beim ersten Leich erkennen sie in dem
Spieler ihren Herrn. — Gröber ist das Mittel, das der Dichter des Osw. die Königs-
tochter zu gleichem Zwecke anwenden läßt: Bouge erklärt um den gefangenen Raben in
ihre Obhut zu bekommen ihrem Vater, sie wolle außer Landes gehen, und zwar mit einem
Spielmann, wovon er immer Schande haben werde, Osw. E. 979 ff; vgl. LuM. 16, wo Maller
und Zormerin als Spielleute sich zu dem Kerker des gefangenen Lother Eingang verschaffen.
— Wie im Roth. die Prinzessin sich der Gefangenen erbarnmt und sie für eine Frist in ihre
Pflege erbittet, so Bouge den Raben, Osw. Pf. 373 ff; E. 971 ff. Salme wird, von dem Zauber
eines Ringes beeinflußt, dem gefangenen Fore hold, der gegen Morolfs Rat in ihre Obhut
gegeben ist, so daß sie ihm die Bande löst und zur Flucht hilft, Salm. 90 ff. Vgl. auch
Wolfd. A 163: die Königin erbarmt sich des unschuldig gefangenen Berchtung und der
Seinen; Laur. 1243 f: Künhilt des gefangenen Dietleib; Wolfd. D V, 199 ff: ein Heide des
gefangenen Wolfdietrich. — Mit Roth. 2323 ff; wo die Forderung der Befreiung der ge-
fangenen Boten vorher wiederholt von der alten Königin gestellt ist, während diese 1813 —
2855 verschwindet, ist zu vergl. Salm. 428—437: Salman steht hinter dem umbehanc; Fores
Schwester bittet den Bruder jenem sein Weib zurückzugeben; als er es verweigert, tröstet
und erquickt sie den Gefangenen, erklärt, nachdem er den Wunsch geäußert hat sie mit
nach Jerusalem nehmen und taufen lassen zu können, sie würde ihm gern über See
folgen, und ermahnt ihn um seines Lebens willen gefügig gegen Fore zu sein; 452—476:
sie hat Mitleid mit dem gefangenen Salman und erbittet ihn für eine Nacht in ihre Obhut,
indem sie ihr Haupt zum Pfande setzt; sie wirft die Fesseln weg, führt ihn in ihr Gemach,
erquickt ihn mit einem Trank, dingt zur Unterhaltung einen Spielmann, und Salman spielt
die Harfe vor ihr. Sie bietet ihın an ihn zu befreien, was er aber zu ihrem Bedauern
ablehnt. Beide Stellen und die zur Wiederherstellung des Zusammenhangs dienenden
477—479 sind nach Vogt XXXVI f. mit Berücksichtigung der in der Schachspielscene den
Zusammenhang störenden 230—237, in denen Fores Schwester eingeführt wird, interpoliert;
Wilmanns a. O. 287 f. erklärt sich gegen die Athetese des Ganzen 452—479, scheidet aber
aus demselben einzelne Strophen als jüngere Zusätze aus. Daß zwischen Salm. 428—437,
452—476 und Roth. 2323 ff. eine Verwandtschaft besteht, kann kaum zweifelhaft sein, wenn
auch die Gestalt der Schwester Fores nicht mit Rückert X einfach für eine Verschmelzung
der alten und jungen Königin anzusehen, sondern, wie Vogt LXVIII ff. zeigt, vgl. Wilmanns
a. 0. 283, andern Ursprungs ist. In beiden Gedichten ist es die Prinzessin, die die Be-
freiung der (des) Gefangenen verlangt und für eine bestimmte Frist durchsetzt; in beiden
2323— 2541.
2542 — 2562.
= DU
erquickt sie die (den) Gefangenen; Konstantins Tochter will Rother als ihrem Manne folgen,
Fores Schwester Salman; und wenn Rother im Beisein der Prinzessin hinter den Vorhang
die Harfe spielt, und die Gefangenen ihn an dem Spiel erkennen, so konnte, bei der Art, wie
die Spielleute Motive entlehnen, der Verfasser der betr. Strophen im Salm. sich durch die
übrigen Uebereinstimmungen wohl veranlaßt sehen auch Salman, den er vor 428 hinter dem
Vorhang fand, und der bis 437 hinter demselben geblieben war, selbst zur Harfe greifen
zu lassen, nachdem die Einführung des Spielmanns erfolgt war. Es sind also wohl Salm.
4938— 457, 452—479 in der vorliegenden Form zusammengearbeitet aus der slavischen Fort-
setzung der Wealthariussage entstammenden — s. Vogt und Wilmanns aa. O. — und dem
Roth. entnommenen Motiven. — Zu Salm. 417—427;, 438 vergl. Wolfd. B 430 fi. und zu
Roth. 3834 ff. — Eine auffallende Parallele bietet hier HdB. 174 fi: Esclarmonde ist von Liebe
zu dem gefangenen Huon ergriffen und bietet diesem die Freiheit an, wenn er sich ihren
Wünschen ergeben wolle. Huon verweigert es, da sie Sarazenin sei, worauf sie ihn, nachdem
er noch drei Tage im Kerker gelegen, bittet sie mit nach Frankreich zu nehmen; als er
sich dazu bereit erklärt, verspricht sie an Gott zu glauben und läßt ihm ein Mahl bereiten.
182 ff: Jerome wird Hüter der Gefangenen, geht mit Esclarmonde ins Gefängnis, wo die
Wiedererkennung zwischen Huon und Jerome erfolgt. — Vgl. auch Wolfd. B 562 fl; DVI,
44; 46; 82 fi: die Tochter des leidenkönigs, von Liebe zu Wolfdietrich ergriffen, rettet
diesem das Leben, indem sie den twalın auf die Erde gießt, und verlangt seine Liebe, die
er ihr versagt, weil sie an Mahomet glaube; ebenso Wolfdietrich gegenüber dem ungeheuren
Meerweibe, Wolfd. A 489, der rauhen Else, B 316; 333 ff. — Umgekehrt versagt Bride
die von ihr verlangte Vermählung dem Sinold, Or. XXI, 20 ff; dem Wolfrat, der einen
Schlaftrunk bringen läßt und, selber durch denselben betäubt, getötet wird, XXIH, 69 fi;
vgl. Liebgart und Billung, Wolfd. B 801; Sigminne und Drasian, B 427 und ö A. zu 426;
auch Liebgart und Wolfdietrich, D VIII, 276. Esclarmonde ist zwar mit Galafre verheiratet,
ihm aber noch nicht zu Willen gewesen, HdB. 242. — Das bloße Schwert, das Wolf-
dietrich zwischen sich und die Sarazenin legt, Wolfd. B 580, auch Gotfr. Trist. 437 (Massm.)
und Or. XII, 49, wo ein besonderes Gebot der Keuschheit es motiviert, das sich auch
findet Osw. E. 3416; Pf. 1365 ff, HdB. 200.
Nach drei Tagen werden die Gefangenen wieder in den Kerker geführt, dort aber
wohl gepflegt; auch hat die Jungfrau von der Herberge aus einen unterirdischen Gang,
hol zö berge, nach dem Kerker graben lassen, der einen ungestörten Verkehr mit den Ge-
fangenen ermöglicht. — Salın. 636: ein röre under der erden bildet den Zugang von Princians
Wohnung zu dem wizen steine, 634, der clöse, 637; 714 ff; in die Salme verwirkt ist; vgl.
716; 739; 741; 744; das Fenster der clöse, 739 ff; vgl. Osw. E. 784 fi: die junge Königin
ist von ihrem Vater in eine Kammer versperrt, in der nur durch das gläserne Fenster ein
Lichtschein auf sie fällt; dabei die Bemerkung als uns daz buoch vergiht, 786; das Fenster im
Gemach der Prinzessin auch Pf. 975. — Ein drunne bildet den Eingang zu der Burg, in
die Billung die Liebgart entführt, Wolfd. B 796, und auf diesem Wege führt der Zwerg
Wolfdietrich ein, 802; 805, den Liebgart vom Fenster aus erblickt hat, 799, wie vorher
die entführte Sigminne ihn vom Fenster aus sah, 426. Vgl. die Beschreibung der fossiure,
klüse, Gotfr. Trist. 428 (Massm.). — In einen unterirdischen Kerker führt der Zwerg Alban Bride,
au... 96
Or. XVI, Laurin Künhilt, Laur. 755 ff; vgl. DHB. III Einl. LXIIIL. Im Roth. und Salm. ist
das Motiv wohl aus dem Zwergmärchen entlehnt, wo als Hülfsmittel die Tarnkappe an-
gewendet; s. zu Roth. 3084 fi.
König Ymelöt und 72 Könige von wöster Babilönje bedrohen Konstantin
mit Krieg. Dieselben 3770 f; vgl. 2596 und zu Roth. 6; Ymelot von w. B. 3035 ff; 3812 f;
30 Könige von w. B. 3818 f; vgl. 3842 f; 3999 f; 4243 f; 4545 f. “Wüste Babilon’ häufig
als die Heimat mächtiger heidnischer Könige, die der Held bekämpft; so 72 Könige zer w. B.
unter dem König Beligän, Or. II, 15; üph w. B., XXI, 23, van w. B. XXIU, 35; 2 heid-
nische Könige v. B., Elemi und Durjän, XVIL, 2 fi; Wolfrät und Daniel führen Bride ubır
w. B. zu Sinold ze Monteval, XXI, 18; derselbe Weg XXII, 19; XXI, 42. Olfän v. B.
bekriegt Hugdietrich, Wolfd. B III, 10; unter den heidnischen Königen ist auch einer v. B.,
LuM. 22; Merciän v. B. als Lehnsmann Etzels, Bit. 307; en Babilune Baligant, der Admiral,
Rol. 2614; Babilone, la mirable chite, die Residenz des Gaudisse, HdB. 70. — Wöste Ascalon
Heimat der Heiden, Or. XII, 1; 6; XII, 1. Vgl. zu Roth. 4207 ft.
Ein Bote bringt Konstantin die Nachricht von dem Nahen der Heiden; als dieser
auf seine Macht pocht, warnt ihn der Bote, der die Macht der Feinde schildert,
vor Uebermut. — Heimkehrende Boten schildern die Macht der zu bekämpfenden Feinde,
besonders die Person und das Gebaren des Anführers derselben: sehr anschaulich der von
Tarias nacı dem Kloster Tischcal gesandte, Wolfd. D X, 32 ff; noch drastischer, indem er
den empfangenen Faustschlag seinem Herrn übermittelt, der Herzog Daniel, Or. XVII, 2+ ff.
Der König ist bekümmert, R.-Dietrich aber tröstet ihn, indem er ihm
Hülfe in Aussicht stellt, wenn er die Gefangenen losgeben wolle. Konstantin
gewährt die Bedingung. Ebenso Gaudisse in Trauer, da er keinen Kämpen dem Riesen
Agrapart entgegenzustellen hat, HdB. 191; er verheißt Huon und allen Franzosen die Freiheit,
wenn er ihn von dem Türken (Riesen Agrapart) befreien werde, 192. Daß der Gast dem
Wirt gegen Feinde beisteht, auch LuM. 7 u. 8: Lother steht Orschier gegen die Heiden bei;
er will nicht eher vor dem Könige erscheinen, als bis er dessen Dank verdient; vgl. Or. IX.
Mit der Einwilligung Konstantins, 2613—2620, sind die Gefangenen befreit;
s. zu Roth. 13 ff; über die entspr. Stelle der 'Ths. zu Roth. 827 fi. — Wolfd. D IV erfolgt
die Befreiung der von den Riesen gefangenen Söhne Berchtungs, nachdem Wolfdietrich die
Riesen besiegt und sich mit Gewalt in den Besitz der Kerkerschlüssel gesetzt hat. B 865 ft;
D IX, 29 ff. findet ebenfalls ein Kampf zu ihrer Befreiung statt, nachdem auf das Gebet der
Gefangenen ihre Fesseln abgefallen sind. Vgl. Osw. E. 2483 ff: die Schlösser des Thores
öffnen sich auf das Gebet Bouges; Pf. 1104 ff. auf das Gebet Oswalds.
Sie ziehen den Feinden entgegen; R.-Dietrich und die Seinen übernehmen in der
Nacht die Vorhut.
Lupolt ermahnt die Ricsen mit ihren glänzenden Halsbergen nicht
üz der dicke zu kommen, damit sie sich nicht verraten. Vgl. Wolfd. D V, 164:
Wolfdietrich bleibt, damit ihn sein im Mondschein leuchtender Harnisch nicht verrate, die
Nacht über im Walde; ebenso 183.
Ymelot wird überfallen, gefangen und von R.-Dietrich Konstantin übergeben.
d
2563 — 2573.
2579 — 2600.
2601— 2620).
2621— 2712
2715-717.
2118— 2822.
2823— 2848,
2319 — 2376.
2E7T7—R2942.
2943—2986.
=. .90: we
Konstantin sendet R.-Rietrich als Boten voraus um den Frauen den
Sieg und seine nahe Rückkehr zu melden; vgl. Nib. 221 ff: Gernot sendet nach dem
Siege über die Sachsen einen Boten nach Worms voraus; 496 ff: Siegfried voraus um die
glückliche Werbung Gunthers zu melden; ebenso meldet ein Bote die Heimkehr Dietwarts
mit Minne, Diet. 1795 ff; Graf Hartman die bevorstehende Ankunft Amies, Wolfd. D IX, 192.
R.-Dietrich kommt mit seinen vertrauten Mannen nach Konstantinopel und meldet
den Frauen, Konstantin sei geschlagen; er selber sei entronnen und wolle weg übers Meer
fliehen. Die Königin und ihre Tochter bitten ihn sie mitzunehmen. Vgl. die an Salman
gerichtete Bitte der Schwester Fores, Salm. 511.
R.-Dietrich führt sie unter Begleitung einer großen Volksmeuge zum Gestade; so-
bald die junge Königin im Schiffe ist, fährt er mit ihr ab, indem er der Mutter zuruft,
Konstantin sei Sieger; sie solle ihm sagen, er, der nicht Dietrich, sondern Rother heiße,
habe seine Tochter mitgenommen. Die Königin wünscht erfreut darüber ihm Heil und kehrt
lachend in den Palast zurück.
Während Rothers Abwesenheit ist der Statthalter Amalger gestorben; aus dem
Kampfe um die Nachfolgerschaft in seiner Würde ist sein Sohn Wolfrät, 2961, sobald
dieser die Ritterwürde erlangt hat, 2958, hervorgegangen, der den heimkehrenden König als
seinen Herrn empfängt. — Wolfrat erscheint als Verwandter, neve, Lupolts, 3440, Rothers, 3415 ff e
der selber wieder als sein eve bezeichnet wird, 3583; 4202; vgl. über die Bedeutung des Wortes
auch Rückert zu 3332 und den Wechsel in den mit dew Worte oeheim bezeichneten Ver-
wandtschaftsgraden, besonders hervortretend im Ortn., wo Ortnit als Kind der Schwester des
Ylias, 17, 28; 55, diesen oeheim nennt, 12; 339; 464; vgl. 532; während Ylias den Neffen
mit demselben Worte anredet, 297; 462; vgl. 317; so die Anrede nids, ohne daß überhaupt
auf ein Verwandtschaftsverhältnis Rücksicht genommen wird: Huon so angeredet vom Abt,
HaB. 21; vom Pabste, 77 f; von Eudes, 127; von Sebile, 145; Jerome von Esclarmonde,
195. — Wolfrät heißt junger helit, Roth. 3476; helit, 3582, 4201; der Junge man, 3568;
3672; der wigant, 4656; 4742; bei der Heerfahrt nach Konstantinopel erscheint er, der riche
din overmöte mit wisdümes sinne, 4348 f,; der alliz guot verdienet hät, 4356, unter den Beratern
Rothers, 3616; 3673; 4355; er ist bereit ihm zu helfen, 3404 ff; führt ihm seine Mannen,
die beirische diet, zu, 3577 ff; führt das Heer zu Schiff, 4742; wird namentlich von Asprian
zu Rothers Befreiung gerufen, 4201 ff; wird belehnt mit Österriche, Behein und Pölän, 4867 ff;
vgl. Bit. 1035 ff: Wolfrat in Österlant von Biterolf besiegt. — Ueber den Wechsel von
Wolfrät und Wolfhart Rückert zu 2958. Wolfhart der kiene in den Spielmannsepen nur Wolfd.
D IX, 221, als Sohn Mergarts und Enkel Herbranis; an den charakteristischen Zug dieses
Wolfhart der ostgothischen Dietrichssage erinnern im Roth. nur 4337 ff: dö hete Wolfrätis
zorn gemachit blütige spor, dife gerwundin, u. s. w.; vgl. Rückert zu 2977 und u. Anhang,
Beziehungen zu aa. Sagen. — Daß im Or. Wolfrat erst später eingeführt ist, dafür spricht
abgesehen davon, daß dies mit dem Zusatze als iz in dem liede stät, XXI, 16, geschieht,
auch Folgendes: in XXI erscheint Wolfrat als Untergebener Sinolds, dem er Bride zuführt;
XXI, 64 fi. nach Sinolds Tode wird ihm Bride zugeführt; er verlangt ihre Minne, die sie
ihm verweigert, läßt einen Schlaftrunk bringen, trinkt selbst und schläft ein um von Dencian
getötet zu werden. Wenn diese Versuchung der Keuschheit Brides nicht erst später hin-
oe HR
zugefügt wäre, — denn nur den Zweck können nach 72: “wie nu? kunich her! sie blivet maget
immer mer’! XXIU, 64—72 haben, und sie wieder haben das Auftreten Wolfrats XXI, 16
veranlaßt, — so würde wohl die ihr drohende Gefahr auf eine für sie oder für Orendel
rühmlichere Weise überwunden worden sein. Allerdings können, wenn man mit Ettmüller XXI,
14—XXID, 63 für eine für sich bestehende Hinzufügung hält, XXIII, 64—72 ohne Störung
des Zusammenhangs nicht fehlen, wohl aber könnte man XXI, 1—XXIV, 3: Verlust und
Wiedergewinnung des h. Grabes, vgl. Haupt Zeitschr. XII, 387 ff; für später hinzugefügt
halten, da mit XX, 34 Orendel seinen Zweck erreicht und Bride heimgeführt hat, auch an
XX, 34 sich XXIV, 4 sehr gut anschließt. Die die Notwendigkeit der Wiedergewinnung des
h. Grabes motivierenden Strophen XIX, 16—17 könnten ohne Störung des Zusammenhanges
fehlen; es involvierten aber auch die Worte ‘denen befahl man das h. Grab, daz gävens sider
umbe scat', dieselbe für den Dichter vielleicht ebensowenig, wie die Bemerkung Ymelöt virlös
:ö Jerusalem sint den Üif, Roth. 2578, den Dichter zu einer Darstellung von Ymelots Tode
veranlaßt. Für die Verwandtschaft des betr. Abschnittes im Or. mit Roth. sprechen außer
übereinstimmenden Situationen, die angef. zu Roth. 811 ff; 3644 ff; 3694 ff; 4109 ff; auch
Or. XXI, 35: das sähen van Babilönje zwen ind sivenzich kunige, und 41: daz heildöm banthi
an den scaft; hi reit z’allervorderöst. Daß übrigens der Spielmann, der jenen Anhang im Or.
verfaßte, auch echte Bestandteile deutscher Sage verwendet hat, setzt Müllenhoff a. O. |,
39 f. auseinander.
Dem heimkehrenden Konstantin teilt die Königin spottend mit, daß
jener Dietrich kein anderer als Rother selbst gewesen sei und ihre Tochter
entführt habe. Osw. E. 2591 ff: die alte Königin erzählt lachend dem heimkehrenden Aaron,
ihre Tochter sei mit den Goldschmieden von hinnen.
Konstantins Trauer. Ymelot entflieht. Ein Spielmann erbietet sich, als Kaufmann
verkleidet Rother die Königin wieder zu entführen. — Entführung und Wieder-
entführung ist ein in allen Spielmannsepen wiederkehrendes Motiv, das in etwas anderer
Form auch Or. XXI-XXIN, in der Gefangennehmung und Befreiung der Bride. Rother
entführt die junge Königin, indem er durch List Konstantin fernhält und von der alten
Königin zunächst noch für Dietrich gehalten wird, Roth. 2877 ff. Der Spielmann entführt sie
ihn wieder, während er fern, und auch Lupolt, ihr Hüter, abwesend ist, unter Anwendung
einer Verkleidung, s. o. zu 811 fl; und eines vorgeblichen Zaubers, s. u. zu 3084 fi. Durch
einen Spielmann wird auch Salme entführt, indem zugleich ein Zauber als Hülfsmittel benutzt
wird, Salm. 109 ff; 119 fi; 145; als Pilger verkleidet entführt sie Princian, nachdem er mit
Hülfe eines Ringes ihre Liebe gewonnen, 600 fi. Oswald und seine Genossen entfernen als
Goldschmiede verkleidet durch den vergoldeten Hirsch den König um seine Tochter zu ent-
führen, Osw. E. 2273 ff; 2497 ff; ebenso Oswald als Kaufmann, nachdem Gott auf sein
Gebet den Hirsch gesendet, Pf. 1041 ff; 1144 fl; durch dasselbe Mittel lockt Drasian Wolf-
dietrich hinweg um Sigminne zu entführen, Wolfd. B 389 fi. Ueber die Entführung durch
Zwerge Simrock Myth. 454 f; der Hirsch mit goldenen Geweih, — s. zu Roth. 3084 fi. —
der Menschen ihn zu verfolgen verlockt, häufig in der deutschen Sage, s. Simrock a. 0.
354, vgl. 454. Vgl. auch Salın. 224: Fore reitet auf die Jagd, damit die Zusammenkunft
der Königin mit Moroli stattfinden kanu. — Billung verstiehlt mit Hülfe der Tarnkappe
d’
2987 — 5012.
3013 — 35083,
308+-—3161,
= HR u
Liebgart, während Wolfdietrich entschlafen ist, Wolfd. B 795. — Daß während des Schlafes
dem Helden die Gefahr naht, kehrt im Ortn. und Wolfd. mehrmals wieder: Alberich ver-
bietet Ortnit einzuschlafen, Ortn. 560; während dieser schläft, überfällt ihn der Wurm,
568 fi; ebenso Wolfdietrich schlafend, als der Wurm naht, Wolfd. A 581 ff; B 516 fi; der
wilde Mann stiehlt ihm sein Schwert, während er unter einer Linde entschlafen ist, 716;
ebenso A 469 fi. das Meerweib; vgl. B 311: die rauhe Else schläfert ihn durch Zauber ein
und nimmt ıhm Roß und Schwert; ebenso 317 ff; wo sie ihn zum töre macht. Seine Ge-
nossen werden unter einer Linde ruhend von den Riesen überfallen, D IV, 1 ff; die Linde
hat die Kraft den unter ihr Ruhenden 3 Tage im Schlaf zu halten, B 516; vgl. zu
Roth. 3084 ff.
Ueber den Typus des Spielmanns s. Vogt CXXILf; vgl. DHB. IV Eil.
XLVI f. Der schlaue Morolf ist das Muster eines solchen. Als listiger Bote erscheint der
Spielmann auch Roth. 3060 ff; als Bote berichtet ein solcher Konstantin in ergötzlicher
Weise die Prügelscene im Hippodrom, 1710 ff; den Hergang des Kampfes unter dem Galgen,
4299 ff, Charakteristisch für die Begehrlichkeit seines Standes sind die bildlichen Wendungen,
die er gebraucht: “där gay einer daz föter mit der lengistin röten’, 1718 f, där gevit der helit
Widoli beide spise unde solt', 4311 f. Darüber, daß der Riese ihn selbst unsanft vom Platze
entfernt hat, scherzt er: “ch stönt ime ouch vor deme liechten’, 1730. IJsine Züchtigung von
100 Spielleuten läßt der Riese Grimme mit den zugeweichen staven vollziehen, 4293 fi. Zu
den Botenberichten vgl. 0. zu Roth. 2579. — Beim Feste dringen auch die varınde diet
hinzu, und R.-Dietrich schenkt einem armen Spielmann seinen Mantel, 1882 ff; ebenso
Wolfd. D IX, 207: bei dem Feste in Garten wird mancher varnde man reich. — Daß sonst
der Spielmann auch als Possenreißer auftritt, zeigt Roth. 2169 f; s. o. zu 630 ff; wie denn
im Roth. die Riesen in erster Linie das possenhafte Element bilden; vgl. Vogt a. O.; DHB.
a. O. und II Einl. XXXV, wo hinzuzufügen Osw. E. 1280: der Rabe verlangt, Oswald solle
ihm zu essen und zu trinken geben lassen, ‘sö mag ich dester baz mit iu wisheit pflegen’; er
klagt über schlechte Verpflegung, 1779 ff; 1895 ff; Pf. 835 ff; macht sich das Küchengesinde
zu Freunden, 314 ff; Scherze des Graurocks, als er den Riesen samt seinem Elefanten, den
er nachher den Fahrenden iüberläßt, niedergeworfen hat, Or. X, 18 f. — Die Drohung Bouges
ein Spielweib zu werden, wovon ihr Vater immer Schande haben werde, Osw. E. 985 ff;
zeigt, daß der Spielmann seinen eigenen Stand nicht besonders hochachtet. — In LuM. hat
Maller die Rolle Morolfs: er schlägt und höhnt den feigen Otto, 2; beichtet vor Zormerins
Ohren das Geheimnis der Erde, 4; setzt sich mit Zormerin als Spielmann verkleidet neben
die andern Spielleute, greift sogleich nach einer Schale Weins und leert sie auf einen Zug,
wofür ihm dann von den Pfeifern die Anerkennung wird: ‘Grüß’ dich Gott! wir sehen wohl,
du bist unser einer. — Bemerkenswert HdB. 148, wo der Jongleur, den Vortrag der zweiten
Hälfte des Gedichtes auf den folgenden Tag verschiebend, seine Zuhörer auffordert ihm
etwas zum Lohn mitzubringen, und die Schlußworte, 312, in denen er sich und den Zu-
hörern, die ihm von ihren deniers gegeben, Heil wünscht; vgl. pref. LI f.
Korstantin geht auf den Plan ein. Der Spielmann kommt in Rothers Abwesenheit
nach Bari, bietet kostbare Waren billig feil und hat viel Zulauf. Einem Kieselstein, den er
unter andern am Gestade aufgelesen, dichtet er den zouber an, daß er leuchte, sobald eine
Königin ihn in die Hand nehme, und daß jeder Kranke, den sie damit berühre, gesund
werde; vgl. 3185 fi. — Dem Wunderglauben und der Phantasie der Zeit, in welcher die
Spielmannsepen die uns vorliegende Form erhielten, entsprechend finden wir in allen die
Anwendung jenes Motivs. Steine und Ringe, Brunnen und Wurzeln, auch Kleidungsstücke
und Waffen sind es, denen Zauberkröfte innewohnen, die teils helfend und schützend, teils
Verderben bringend wirken; im ersteren Falle beruht die Kraft bisweilen auf einer einge-
wirkten Reliquie, heiltuom; vgl. DHB. IV, A. zu Wolfd. B 349 und die u. angef. Stellen. —
Daß einem einfachen Steine heilende Kraft beigelegt wird, dafür findet sich außer
o. gen. Stelle im Roth., wo diese Kraft ihm von dem listigen Spielmann auch nur angedichtet wird,
in unsern Epen kein Beispiel; doch vgl. Ortn. 245 fi: alle Sprachen zu verstehen befähigt
der von Alberich Ortnit gegebene Stein; sonst ist ein solcher Stein eingefügt in einen
Ring: der von dem Heiden Elias, der der zouberliste ein meister war, in den Ring für Fore
gefügte, Salm. 93, hat die Kraft in seiner Trägerin die Liebe zu dem Geber zu erwecken,
96 ff; ebenso der Ring Princians, in den gröz heiltuom verwirkt ist, 653; 658; 723 f. Der
Stein des Ringes, den Ortnit von seiner Mutter erhält, hat unermeßlichen Wert, Ortn. 78 ff;
er sichert ihm die Hülfe Alberichs, 189, und giebt seinem Träger die Fähigkeit auch das
Verborgene zu sehen, 240; vgl. den Ring, den Kiinhilt dem Dietleib giebt, Laur. 1275 ff;
ebenso 1555 ff; Walb. 515; und den Gürtel, den Dietrich von Hildebrant erhält, Laur. 1411 fl.
Wie Laurins Ring und Gürtel ihm wunderbare Kräfte verleihen, 191; 1176 ff; so der Ring,
den der Zwerg Wolfdietrich giebt, Wolfd. D IV, 43 ff; ohne ihn gerät der lleld in Not,
VID, 307, findet aber Ersatz durch den llülfe gebendeu Stein in Ortnits Schild, 309; auch
der Stein des Ringes, den Liebgart ihm giebt, hat Zauberkraft: er giebt ihm zweier Männer
Stärke mehr und schützt ihn vor dem feurigen Atem des Wurms, 42. Der Ring, den Bouge
dem Raben für Oswald giebt, schützt vor jeder Todesart, Osw. Pf. 535 fi; in dem, welchen
Oswald ihm mitgiebt, sind 3 Steine, die Demut, Gerechtigkeit, Keuschheit bedeuten und dem
verleihen, der ihn besitzt, 169 ff; oder auch nur anblickt, 909 ff. Wunderbar ist auch der
einst mit Christi Blut benetzte Ringstein Orschiers: er springt aus der Fassung, sobald Gift
in seine Nähe gebracht wird, LuM. 20. — Ein heilbringender Zauber wohnt dem Jung-
brunnen inne: er verwandelt die rauhe Else in die schöne Sigminne, Wolfd. B 356 £; s.
Simrock Myth. 40; über die Beziehung des Namens ebendas. 378; macht Wolfdietrich gesund
und stark, 3411; der Riese trinkt aus einem Brunnen die Stärke von 15 Männern, auch
Wolfdietrich wird durch sein Wasser gekräfligt, D IV, 50 fi; vgl. HdB. 165 f: die Quelle vor
Gaudisses Palast, die aus dem Paradiese kommt, giebt Greisen die Jugend und Frauen die
Jungfräulichkeit wieder. — Verschiedene Kraft ist in den wurzen: das Meerweib giebt Wolt-
dietrich eine solche, die ihm eines Löwen Kraft verleiht, Wolfd. A 498 fi; er füttert sein
Ross mit einer solchen, DVI, 158, vgl. auch d, A. zu B 426: Sigminne sendet täglich ihre
Magd zum Brunnen näch einer edelen wurzen. Schädliche Wirkung hat die, welche Morolf in
den Mund nimmt, so daß er ungesund erscheint, Salm. 618; 648; vgl. das Entstellen des
Aeußern durch Kräuter, o. zu Rotlı $sI1 f. Noch stärker ist die Kraft der zouberwurze, die
Salme scheintot macht, Salm. 110 f; vgl. 120 ff; wie eine betäubende Wirkung der in den
Mund genommenen Wurzel auch Wolfd. B 796; 802; 805, wo sie neben der Tarnkappe an-
gewendet wird beim Eintritt in die Burg des Zwerges Billung; vgl. DHB. IV, A. zu B 796.
= 90.
Betäubend wirkt der zouber, den die rauhe Else auf Wolfdietrich wirft, B 311; 317; ein-
schläfernd die Linde auf die, die unter ihr ruhen, 516. Zu erwähnen ist hier auch der
Schlaftrunk, twalm, des Messer werfenden Heiden, 562 ff; D VI, Si, 32 ff; und IX, 137:
Wolflietrich schenkt in dem Streite den twalm; wen er tränkt, der fällt und schläft den
Todesschlaf: der trance was sin wäfen, der släf diu gröziu nöt; der Schlaftrunk Wolfrats,
Or. XXI, 71; und der, den Laurin Jen im Berge eingeschlossenen Helden giebt, Laur.
1203 #. — Die Tarnkappe wird von Zwergen benutzt, wenn sie aus dem holen berge an
die Oberwelt kommen oder Menschen hinabführen, Salm. 730 ff; Wolfd. B 95 f; 802; 805;
Laur. 755 ff; s. Simrock Myth. 454; vol. die nebelkappe, die der Zwerg dem Wolfdietrich
anlegt un ihm zu dem in der Steinwand liegenden Schwerte zu verhelfen, Wolfd. ö, A. zu
B 454, 53. — Als ein Gew and, das unbedingt schützende Kraft besitzt, ist in erster Linie
der ‘graue Rock’ Orendels zu nennen, der selbst ein Aeiltuom ist, Or. bes. V; XII; dem
entspricht das seidene Taufhenul Wolfdietrichs, Wolfd. A 27 ff, 430 ff; das Hemd, das ihm
Sigminne giebt, in dem St. Pankräzien heiltuom versiegelt ist, B 349; 687 f; 729; vgl.
D VI, 160. Dasselbe heiltwom in dem Knopfe des Schwertes Rose, B 695; s. DIIB. IV, A.
zu B 349, wo auch die von Amolt an den Speer gebundene kefse, die her in deme töme
nam, Roth. 4102 f; 4146 fi, hinzuzufügen Or. XXI, 41: der des volkes meister was; daz
heildöm banthi an den scaft. St. Jörgen hemde nimmt Wolfdietrich dem Riesen Belmunt
ab, der es einst in einem Kloster erbeutet hat, Wolfd. D IV, 57 fl; es schützt ihn, VI, 36,
vgl. 160; 182; auch VII, 110, wo der Schutz durch das Hemd vom Dichter durchaus
realistisch erklärt wird. Genau übereinstimmend damit: Huon erlangt den wunderbaren
Harnisch Auberons, indem er den Riesen Orgueilleux tötet, der ihn einst bei der Eir-
oberung von Dunostre dem Auberon geraubt hat, HaB. 1511; vel. 136 ff; dahin gehört auch
die unzerstörbare Brünne, die Ortnit von Alberich erhält, Ortn. 111 ff, 177 ff; die
später Wolfdietrich gewinnt, Wolfd. B 696; D VII, 152. — Dem unzerstörbaren Schwert
Rose, Ortn. 116, vgl. Wolfd. B 491, das Wolfdietrich gewinnt, 695, und bemutit, entspricht
das Schwert Davids, das Bride dem Graurock giebt, Or. XI, 18 ff, übereinstimmend: beide
Schwerter in der Scheide gefunden, Wolfd. B 695; Or. XII, 19, und eine Schwertprobe,
Wolfd. B 701 f; D VIII, 126 f; Or. XI, 15 f; an letzterer Stelle allerdings mit dem vom
Kämmerer untergeschobenen Schwerie ausgeführt. Vgl. auch das Schwert Karls d. Gr.,
Durendal, dessen Spitze eine Reliquie bildet, Rol. 2338 ff. — Wenn die Verwandtschaft
Auberons mit Alberich schon des Namens wegen nicht zweifelhaft ist, vgl. HaB. pref.
XX f; DHB. IN Ein]. XXI, so tritt sie auch sonst in vielen Zügen hervor: beide sind Christen,
Ortn. 270 ff; 336; vgl. das entstellte in nummer chımme nämen, 418; Auberons Sitz ist sogar
zur Rechten Gottes, dessen Willen er thun will, HdB. 311; Alberıch ist älter als 500 Jahre
Ortn. 241; Auberon der Sohn Julius Caesars, HdB. 1; die Hülfe des Zwerges gewinnt der
Held erst nach mancherlei Anstrengungen, und nachdem er jenem Vertrauen gezeigt,
Ortn. 92 ff; HdB. 104; vgl. Wolfd. B 834 ff; besonders bemerkenswert sind folgende Beziehungen
ausser Hemd — Harnisch, s. 0.: Wolfdietrich erhält im Palaste des Zwerges die wunder-
baren Gaben aus der Linde; die möraz unde win spendende Üeder, 829 f; entspricht dem
Becher Auberons; die. Büchse, aus der er die Krieger nehmen kann, 831 fi, dazu das Horn,
mit dem er den Zwerg herbeirufen kann, 837, sichern ihm die Hülfe, die Auberons Horn
vermittelt; vgl. das mit Zauberlisten gefertigte Horn Aarons, dessen Schall man bis in das
dritte Königreich vernimmt, Osw. E. 2615 f; — die Bedingung, an die Auberon den erfolg-
reichen Gebrauch seiner Gaben knüpft, HdB. 109 £; fehlt im Wolfd; — wie sich der Zwerg
Wolfdietrich, dein tugenthaften man, zu eigen giebt, Wolfd. 836; 840, so erklärt Auberon dem
Huon: je vous aim tant por vo grant loiautE’, HAB. 104. Vgl. auch Grimm Kinder- und
Hausmärchen I, 54, ‘der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein’, dazu II, A. 54. — Weitere
Uebereinstimmungen zwischen Wolfd. und HdB: die rauhe Else zaubert eine Straße,
auf der Wolfdietrich sie treffen muß, Wolfd. B 314; so führt der Weg in dem Zauberwalde
zu Auberon, IIdB. 95; die Tochter des Heiden zaubert, bevor sie als Elster, Wolfd. B 644,
wofür Krähe D VI, 218, davonfliegt, — die Verwandlung in den Vogel der Hel läßt sie als
Hexe erscheinen, vgl. Simrock Myth. 498, — um Wolfdietrich zurückzuhalten einen See,
B 640; D VI, 32; eine Brücke, B 643; D VI, 206; so Auberon außer dem Sturme um Iluon
aufzuhalten einen breiten Strom, HdB. 98, um ihm dann auf der kleinen Brücke wieder zu
begegnen. — Erwähnt mag bier werden auch die auffallende Uebereinstimmung in der Situalion
Alberichs auf dem masboume, Ortn. 229, und des Raben Oswalds auf dem segelboume des
Schifies, Osw. E. 1827: beide von den Helden in der Heimat vergessen und dann vermißt,
zeigen sich ihnen zuerst wieder in derselben Situation; vgl. Osw. E. 2510. — Ueber
besonders kuustvolle, zauberhafte Gegenstände, wie Morolfs Ring mit der singenden
Nachtigall, Salm. 248 fi; die Linde im Palaste des Messer werfenden Heiden, Wolfd. B 555 {f;
D VL 48 f£, im Palaste Billuugs, B 807 ff; s. Vogt A. zu Salm. 248; DHB. I Einl. ANA;
IV Einl. XLVI A. Vgl. auch den Hirsch des Zauberers, Wolfd. B 390, und den Oswalds,
Osw. Pf. 1015 ff; E. 1114; 1342; 1549 ff; worüber o. zu Roth. 3013 ff. — Wunder im
biblischen Sinne: Auferweckung der Toten, Osw. E. 2899 ff; Pf. 1412 ff, Brunnen aus
der Steinwand, E. 30011; plötzlicher Tod der getauften Heiden, 3085 ff; der Sturmwind,
der Oswald ans Land bringt, Pf. 965 f; der die Heiden zurückhält, 1220 ff; das Aulspriugen
der Thorschlösser, 1112 ff; E. 2495 ff; die Sprengung der Fesseln der Gefangenen, Wolfd.
B 895; DIX, 81.
Ein Ritter aus Bari bittet die Königin auf das Schiff des fremden Kaufmanns zu
kommen um mit Hülfe des wunderbaren Steines seine zwei kranken Kinder gesund zu
machen. Da Lupolt nicht daheim ist, geht die Königin mit iım auf das Schiff und wird
von dem Spielmann entführt, der sie zu Konstantin bringt.
Bei der Kunde von der Entführung der Königin ergreift Schrecken die Bürger von
Bari; Lupolt beruhigt sie und erlangt um seiner früher geleisteten Dienste willen des heim-
kehrenden Rother Verzeihuug. Dieser beschließt zur Wiedergewinnung der Entführten eme
Heerfahrt nach Konstantinopel. Mit ausgewählten 30000 M. fährt er, nachdem die andern
Mannen reich belolınt und heimgesandt sind, dortlim.
Sie landen eine Meile von der Stadt entfernt, där holz unde geberge
lac, daz iz inwiste niemen over al Kriechenlant. Dort bleibt das Heer zur Hülfe
bereit, während Rother allein als Waller in die Stadt gehen will. — Genau die-
selbe Situation kehrt in allen Spielmannsepen wieder: beim Zuge Salmans zur ersten Wieder-
gewinnung der Salme, wo Morolf das Heer in der Nähe der Burg verre gein dem vinstern dan
führt, und Salman allein auf die Burg gehen muß, Salm. 582 ff; vgl. auch 728 f; wo das
3162 —3268.
3269 — 3643.
3644— 3670.
3671— 3693.
Heer bei der zweiten Wiedergewinnung zuo Kastel hinder den berg (!) kommt, dort landet,
und auf den Rat der Meerminne Morolf zunächst allein mit 12 Genossen das Befreiungswerk
beginnt. Das Heer, mit welchem Orendel und Ise zu Brides Befreiung ausgezogen sind,
verbirgt sich in einem rörach, wo es, nach Ises Worten, 1000 Jahre liegen möchte, ehe man
es walrnähme; sie beide gehen allein naclı Sinolds Burg, Or. XXII, 14 ff; über die Echtheit
des Motivs im Or. s. o. zu Roth. 2943 ff. Auf den Rat eines alten Dienstmanns lagert das
Heer Oswalds, der Bouge gewinnen will, zwischen zwei hohen Bergen auf einem anger,
‘enzwischen dem berge und ouch dem mere dä ist sicher allez unser here’, Osw. E. 1605 ff; vgl.
2010, während er sich mit den 12 Goldschmieden und noch 100 M. vor die Burg begiebt,
2065 fl. Auf Alberichs Rat verbirgt sich Ortnits Heer bi einer wisen grüene, “dä kan uns
niemen vinden’, Ortnit aber reitet mit dem Zwerge für den bere, Ortn. 421 ff. Berchtung ver-
anlaßt, daß das Heer vor Konstantinopel &f einen grüenen auger landet und dort zur Hülfe
bereit liegen bleibt, während er mit Wolfdietrich allein ze hove geht, Wolfd. B 274 f; bei der
zur Befreiung der Maunen unternommenen Fahrt legt sich das Heer vor Konstantinopel in
einen kreftigen walt, und er geht allein zur Stadt, 870 ff; auf den Rat des Grafen Hartman
verbirgt sich das Heer auf einem anger in dem tan, der vor einem Gebirge liegt, D IX, 38 f;
und Wolfdietrich geht mit 12 Gefährten an die Stadtmauer, 52. Ebenso LuM. 9: Maller
führt das Heer, mit dem er Lother befreien will, in einen Busch, wo es zur Hülfe sich bereit
halten soll; er selber reitet allein in das Heidenlager. Eine entsprechende Situation HdB. 140:
Huon geht mit seinem Horn versehen allein zur Burg Dunostre und läßt seine Gefährten
auf einem pre verdoiant.
Wolfrat rät Rother, Berchter und Lupolt mitzunehmen, und giebt ihm sein Horn,
‘daz sal die bezöchenunge sin, um das Heer zu seiner Hülfe herbeizurufen. — Eine
Uebereinstimmung in der Verabredung des llomsignals Salm. 392%; Morolf giebt Salman ein
Horn, das dieser bläst, 500; 513; vgl. 494 ff. und u. zu Roth. 4109 fi; während bei dem
zweiten Zuge die ganze heres kraft da ist, ohne daß ein Signal sie herbeigerufen hat, 745.
Woltfdietrich will sein Heer durch das Horn benachrichtigen, Wolfd. B 872; Graf Herman
giebt ihm ein Horn zu demselben Zwecke, D IX, 49. Auch Maller sagt zu seinen Genossen:
‘Ihr kennt mein Horn wohl; wenn ihr mich blasen hört, so kommt mir zu Hülte’, LuM. 9.
— Durch den Ruf der Stimme will Alberich das Heer benachrichtigen, Ortn. 425; ebenso
Berehtung, Wolfd. B 275. — In allen Fällen kommt das verabredete Signal auch zur An-
wendung, s. u. zu Roth. 4109 ff. — Mit Wolfd. IX, 94 f: Wolfdietrich bläst das Hoın äf
einer ecke haltend, stimmen genau A. T. 361 ff; wo Hildebrant mit dem Horn nach der Hülfe
ruft; während Orendels Heer durch den Brief, den die h. Maria der Taube giebt, herbei-
gerufen wird, Or. XXI, 37; Oswald aber mit der Prinzessin und seinen Gefährten selber
zu seinem verborgenen Heere eilt, Osw. E. 2545 f£ — Auch sonst das Horn in den Spiel-
mannsepen häufig angewendet, besonders als herhorn, um die Mannen zu versammeln: Salm. 74;
Osw. E. 2611 ff; vgl. 2627; Pf. 1155 ff; vgl. 1188; Ortn. 344; 420, Wolfd. D V, 127; 190; 208;
vi, 317; IX, 121; auch HdB. 131; 249; nirgends häufiger als im Rol.; eine Glocke um
die Mannen herbeizurufen, Or. XIU, 19 f. In anderer als der o. gen. Situation ruft das
Horn die Hülfe herbei: Wolfd. 872; 922; das Horn Huons, HdB. 114; 133 f; 166; 198,
und Rolands Olifant, Rol. bes. 1761; vgl. das Horn Orschiers, LuM. 9, das Mallers 21. A.T.
u U
358: Stulfuchs ruft mit dem Horn näch der helfe, vgl. Bit. 1573 ff. die Hörner Etzels. —
Jagdhorn Osw. E. 2366 fi. — Für die Beliebtheit des Motivs zeugt bes. Wolfd. D IX, 78:
Herbrant versammelt durch ein Hornsignal seine mitgefangenen Brüder. Auffallend ist die
Herausforderung durch den Hornstoß, B 487, während sonst der Feind durch den Ruf
herausgefordert wird; so der Wurm, Wolfd. A 598; B 663 f; vgl. 703; D VII, 77, die
dabei stehenden Worte als eim helde wol gezam zeigen zugleich, daß es unritterlich ist den
schlafenden Gegner zu überfallen; vgl. Ortn. 262; Wolfd. B 362; Huons Ueberlegung, bevor
er den Riesen weckt, HdB. 148.
Die drei als Pilger verkleideten Helden treffen auf dem Wege einen
Ritter, der Rother mitteilt, Konstantin sei im Begriff seine Tochter dem
Sohne Ymelots zum Weibe zu geben. — Salm. 179 ff: Morolf trifft vor Fores Burg
einen alten Heiden; Or. VI, 13 ff: der Graurock vor Jerusalem einen Burgmann; XXII, 20 ff:
ÖOrendel und Ise vor Sinolds Burg den greisen Pförtner Achille; HdB. 118: Huon und Jerome
vor Tormont einen serjant, die die gewünschte Aufklärung über die Lage der Dinge am Hofe
und die Prinzessin, welche befreit oder gewonnen werden soll, geben. Vgl. HdB. 217: Huon
trifft in Gesellschaft des alten Spielmanns auf dem Wege nach Monbranc 500 Bewaffnete des
Yvorin, von denen er hört, daß Galafre von Aufalerne Esclarmonde in seiner Gewalt habe
und ihre Herausgabe verweigere; Wolfd. d A. zuB 426: Wolfdietrich erhält durch die Magd
vor Trisians Burg Auskunft über Sigminne.
Sie gehen in den Palast Konstantins, wo beim Mahle Basilistjum, Ymelots Sohn,
neben Rothers trauerndem Weibe sitzt. Konstantin erzählt, ihm habe geträumt, ein
Falke sei vonRom gekommen und habe sie wieder entführt; vgl. Salm. 535, dazu
Vogt A. — Rother schlüpft unter den Tisch und hört das Prahlen der Könige. Er
rückt näher zu dem Fußschemel der jungen Königin und giebt ihr einen Ring mit
seinem Namen, so daß sie erkennt, daß er im Saale ist. Ihr Lachen und ihre
größere Nachgiebigkeit lassen Ymelot Schlimmes ahnen. Basilistjum, der den Vorgang
beobachtet hat, erklärt, Rother sei da, worauf dieser, von Konstantin auf-
gefordert, auf Berchters Rat hervortritt mit den Worten “ch bin sicherliche
hie. mich scouwe wer sö welle'. — Die Uebereinstimmung mit Salm. 249 fi; wo Morolf in
der Verkleidung beim Schachspiel durch den Ring mit der singenden Nachtigall, den er von
Salman erhalten, 166 f; Salmes Aufmerksamkeit vom Spiele ablenkt und, nachdem er sich
durch seinen Gesang verraten, endlich sich zu erkennen giebt, besteht im wesentlichen
ın der Anwendung des Ringes und in den Worten Morolfs "n&ü schowwe Mörolf uber al’!
261; zutreffender hinsichtlich der Situation ist die Vergleichung mit 417—427, 438:
Salman als Pilger steht hinter dem Vorhang und sieht von dort aus Salme mit Fore
bei Tische sitzen. Sie erwähnt des an den Hof gekommenen Pilgers und rühmt seine
Schönheit, worauf Fore sogleich an Salman denkt, den er jedoch, falls er der Pilger sei,
heimzusenden verspricht. Salme erklärt, der hinter dem Vorhang stehende sei Salman und
‘ez enmag sin keiner slachte rät, er muoz iezuo fur dieh gün, — es folgt die Interpolation:
Fores Schwester und Salman, 428—437, s. o. zu Roth. 2323 ff. — Salman tritt hervor und
giebt sich zu erkennen. Bemerkenswert ist, daß Rother erst auf die längere Mahnung
Berchters, 3932—3954, hin hervortritt, so daß durch die Interpolation im Salm., in der
e
3694 — 3833.
3834— 3962.
— 3 —
Fores Schwester Salman vorzutreten mahnt, auch dies Motiv bei sonst entsprechender
Situation nicht fehlt. — Während Salm. 428—437 deutliche Verwandtschaft mit Roth. 2323 fi.
zeigen, und auch der umdehane an die Erkennungsscene zwischen Rother und seinen ge-
fangenen Boten erinnert, weist dieser andererseits hin auch auf Wolfd. B 430 ff; — nur an
diesen 3 Stellen kommt in den Spielmannsepen derselbe so vor, daß er für die Handlung
von Bedeutung ist. — Wolfdietrich ist als Waller in die Burg Drasians, des Entführers der
Sigminne, gelangt und macht denselben dadurch stutzig, daß er eifrig einen Vorhang be-
trachtet, der sich in dem Zelte befand, aus dem Sigminne geraubt ward. Von Drasian
veranlaßt, erzählt er von Ortnits Thaten; dann bei Tische von der Königin nach Wolfdietrich
gefragt, erklärt er nichts von ihm zu wissen, als daß derselbe kürzlich in der alten Troie
ein minnigliches Weib geheiratet habe. Da beginnt sie zu weinen; ihre Thränen erregen
Drasians Zorn gegen den Waller, sie 'aber bittet für diesen. Als der Entführer dann Sig-
minne in das Schlafgemach führen will, zieht Wolfdietrich aus dem palme sein Schwert; man
bringt Rüstungen, Sigminne wappnet ihn, fünfmal schlagen sich die Gegner abwechselnd zu
Boden, — nur dreimal (!) in dem Kampfe zwischen Wolfdietrich und Ortnit, 370, — dann
tötet Wolfdietrich den Drasian. Uebereinstimmend ist im Salm. und Wolfd. außer der
Situation im allgemeinen und der Pilgertracht des Helden auch die ihm von dem Entführer
des Weibes verheißene Sicherheit und das im Tilgerstabe verborgene Schwert, das Salman
freilich erst unter dem Galgen zieht, Salm. 516, während in der Fortsetzung der slavischen
Walthariussage der Held in dem Saale, wo er dem Entführer und seinem Weibe gegenüber
steht, das hinter ihm verborgene Schwert ergreift, Vogt LXVII f; Wilmanns a. 0. 283. —
Eine Wiederholung von Woltd. B 430 ff. sind 798 ff: Wolfdietrich kommt in Billungs Burg,
der Liebgart entführt hat. Während hier Tarnkappe, Wurzel, Zauberlinde, goldene Gieß-
fässer in Scene gesetzt werden, ist der Zorn des Entführers ungenügend motiviert: Liebgart
fragt nach Tisch den Pilger nach Wolfdietrich, der nichts von ihm zu wissen behauptet;
sobald er dann nach einigem Hin- und Herreden erklärt, er sei daheim ‘ein werter Ritter’,
braust der Zwerg auf; auch der Held wird zornig, schlägt ihm einen Becher an den Kopf
und besiegt Riesen und Zwerge. Da erst, als alle getötet sind, 822, erkennt ihn Liebgart.
— Die Anwendung eines Ringes in einer mit Roth. 3834 ff. übereinstimmenden Situation
auch Salm. 604: Princian als Waller läßt in den Becher, den ihm Salme hat reichen lassen,
einen Ring fallen, der in ihr Sehnsucht nach ihm erweckt; Morolf hat den Vorgang be-
obachtet und äußert Verdacht. — Einen andern Ring. den Salme einst von Salman erhalten,
669, und Princian geschenkt hat, erlangt Morolf später als Bettler von jenem, 656 ff; zeigt
ihn Salman, 723, und benutzt ihn spottend als Erkenunungszeichen gegenüber Princian und
Salme, 742, s. Vogt LXXV f. Dazu Wolfd. B 771: Wolfdietrich sendet in dem Becher
Liebgart den in der Drachenhöhle gewonnenen, 709, Ring Ortnits und giebt sich dann zu
erkennen. Ebenso sendet er der Sigminne durch deren Magd einen Ring als Erkennungs-
zeichen, d A. zu B 426. Der in den Becher geworfene Ring als Erkennungszeichen auch
in dem Volksliede vom alten Hildebrand. — Ferner: Ortnit erbittet von Liebgart einen Ring;
wenn ihn ein Anderer wiederbringe, solle sie au seinen Tod glauben, Ortn. 546, vgl. 552 ff.
Wolfdietrich erhält einen Ring als Erkennungszeichen von Liebgart, Wolfd. D VIII, 42; er giebt
ihn als Legitimation dem Grafen Hartman, 213. Maller giebt sich Lother unter dem Galgen
3a. GE,
zu erkennen und reicht ihm den Ring Zormerins, LuM. 9; das mit dem Ringe ausgeprägte
Siegel als Beglaubigung, 19; Lother wird als Pilger von Zormerin an dem Ringe erkannt,
den sie ihm einst gegeben, 20. Zu vgl. auch HdB. 168 ff; wo entsprechende Motive
benutzt: Huon hat vor dem Palaste Gaudisses das Horn geblasen um sich — freilich mit
schlechtem Erfolge — von Auberons Hülfsbereitschaft zu überzeugen. Der Admiral befiehlt
seinen Mannen bei Todesstrafe den Hornbläser zu fangen, vgl. zu Roth. 3999 ff; da ent-
schließt sich Huon nach längerer Ueberlegung und tritt in den Palast ein, wo er Esclarmonde
neben ihrem Verlobten beim Mahle findet. Er tötet diesen und erhält Schutz durch den
Ring, 169, der einst dem Admiral gehörte, und den Huon dem Riesen Orgueilleux ab-
genommen hat, 151; 158. — Ueber den Zauber eines Ringes s. o. zu Roth. 3084 fi. —
Sonst kommt der Ring vor: als Opfer, Salm. 14; als Pathengeschenk, Wolfd. B 176; als
Zeichen der Verlobung, Ortn. 410 ff; bes. 413; Wolfd. B 709; D IX, 202; Osw. E. 584 ff;
1027 ff; 1071 ff, 1305 ff; Pf. 161 ft; 514 ff; 765; als Erinnerungszeichen, Wolfd. B 130; 135.
Die Könige drohen Rother den Tod; er bittet, ihn vor dem Gebirgs-
walde im Beisein aller Fürsten an den Galgen zu hängen. — Unter den an-
gedrohten oder verhängten Strafen ist in den Spielmannsepen keine häufiger. Ohne Zusatz
trs. hähen: Roth. 3995; 4002; 4116; 4547; Osw. E. 969; subst. Rötheris hähen, Roth. 4050;
part. pass. gehangin, 4058; prt. hing, Salm. 540; ebenso irhän, Roth. 4542; part. pass.
irhangen, 4277; Osw. E. 2102; erhenken, Salm. 480. Intrs. hangen: Roth. 3979; Osw. Pf.
870; Or. XXIL, 31; XXII, 20; Wolfd. A 225. Mit Zusätzen oder aa. Wendungen: an den
galgen henken, Osw. E. 1914; formelhaft vihen, an einen galgen hähen, Or. IV, 18; XHI, 4;
13; XXI, 22; an galgen henken, Osw. E. 1964; vgl. Salm. 445; 447; Erm. Tod 2; ebenso
wihen und üf einin bowm hähen, Roth. 3161; 3208; “an eines boumes aste wil ich dieh henken
an’, Wolfd. DIV, 25; ö A. zu B. 454, 33; eine wide holt Berille um Wolfdietrich zu
henken, A. zu B 454, 57; man geböt iz bi der wide, Roth. 1574; ein wide eichin dar zuo ein
höher galge, Salm. 536; Ah. an ein wide grüenen, Wolfd. D IV, 74; h. höch an eine wide, Y, 196;
«hu muost mir büwen einen ast, Salm. 415; Ah. an die zinnen, Wolfd. A 55; 404; D VII, 20;
vgl. B 595; Ortn. 19; dazu Müllenhoff in Haupt Zeitschr. XIII, 190 und DHB. III Einl.
XXIX A. Wie “ch hän den brütschatz im gegeben, einen höhen galgen, daz er in den luften
sıebet, Salm. 544, so droht der Heidenkönig den Orschier wie einen Dieb ‘in den Wind zu
hängen’, LuM. 9, wo ‘hängen’ auch 4; 13; 20; 21; sehr häufig auch in Diet. Entsprechend
franz. pendre, HdB. 173; 283; 287; pendre et trainer, 116; 174; 189; 285; 301; trainer,
132; 308, Strafe für die Feinde Huons, wie Rol. 3964 ff. für Genelon. Andere Strafen:
ertränken, Roth. 3966; Osw. E. 1913; 2609; 2689; Pf. 1452 ff; blenden, Or. XXI, 22;
Feuertod, LuM. 20; enthaupten, Diet. 7727 fi. — Wie Rother die Art der Strafe und den
Platz für den Galgen selber wählt, auch die Anwesenheit der babylonischen Könige für seine
Hinrichtung verlangt, so rät Morolf dem Salman: “urteil dieh fur den vinstern dan’, Salm.
396 f; auf Fores Frage, was er mit ihm, wenn er ihn in Jerusalem gefangen hätte, machen
würde, erklärt Salman, er würde ihn am nächsten Tage an einen Galgen henken lassen, 445;
worauf Fore befiehlt ihn am folgenden Tage ror dem vinstern dan zu hängen, 447. Nachdem
451 fi. der gerade Verlauf der Handlung durch das Auftreten der mitleidigen Schwester
Fores gestört ist, s. Vogt XXXVILf; o. zu Roth. 2323 fl; beruft Fore, 477 fl; seine Mannen,
e ?
3963 - 3998.
3999— 4029.
4030—4108.
4109—4206.
auf deren Aufforderung Salman zu richten er das frühere Urteil wiederholt, 480. Wenn der
Dichter auch Salmans erstes Urteil dureh Fores Frage geschiekt motiviert, so wird doch der
Rat Morolfs von Salman nur unvollständig befolgt, da dieser die Bestimmung des Platzes
Fore überläßt; dazu wird das Urteil Fores unnötigerweise durch die Mannen noch besonders
sanktioniert, so daß hier die Darstellung im Roth. größere Klarheit und Originalität zeigt. —
Auch hier bildet zu Roth. eine Parallele LuM. 9: Maller ist um Lother zu befreien ver-
kleidet in das Heidenlager gekommen und hat durch List das Vertrauen des Königs erworben,
den er bittet Lother hängen zu lassen; da der König ihm Vollmacht giebt, so erklärt er,
er werde ihn vor Konstantinopel hängen lassen. — Einen Anklang an das Motiv bietet
Osw. E. 970: Aaron droht den Raben zu hängen lin üz vür den vinstern walt. — Der Auf-
schub der Hinrichtung bditz daz ez morne beginne tagen, Salm. 445 ff; während welcher
Frist sich Fores Schwester des Gefangenen annimmt, übereinstimmend mit 263 ff: Morolf
erhält auf seine Bitte von Salme /riden unze ez morne werde lieht, und Osw. E. 965 ff:
Aaron schenkt dem Raben auf die Fürbitte seiner Tochter das Leben unz an den morgen
vruo. Vgl. HdB. 173 f: der Admiral will Huon hängen lassen; auf den Rat eines alten
Sarazenen läßt er ihn einkerkern mit der Bestimmung, daß er nach Verlauf eines Jahres um
sein Leben einen Zweikampf bestehen soll.
Ymelot befiehlt Rother zu fangen, da er selber ilın hängen will. Konstantin will
ihm helfen, erfreut darüber, daß auch Berchter in seiner Gewalt sei. Rother wird gebunden.
Die Trauer der jungen Königin darüber ist durchaus motiviert, doch von keiner Be-
deutung für den Verlauf der Handlung; daß bei gleicher Situation des Helden Fores Schwester
sich desselben annimmt, Salm. 452 fi; o. zu Roth. 2323 ff.
Die Kunde von Rothers Geschick verbreitet Trauer in der Stadt. Graf Amolt,
s. o. zu Roth. 1393 ff; fordert seine Leute auf ihrem Wohlthäter zu helfen; sie rüsten sich
dazu. Basilistjum, von großer Volksmenge und den Königen begleitet, führt
Rother aus der Stadt zum Galgen. Auch Arnolt reitet an der Spitze seiner Mannen
hinaus, nachdem er die Reliquie an den Speer gebunden, s. o. zu Rotlı. 3084 f. In gleicher
Situation wie Rother erscheint Salman, Salm. 481 fi; wo wieder Fores Schwester auftritt.
Zu 482: mit irem vöhen mantel sie im den sweiz abe reip, Vogt XXXIX; vgl. Ortn. 467: die
Tochter des Heidenkönigs wischt dem ihr in den Schoß gesunkenen Ortnit (den Schweiß ab)
mit ir stüchen und mit ir wizen hant; wofür in a c, A. zu 467: mit einem sleiger rich von siden
wischte sie ihm von den ougen den stoup und ouch Jen sweiz.
Scene unter dem Galgen; vgl. über die Komposition derselben Vogt XXXVILH f;
Wilmanns a. O. 284 £.
Roth. 4109—4114: Als Ymelot Arnolt und Salm. [497; vgl. 501 £.]
seine Schar erblickt, vermutet er Feinde 453—486: vom Walde aus beobachtet Mo-
in ihnen. rolf die Vorgänge unter dem Galgen und
4115—4122: die Heiden richten den Galgen ermahnt die Mannen tapfer zu kämpfen :
auf. großen Lohn würden sie von Gott er-
4123—4143: Arnolt ermahnt seine Mannen halten, großen Sold, wenn sie nach Je-
um zweier Belohnungen willen tapfer zu rusalem heimkämen.
känpfen: die eine ist das Himmelreich, 487—493: die Mannen sind kampfesmutig.
die andere der weltliche Lohn, den sie Morolf teilt sie im 3 Scharen.
von dem geretteten Rother erhalten 494—496: Salman bittet, das Horn dreimal
würden. blasen zu dürfen.
[4143—4145: die Heiden tragen hörnerne 497: Warnung der Königin: man solle ihn
Brünnen.] nicht blasen lassen und den Wald be-
obachten.
498—500: mit Fores Erlaubnis bläst Sal-
man zum ersten Mal.
501—502: Argwohn der Königin wegen der
Krücke, die Salman trägt.
4146—4176: Arnolt rückt heran, er trägt 503: Morolf rückt heran.
am Speer das heiltuom, daz vör ze [504—512: Unterhaltung zwischen Salman
vorderöst. und Fores Schwester, s. Vogt A. dazu.]
4177—4198: Arnolt durchschneidet Rothers 513—515: Salman bläst zum zweiten Mal.
Bande. Lupolt bläst das Horn. Salme erkennt Morolf.
4199—4206: Asprian ruft Wolfrat und die 516: Salman zielıt das Schwert, der Kampf
Mannen zum Kampfe. beginnt.
Der Verlauf der Handlung ist im Roth. ungestört, nur 4143—4145 sind eingeschoben
zwischen die von Arnolt handelnden Abschnitte. Salm. 483—486, 497 sind, allerdings in
abweichender Reihenfolge, Parallelen zu Roth. Daß Arnolts Erscheinen Mißtrauen erregt, ist
durchaus natürlich, während Salme nicht wissen kann, daß Salmans Mannen im Walde liegen.
Da auch nach Ausscheidung von 504—512 der ganze Abschnitt im Salm. Anstoß erregt durch
die Art der Verarbeitung des Hornmotivs, so ist, wenn eine Verwandtschaft des Salnı.
mit Roth. angenommen wird, die Priorität des letzteren hier außer Zweifel. — Ebenso wohl
gefügt wie im Roth. ist die entspr. Scene auch LuM. 9: Helding sucht sich der Errichtung
des Galgens auf dem Berge vor Jder Stadt zu widersetzen, da er einen Ueberfall der Christen
vermutet. Als die Mannen im Busch sehen, daß der Galgen errichtet wird, machen sie sich
kampfbereit. Lother beklagt auf dem Wege zum Richtplatz sein Geschick; während er
betet, ruft Maller mit dem Horn die Mannen herbei. Er bindet Lother die Augen los,
schlägt einem Heiden den Kopf ab und giebt das Schwert desselben dem Freunde; — vgl.
Or. XIII, 56 {; wo Bride, die dem bedrängten Graurock Hülfe bringt, ihm das Pferd des
erschlagenen Surian giebt; — sie schlagen sich durch; Orschier eilt mit seinen Mannen den
Freunden zur Hülfe. — Entsprechend Or. XXIH, 37 fi: die Taube bringt den Brief, in
welchen gemeldet wird, Orendel sei in der Stadt von 722 babylonischen Königen bestanden,
zum Heere. Ein Priester liest den Brief und mahnt: wer Orendel beistehe, ‘dem ist got die
göte holt ind ouch sin möder‘. Der Heermeister bindet das Aeiliuom an den Schaft und reitet
„’allervorderöst. Sie befreien Orendel; s. o. zu Roth. 2943 fi. — Zu vgl. auch HdB: Huon
hat im Dienste Yvorins den für Galafre kämpfenden Jerome besiegt; sie haben sich erkannt
und in den Besitz von Aufalerne gesetzt, 242 f. Die beiden Heiden machen, als Yvorin
erfahren, daß Huon deu Admiral getötet, gemeinsame Sache, 244 ff; Huons früherer Be-
schützer, der Spielmann, soll, weil er den Verräter Huon, den Mörder Gaudisses, zu Yvorin
We
4
4207-—4292.
geführt hat, vor der Stadt gehängt werden. Als er schon den Strick am Halse hat, erblickt
er Huon, erinnert ihn an die empfangenen Wohlthaten, Huon ruft die Genossen herbei,
befreit ihn von den Banden und rettet ihn, 247 ff. Auch zu dem Arnolt des Roth. bietet
HdB., allerdings in anderem Zusammenhange, eine Parallele in dem in Frankreich geborenen
Ritter Geofiroy, 128; dieser soll auf Befehl des Eudes Huon überfallen; ihm sind aber von
des letzteren Vater einst Wohlthaten erwiesen, und er beschließt ihn zu retten. Er befreit
und rüstet 140 gefangene Franzosen, die er mit den Worten ‘benois soit qui de cuer m’aidera,
vengies vous bien des maus que fait vous a’, 130, Huon zu befreien ermahnt. Sie gehen in
den Palast, wo Eudes ihnen befiehlt Huon zu fangen. Dieser springt kampfbereit auf; mit
dem Rufe Monjoie fallen sie über die Heiden her, 130 f. Als sie dann im Palaste belagert
werden, erhält Huon das Horn, das er seinem Wirte Hondr& in Verwahrung gegeben, zurück
und ruft Auberon zur Hülfe herbei, 133 ff. Er belohnt Hondre und Geoffroy, seine Retter,
indem er ihnen das Land giebt, wie Arnolt für seine Hülfe mit einem Lande belehnt wird,
Roth. 4712 ft.
Die Mannen eilen Rother zur IHülfe, allen voran die Riesen. Rother gebietet, Arnolt
und dessen Mannen zu schonen; die Riesen wüten unter den Heiden; Ymelot selbst läßt
man entkommen, varen sine sträzen, das her där heime mochle sagen wer ime daz vole hete
irselagin, 4289 fi. — Die Freigebung des feindlichen Anführers kommt außer gen. Stelle noch
zweimal vor: ein vos hiez er (Mörolf) im bringen dar, dar üf half er Prineiän: er sprach ‘nu
füch di, kunig, von dan, di muost der tugende geniezen, daz ich dich hie leben län’, Salm. 747,
und Or. AL, 19 ff: auf des Graurocks Bitte giebt Bride den eingekerkerten Mercian frei; der
Graurock motiviert seine Bitte mit den Worten “ch hin im leide gidän, ich hän mich errochen,
sinen bröder erstochen’; er löst ihm die Bande, indem er zu ilım sagt ‘als lief dir si din Ere,
gieh min ze knehte nimere'; Mercian reitet auf seinem Rosse heim in die wüste Ascalon. —
Die Freilassung Ymelots ist von keiner Bedeutung für den weiteren Verlauf der Handlung;
die Motivierung ist schwach. Anders im Salm. und Or. Diese lassen übereinstinmend den
König zu Rosse entkommen; Prineian flieht zu seinem Bruder Beliän, der dann gegen Morolf
zieht, Salm. 751 ff; nach Mercians Entkommen zieht Paligän gegen Bride zu Felde, Or. XII;
außer dieser Uebereinstimmung ist noch zu beachten, daß allein in diesen Stellen in den
Spielmannsepen ein Suriin vorkommt; Salm. 755 als Bannerträger Morolfs, Or. XIII, 56
gehört er zum Heere Paligans, des Heiden aus Ascalon. Da nun die Namen Paligän und
Beliän offenbar zusammenfallen, der Suriän im Heere des Heiden wohl am Platze, im Heere
des Christen Morolf aber, namentlich als Bannerträger, auffallend, s. Vogt CXLVI, auch die
Motivierung der Freilassung im Or. durchaus angemessen, im Sal. mangelhaft ist, so dürfte
hier Or. die Priorität zuzuerkennen sein, umsomehr, als im Salm. die Anordnung zu Bedenken
Anlaß giebt, s. Vogt A. zu 757. — Die gen. Namen sonst noch: Beligin, zur See besiegt,
Or. XII; von Babilöne Mereiän, Bit. 507, und Baligän von Libiäi, 315, als Lehnsmannen
Etzels; en Babilune Baligant, c’est lanirals, dessen Alter über Vergil und Homer hinausgeht,
Rol. 2614 f; Beliän von Wolfdietrich im Messerwerfen besiegt, Wolfd. A. zu B 266, 33;
D VI, 8; -- über die Namen s. Ettmüller zu Or. S. 159; Haupt Zeitschr. XI, 392; — ein
Heidenkönig Merzian will seinen Neffen Deljian au Wolfdietrich rächen, Wolfd. D V, 165 ff;
und entriunt nach Martifel, 218.
ou 86: 2
Ein glücklich entronnener Spielmann bringt Konstantin Kunde von dem Geschehenen, 4293—4328.
vgl. zu Roth. 3013 ff; meldet auch, daß Basilistjum erhängt sei, 4320 ; — von 7 Königen, die
entfliehen wollen, werden 5 erhängt, 4277; ebenso endet Fore am Galgen, Salm. 540.
An dieser Stelle würde der Platz für die Einführung eines Motivs sein, dessen
Fehlen auch für die verhältnismäßig frühe Abfassungszeit des Rother spricht: die Heiden-
taufe; s. Anhang.
Nach der Flucht der Heiden dankt Rother mit seinen vornehmsten Mannen Arnolt 4329 - 4509.
für seine Hülfe. Der Riese Grimme will Konstantin samt der Stadt verbrennen,
Asprian aber hindert es, da in der Stadt sich der zwelfboden sivene nieder-
gelassen hätten, dort auch Helena, Konstantins Mutter, das Kreuz Christi gefunden.
Widolt, der den Heiland fürchtet und ‘sanetwn Michäelen, vor deme der tüvel gelach (her tede
ime einen nichelen sclach)' (!), fügt sich fromm in Asprians Willen, und die Stadt wird ver-
schont; auch Rother ist auf Berchters Rat für die Schonung Konstantins. — Ueberein-
stimmend damit gebietet Wolidietrich gegen die Forderung Haches, Konstantinopel zu schonen,
weil sich der zwelfboten sibene dort niedergelassen, Wolfd. B 925 f; dazu DHB. IV, A.
Dasselbe Verlangen ohne Nennung einer bestimmten Person; Wolfdietrichs Erinnerung an
die Zwölfboten wird mit Spott erwidert, die Stadt angezündet, DIX, 90 f; ebenso Or. XXIU, 57 £:
Ise steckt die Burg Sinolds in Brand; Salm. 540: Fores Burg gebrochen und das Land
verbrannt.
Konstantin sitzt inzwischen angsterfüllt in der Stadt, von der Königin verspottet und 4510--.4407.
mit Vorwürfen überhäuft. Endlich entschließt er sich ohne ritterliches Gefolge mit seiner
Tochter, die ebenso wie ihre Frauen glänzend geschmückt ist, Rother ent-
gegenzureiten. — König Walgunt läßt für den als Frau verkleideten Hugdietrich und
dessen 3 Begleiterinnen 4 Pferde bringen, Wolfd. B 132, während in z, A zu 132, ein Wagen
die Frauen führen soll; auf einem Wagen auch Amie, D IX, 202; vgl. 189; auf einem
kastelän führt Ortnit die erstrittene kKönigstochter von dannen, Ortn. 480; auf mäulern veiten
Sigminne und ihre Magd, 6 A. zu 454, 121.
Auf Berchters und Erwins Rat empfängt Rother Konstantin freundlich, begrüßt sein 4608-4757.
Weib und heißt auch die alte Königin willkommen. Bei diesem Anblick bricht Widolts Wut
wieder aus und veranlaßt spöttische Reden derselben gegen Konstantin. Aus der Mutter Hand
empfängt Rother sein Weib noch einmal. Arnolt wird belohnt. Die Helden nehmen Abschied
und fahren heim. Konstantin bleibt im Besitz seines Landes. — So will Osantrix
das Reich seines Schwähers Melias, der dem Manne seiner Tochter die Hälfte desselben
gelobt hat, nicht vermindern, sondern läßt demselben für Lebenszeit die Oberherrschaft,
Ths. 61; vgl. LuM. 21: Lother erklärt Orschier, obwohl dieser Otto gegen ihn unterstützt
hat. als seinen Schwäher ehren zu wollen. Auch Wolfdietrichs besiegte Brüder behalten ihr
Reich, nachdem sie Treue geschworen, Wolfd. B 928; D IX, 174; ebenso der Heide Tarias,
nachdem er sich hat taufen lassen, X, 108 fl; der in der Schlacht entronnene Heidenkönig
wird nicht weiter geschädigt, Ortn. 473 ff.
Sie landen in Bari. Rothers Weib gebiert einen Sohn, Tippin, der der Vater yy38—4795.
Karls d. Gr. wurde. Ueber die Verknüpfung mit der Karlssage s. Anhang.
4796— 4896.
4897—5009.
5010— Ende.
a: A
Rother belohnt die Helden mit reichen Lehen. —- Ebenso Wolfdietrich die
Seinen, nachdem er seine Mannen befreit hat, Wolfd. D IX, 208 ft.
Die Riesen geloben Rother auch für die Zukunft treue Hülfe. Abschied der Mannen,
unter denen Berchter durch glänzende Rüstung und jugendliche Frische hervorleuchtet, s. o.
zu Roth. 13. Als Pıippin 24 Jahre alt ist, erhält er die Ritterwürde. — Ueber
das Alter, mit welchem der Jüngling als erwachsen gilt, s. Wilmanns zu Walther v. d. V,
48, 7 (L. 57, 29). Wolfd. A 315: ‘des habe wir site ze Kriechen, er muoz volwahsen gar, daz
im vemen swert erloube, ern hab vier und zweinzie jär'. König Oswald ist 24 Jahre alt, als
er die Werbung beschließt, Osw. E. 27 f; unbestimmter Pf. 31 ff: da er so alt war, das ym
konig gefug seyn swert nochtrug. Ürendel erhält das Schwert, als er volle 13 Jahre alt ist,
Or. I, 5; ebenso alt ıst Wolfdietrich, 11 Jahre seine Brüder, als sie zu Rittern gemacht
werden, Wolfd. D III, 6; der junge Hugdietrich wird gekrönt, als er in sein zwölftes Jahr
kommt, X, 1fl. Der ältere Hugdietrich wird von Berchtung erzogen unz an daz zwelfte jär,
B 9; er ist 12 Jahre alt, 25; ein Jahr lang lernt er Frauenarbeit, 26; dann, also mit
13 Jahren, zieht er zur Werbung aus; nach Jahresfrist heimkehrend wird er als Herr
empfangen, 134. Wolfdietrich wird von Berchtung erzogen wol in das fünfte jär, 264; kurze
Zeit nachher, 267, erhält er das Schwert, 269, was bei einer der vorher gen. Stelle analogen
Auffassung der Worte in Str. 264 eine sehr geringe Zahl von Jahren zu denken erlaubt.
Zu der zum Zwecke der Schwertleite gebotenen lantsprache erscheinen in Aachen
alle Lehnsmannen Rothers. Die Schwertleite wird festlich begangen, auch Berchter kommt
und wird freudig begrüßt. Fr erinnert Rother an die ihm geleisteten Dienste und mahnt
ihn: ‘zöwer hin z6 walde... wir munichin uns, trüt höre min. wir sulin der armen sele wegen‘,
5170 fe. Rother und die Königin, ebenso Berchter entsagen der Welt. —
Berchtung spricht aus dem Grabe zu Wolfdietrich; er wünscht, daß auch seines Herrn Seele
so geschehen möge wie der seinigen, ‘diu ist dä ze genäden . got müeze dines libes und diner
sele pflegen’, Wolfd. B 907; anders D IX, 157, wo der Seele Wolfdietrichs nicht gedacht
wird. X, 3 ff: Wolfdietrich will in ein Kloster fahren und die sele bewarn; er führt die
Absicht aus, 10 ff. Daß der Entschluß die Buße für das vergossene Blut ist, zeigt bes. 123,
wo er mit den Geistern derer, dic er einst erschlagen, zu kämpfen hat; vgl. DHB. IV Einl.
XLV. — Maller bereut das Blut, das er vergossen hat, und wird Einsiedler; Lother stirbt
als Einsiedler im kalabrischen Walde, LuM. 24. — Nachdem Orendel verkündet ist, daß er
und Bride nur noch kurze Zeit zu leben haben, begeben sich beide (der Welt), ebenso Ise
und Achille, Or. XXIV, 7f. Auch Oswald ist bereit sich der Herrschaft zu begeben und
als Pilger in die Fremde zu wallen, Osw. E. 3367 ff; er, dem auch ein baldiger Tod vorher-
gesagt wird, und sein Weib leben keusch und gottesfürchtig bis an ihren Tod, 3433 ff;
Pf. 1375 ff; vgl. E. 3416; Pf. 1365 ff.
Von den in mehreren der Spielmannsepen wiederkehrenden Motiven
sind folgende im Rother nicht verwendet: Heidentaufe, s. zu Roth. 4293 ff. Ueber
die Beliebtheit dieses Motivs in den Spielmannsepen s. Vogt CXXXI; DHB. IH Einl. LXXI;
über seine historische Begründung ebendas. XXVI. Im Salın. “st sie erst nachträglich
ae A.
eingefügt als eine der an Fores Schwester anknüpfenden Scenen’, Vogt a. O. Salman sagt
zu Fores Schwester: ‘Hätte ich dich zu Jerusalem, dü muostest den touf bi mir besten’, 433;
sie ist bereit dazu, da Salman ihr so tugendhaft däucht, 434; Morolf fordert sie auf sich
taufen zu lassen, 580; sie weigert sich erst, 584, ist aber bereit dazu, als Salman ihr zum
Manne verheißen wird, 586; Schilderung der Taufe, 488—591. Häufiger im Or.: Dencian hat
taufen lassen, XVI, 10; der Graurock verlangt es von Durjan, XVIIL 18; Elimi läßt sich
und sein Heer taufen, 52 f£. — Daß die Bearbeitungen der Oswaldlegende das Motiv weit
ausspinnen, läßt schon der Eingang derselben erwarten, vgl. zu Roth. 13 ff. Bouge ist ebenso
wie ihre Freundinnen im Herzen Christin und möchte sich taufen lassen, E. 243 ff; anders
Pf. 357 ff; wo sie der Rabe dazu auffordert, wie auch 471 ff; 1007; s. Edzardi a. O.; ihren
Vater fordert der Rabe dazu auf, 234 ff; dasselbe Verlangen stellt Oswald, E. 2860; auch
nachdem das erste Wunder geschehen, weigert sich Aaron, während seine vom Tode auf-
erweckten Mannen durch den Aufenthalt in der Hölle gläubig geworden sind, 2940 ff; erst
nach dem zweiten Wunder läßt er sich taufen, 3016 ff; ebenso die 4 Mädchen, 3036; ein
Engel schildert dem Könige die Schrecken der Hölle und läßt ihn die Freuden des Himmels
schauen, Pf. 1258 ff; worauf er nach dem ersten Wunder die Taufe verlangt und samt seiner
Tochter und seinen Begleitern erhält, 1423 ff; heimgekehrt läßt er seine Leute taufen, die
widerstrebenden aber ertränken. — Tarias und. seine Heiden würden das Leben verlieren,
wenn sie sich nicht taufen ließen, Wolfd. D X, 108 ff; vgl. Rol. 3670: wenn einer der Heiden
Karls Gebot sich taufen zu lassen widerstrebt, tl le fait pendre o ardeir o ocire. Osw. E. 3037 ff:
nachdem dri sumerlange tage getauft ist, springen die noch übrig bleibenden Heiden voll
Verlangens nach der Taufe allesamt ins Wasser. — Sehr beliebt ist in den späteren Spiel-
mannsepen die Gegenüberstellung des Christengottes und der Heidengötter, bes. Machincts,
Ortn. 384 ff; Wolfd. B 571 ff; 601 ff; D VI, 86 ff; 149 ff; B 625: "uwer got Machmet waen
er entslafen ist, beruht auf I. Buch d. Könige, 18, 27. Vgl. auch Osw. E. 864. Außer
Machmet und Apolle, Ortn. 385; 391, auch Terviant, Wolfd. D VIIL, 49; X, S4; Terviän, Medelbolt,
Juppiter, V, 4; vgl. Rol. 2696 f: die Bewohner Saragossas klagen ihre Götter Tervagan,
Mahum, Apolin an, vgl. 2711 f; die Bilder dieser Götter als Heerzeichen, 3267 f. — Belustigend
ist die Art, wie der Christ Alberich mit den Götzenbildern verfährt, Ortn. 407 f; vgl. 440 £.
und die offenbare Nachahmung in der Art, wie Wolfdietrich mit dem 7öt, dem Abgott des
Heidenkönigs, umgeht, Wolfd. D VI, 114 ff. — Heidentaufe sonst: Verwandlung der rauhen
Else in die schöne Sigminne durch den Jungbrunnen zugleich als Taufe, Wolfd. B 336 f;
Sidrat getauft, D IH, 44; Gere, V, 97: er sties in gotes namen in in des müres strän; vgl.
DHB. IV A. zu Ortn. 481: näch kristenlichem glouben man si in daz wa:zer stiez; Belmunt
aufgefordert sich taufen zu lassen, D IV, 60. Spynoglar ist zur Taufe bereit, LuM. 11. —
Als Vorbedingung zur Vermählung die Taufe gefordert: Ortn. 439; Wolfd. B571; D VI, 86;
vgl. HaB. 175: “Sarrasine estes, je ne vous puis amer.
Schachspiel: Salm. 224 ff; dazu Vogt XXXV; CXXI; Wilmanns a. O. 285 und
A. 2; 291 und A. 3; 295 A. 1; ferner Or. VII, 7; Osw. Pf. 244 ff; vgl. HdB. 221 ft.
Awcikampf als Entscheidung: Morolf gegen Princian, Salm. 765 ff; der Grau-
rock gegen Paligan, Or. XIH, 24 ff; gegen Durjan, XVII, 5 ff; Wolfdietrich gegen Ortnit,
Wolfd. B 360 ff: gegen Drasian, 4-44 ff; gegen den Messer werfenden Heiden, B 562 ff; D VJ;
S
ir ON N
vgl. Lother gegen Herna, wo auch das Messer als Waffe zur Anwendung komnit, LuM. 20;
gegen Helding, 11. Huon gegen Sorbrin, HdB. 227 ff. Zweikampf vor Gericht: Huon gegen
Amaury, 43 ff; vgl. auch Baltrams Ausforderung gegen Saben, Wolfd. A 188 ft.
Zwerge, entweder dem Helden hülfreich: Alberich im Ortn.; Walb. 13 ff; Auberon
im HdB.; s. zu Roth. 30S4 ff; ferner: Wolfd. A 5821; Bs23f; DT, 40; V, 60£;
VI, 9 ff; vgl. zu letzterer Stelle den Zutin, HaB. 159 ff; 211; auclı Zwerg Madelger, Salm.
730 ff; — oder feindselig oder im Dienste seines Feindes: Or. XVI, 17 fi; s. Haupt
Zeitschr. XIL, 387 ff; Wolfd. B 436 fi, 461; 795 ff; vgl. 721.
Meerminne: Salm. 728 ff; Osw. E. 653 ff; Verwandlung derselben in ein schönes
Weib: Wolfd. A 470 fi; 491 f; B 308 ff; 314 ff; 330 f; s. Simrock Myth. 40, 3785; vgl.
Malebrun, den lutin, HdB. s. o.
Platz im Burghofe von der Bedeutung, daß jeder an ihm verweilende
Fremde als Feind bestanden wird, u. ähnl.: die Linde vor Fores Palast, unter die
sich Morolf setzt, Salm. 188 ff; die Linde vor Ortnits Palast, unter der Wolfdietrich ruht,
Wolfd. B 351; an beiden Stellen wollen des Fürsten Leute den Fremden vom Platze ver-
treiben; Salm. 195 gebietet Fore ihn ruhen zu lassen, weil er von hoher Art sei; Wolfd.
B 360 will Ortnit allein ihn bestehen; s. Vogt CXXI. Vgl. auch den Garten und den Brunnen
im Palaste des Admirals, wo eine Schlange jeden Bösewicht oder Verräther, der naht,
tötet, HdB. 166.
Beziehungen zu andern Sagen im Rother: zur ostgothischen Dietrichssage
findet sie Rückert XXXVIf. in Berne, A. zu 2977, in Wolfrät, A. zu 2943, während Müllen-
hoff, Haupt Zeitschr. VI, 446, eine Verknüpfung mit der fränkischen (austrasischen) Dietrichs-
sage nachweist aus Zlifland, 3104, das auch Rückert als terra Ripariorum erklärt, und der
schließlichen Verlegung der Residenz Rothers und der ganzen Handlung nach Aachen und in
der Verknüpfung mit der Karlssage. Zu der letzteren s. Roth. 4765 ff; 4996 fi, vgl.
Haupt Zeitschr. XII, 392. — Aus der Alexandersage ist entnommen der Stein Claugestian,
Roth. 4960. Zur Ernstsage gehören die blatvüze, 1871, s. Haupt zu Herzog Ernst,
Zeitschr. VII, 262; zu derselben auch das Xlevermeere, Or. II, 8, und die Bewohner der
Wüste, die plus sont velu que viantre ne sengler; de lour orelles sont tout acovete, HdB. 87.
ud
“Uebersicht über die im Rother u. aa. verwendeten Motive.
Rother, Herrscher am westeren mere . . 2. em Eee... zu Roth 1.
Zahl 72 formelbaft ie. 6.
Krönung in Rom . ; : j : ; a ae 10.
Absicht des Herrschers um eine kön gelochtere zu Serben —_ Baustmolir ee Hasdlang —;
die Mannen raten zur Vermählung; Beratung mit den vornehmsten Mannen alserein.
Bezeichnungen für a gr eines Ratgebers, Berchter-
Berchtung j Ede ee en Ben ei ne. 13.
Der Ratgeber schlägt ds zu er rerbende Fr vor: Gelben die mit. der (überseeischen) |
Werbung verbunden ind . 2200 63. |
Markgraf Herman . . ne Bern 84.
Werbung durch Boten; alauzehde Ansküstatie derselben: Zahl 18 formelhaft . N 90.
Isrkennungszeichen »n..134.
Die Boten Gott empfohlen ind ihnan: Lohn veiheiß en Fa 184.
Mantel als Geschenk gegeben a en 198:
Ä
Die Boten richten den Aufirag aus . : : mom om nern 218. |
werden. eingekorkert 3 0 ca u ee a ee ie 02,
ihr Aufentnalt im Kerker . . 0 Le on... 342.
Die Söhne Berchters-Berchtungs 2» n.. 434.
Berchter tröstet seinen Herrn . “n.492.
schlägt den alten Herzog mit der Hauck formälhafter kisdrnek u 562.
Verteilung von Schätzen an die Mannen Be ee ce ee ee. Be. Br SDR
Die Riesen . . . Dh A ae ee ee 0
Auswahl einer kleiner en \ Zahl von Manneh für dis Fahrt en ea ke en ee Zr, LAS:
Auftreten unter anderem Namen oder in Verkleidung . . 2. 2 2 2 m m nn rer. m 811
Rother vor Konstantin; Verhalten der Königin und der Manuuen . 2 2 2 m m nenn BT.
Der Held gewinnt durch Freigebigkeit einen Anhang . . . 2. 2 nn mn nenn 1223. |
Graf Arnolt . . . Be ee ee Fee ae |
Iuteresse der Prinzessin für 1a fremden Helden: Fest zu Pfingsten veranstaltet . . . 2909. 1828.
Herzog Friderich . . .. de ee ee Bee een A he > IH:
Prügelscene zwischen Asprian und: dem Kinmerei De ee Ba ae ee rn En er sa Yayı che at ja, ie, ORAL
Herlint als Vermittlerin . . . en ee te re ee de ee ee ir OT
Anziehen der Schuhe; ikehnunekreene ae ae A he ee I en a ee ee ©21Dl:
Die Prinzessin mine sich der Gefangenen an; [Verweigerung begehrter Minne; das bloße j
Schwert; Gebot der Keuschheit]| . . : 2 m m on ren RB.
Unterirdischer Gang . . . BE Zaren SEr Bemrtie als ers ehe ee rer Dee ae, Ar ie RDAR
Feinde aus der wüsten Babsion. „nm. %568.
Bote, der warnend die Macht der Feinde schildert u cl ee ee ee ee OT
Hülfe des fremden Helden durch Losgebung der Gefangenen lan Eu re
„2601.
Mahnung sich nicht durch die glänzende Rüstung zu verraten . . 2. 2 2 m m nn nenn. 2713.
Der fremde Held als Bote vorausgesandt . ee a re Re ter gr er TRDAD:
Wolfratt . . .. j ee ee ee ee a 2943.
Spott der Königin nach Entführung gen Prinzeasik ee ee ee ee OL:
we HI
Entführung und Wiederentführung; Typus des Spielmanns
Zauber; heiltuom; Stein, [Riug, Gürtel, Jungbrunnen, Wurzeln, Linde, Ben Tarnkappe,
Gewänder, Waflen; Alberich-Auberon, Uebereiustimmungen zw. Wolfd. u. Hi4B.; zauber-
hafte Gegenstände; Wunder im biblischen Sinue] ER BE ET ET
Heer in der Nähe der feindlichen Stadt verborgen, zur Hülfe Be der Held geht allein
oder mit wenigen Begleitern zur Stadt
Horn, bes. um die Hülfe herbeizurufen
Ein Begegnender klärt den Helden über die Sachlage N a
Traum als warnendes Vorzeichen; Ring, bes. als Erkennungszeichen; Beobachtung durch
einen Feind; Hervortreten des Helden; umbehane u
Strafe des Hängens; sprachlicher Ausdruck dafür; Wahl des Platzes für den Galgen in der
Nähe des verborgenen Heeres; Aufschub der Hinpichtuor Er a er
Trauer der jungen Königin
Zug zum Galgen
Scene unter dem Galgen .
Der feindliche König freigelassen .
Die feindliche Stadt geschont; Zwölfhoten in Rosslanlnopet-
Die junge Königin zu Roß vor Rother geführt .
Konstantin bleibt im Besitz seines Landes
Belehnung der Mannen
Alter für die Erteilung der Ritters w unge:
Der Held entsagt der Welt be ie ae er er le ee ee ee te ee
[Heidentaufe. Schachspiel. Zweikampf. Zwerge, Meerminne. Platz von besonderer
Bedeutung im Burghofe.]
Bezichungen zu andern Sagen.
zu Roth. 3013.
„3084.
243644.
200 8671.
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Schulnachrichten.
——— UN. .N —
I. Geschichtliches.
h: Das verflossene Schuljahr begann am 20. April 1881 und endete am
1. April 1882.
2. Am 8. August 1881 feierte der Vorsitzende der Oberschulbehörde, Herr Bürger-
meister Gustav Heinrich Kirchenpauer, J. U. Dr. und Phil. Dr., die funfzigste Wiederkehr
des Tages, an welchem er die juristische Doktorwürde erworben hatte. Das Lehrerkollegium
hatte die Freude, dem hochverehrten Jubilar durch eine Deputation die ehrerbietigen Glück-
wünsche unserer Anstalt darbringen zu dürfen und eine Festschrift seitens derselben zu
überreichen, in welcher der Unterzeichnete eine Sammlung bisher ungedruckter Jugend-
briefe des Wandsbecker Boten mitteilte, die auf Claudius Aufenthalt in Hamburg in
mancher Beziehung ein neues Licht werfen.
3. Im Lehrerkollegium sind während des abgelaufenen Schuljahres keine Ver-
änderungen eingetreten.
4. Der Lehrplan ist, abgesehen von der bereits im vorjährigen Programm an-
gekündigten Verlegung des Unterrichts in der mathematischen Geographie nach Oberprima
und Einfügung desselben in den mathematisch-physikalischen Unterricht, derselbe geblieben.
5. Die Osterferien währten vom 2. bis 20. April, die Pfingstferien vom 4. bis 11. Juni,
die Sommerferien vom 16. Juli bis 16. August, die Michaelisferien vom 25. September bis
2. Oktober. Die übrigen Ferien entsprachen den Bestimmungen der Schulordnung.
6. Am 2. September und am Geburtstage Sr. Majestät des deutschen Kaisers
wurden Schulfeiern in unserer Aula veranstaltet; bei der ersten hielt Herr Tien, bei der
zweiten Herr Dr. Schepkowski die Festrede. Wir müssen es uns leider versagen, die Eltern
1
Fr
unserer Schüler zu solchen Schulfesten einzuladen, weil der Raum der Aula zu beschränkt
ist, um neben der zahlreichen Schulgemeinde Gästen Platz zu gewähren. Außer diesen
beiden regelmäßigen T esttagen hat das abgelaufene Schuljahr uns noch drei besondere
gebracht, an denen auf Beschluß der Oberschulbehörde der Unterricht ausgesetzt worden ist:
den Tag der Eröffnung der neuen Gelehrtenschule (25. April), den Tag der Enthüllung des
Lessingsdenkmals (8. September) und den T ag der Anwesenheit Sr. Majestät des deutschen Kaisers
in unserer Vaterstadt (14. September). Zur Teilnahme an der Lessingfeier hatte das Denkmal-
komitee das Lehrerkollegiun und die Schüler der Klassen I bis III freundlichst eingeladen.
Die von Lehrern und Schülern geschenkte neue lahne der Anstalt wurde an diesem Tage
zuerst benutzt; um den Schülern ein bleibendes Andenken an die Feier zu gewähren, ließ
die Oberschulbehörde an alle, die an derselben teilgenommen hatten, die für jenen Tag
veröffentlichte Festzeituug verteilen. Es sei gestattet, an dieser Stelle hierfür noch einmal
den verbindlichsten Dank auszusprechen.
7. Eine besondere Freude ist unserer Schule bereitet worden durch die Fertig-
stellung der Orgel für ihre Aula. Der Bau derselben war der altberühmten Firma
Marcussen & Sohn in Apenrade übertragen. Am 19. April wurde mit der Aufstellung
begonnen, am 5. Mai fand die Abnahme derselben durch den von löbl. Baudeputation hierzu
designierten Herrn Ü. F. Armbrust, Örganisten zu St. Petri, statt und am 9. Mai ward die
neue Orgel zuerst bei der gemeinsamen Morgenandacht in Benutzung genommen. Das aus-
gezeichnet gelungene kleine Werk hat im Hauptmanual und angehängten Pedal 6 klingende
Stimmen; für die siebente, eine sog. Physharmonika, ist ein zweites Manual hergestellt,
das durch Trittvorrichtung sich mit dem Hauptmanual koppeln läßt. Das Gutachten des
Herrn Armbrust sagt über die Ausführung: „Die ganze Arbeit macht einen ungemein wohl-
thuenden Eindruck höchster Sauberkeit und Accuratesse. Die Verlötung der Pfeifen :und
deren ganze Beschaffenheit ist mustergültig, und alle Einzelheiten der Mechanik sind mit
großer Gewissenhaftigkeit ausgeführt. Der Windzufluß ist gleichmäßig und auch bei voll-
griffigstem Spiel sich stets gleichbleibend; die Ansprache der Pfeifen ist außerordentlich
präcis, auch im schnellsten Passagenwerk; von dem namentlich in kleinern Räumen oft so
störenden Rasseln der Mechanik ist nicht das Mindeste zu spüren; die Spielart ist bequem
und leicht und macht es dem Spielenden zu einem wahren Genuß, das hübsche Werk zu
traktieren. Der Principal ist von angenehmer Fülle und edlem Charakter; das Gedakt weich
und angenehm und vorzüglich ansprechend. Oktav 4 Fuß verleiht dem Werke Kraft und
Schärfe, ohne indeß zu grell hervorzustechen und in das oft, bei kleinern Werken namentlich,
statthabende Schreien zu verfallen. Die Flöte 4 Fuß ist weich und von sanftem Klange.
Der Subbaß verbindet sich mit dem Bordun 16 Fuß aufs beste und giebt dem ganzen Werke
eine dunkle Fülle und ernste Würde. Das einschlagende Zungenregister Physharmonika, mit
einem Extrabalg versehen, ist von sehr reizvollem Charakter und trefflicher Ansprache.
Das Aeußere der Orgel ist gefällig; die Ausnutzung des höchst beschränkten Raumes be-
wundernswert. Die Aufstellung der Pfeifen und des Regierwerks, die Anbringung der Bälge
innerhalb des Orgelgehäuses ist eine ungemein geschickte. Die Vorrichtung zum leichten
und bequemen Stimmen der Pfeifen vermittelst Stimmschlitzen ist eine lobenswerte, jetzt
we A:
allgemein verbreitete Erfindung der Firma. Die Herren Marcussen & Sohn haben sich mit
diesem kleinen aber bedeutenden Werke jedenfalls ein Denkmal in Hamburg gesetzt, das
ihnen zur Ehre gereicht.“
Die Aufstellung der Orgel hat unsern Kollegen, Herrn Frühauf, veranlaßt, auch das
Gesangzimmer mit einem sinnigen Schmuck zu versehen: er hat für dasselbe lebensgroße
Porträts der zehn hervorragendsten deutschen Musiker in Kreide gezeichnet und als elftes
das Bild unsers Orgelbauers J. Andr. Marcussen hinzugefügt.
8. Abgangsprüfungen haben zu Michaelis und zu Ostern stattgefunden. Die schrift-
lichen Arbeiten für die Michaelisprüfung wurden am 9. 10. 12. und 13. September von allen
9 Schüler der IaM angefertigt, die mündliche Prüfung fand am 22. September statt; alle
Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife. Für die Osterprüfung wurden die schriftlichen
Arbeiten am 2. 3. 6, und 7. März von allen 10 Schülern der IAO gemacht; die mündliche
Prüfung folgte am 27. März; alle Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife. Als Kommissar
der Oberschulbehörde fungierte bei dieser Prüfung an Stelle des durch Krankheit behinderten
Herrn Schulrat Marıns der Senatssekretär Herr Dr. Fckardt. Die Namen der 19 Abiturienten
folgen im nächsten Abschnitt.
9. Vertretungen für längere Zeit sind auch in diesem Jahre nicht erforderlich
gewesen; die längste zusammenhängende Unterhrechung der Thätigkeit zweier Lehrer dauerte
je 14 Tage, ein dritter ist 8 Tage, ein vierter zweimal je 8 Tage durch Krankheit ans Haus
gefesselt gewesen. \on den übrigen mußten 2 an je 4 Tagen, 1 an drei Tagen, 6 an je
2 Tagen und 1 an einem Tage ihren Unterricht aussetzen.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im ganzen befriedigend; leider sind einzelne
durch sehr schwere Krankheiten für lange Zeit von der Schule ferngehalten; und drei
hofinungsvolle Schüler haben wir durch den Tod verloren. Der Schüler der zweiten Vor-
schulklasse (O.-A.) /örnst Schulze, Sohn unsers Kollegen, starb am 21. Juni 1851 am Scharlach,
der Quintaner (M.-A.) Wilhelm Behrmann am 7. März 1882 und der Schüler der zweiten
Vorschulklasse (M.-A.) Robert Drandes am 12. März 1882. Der Herr, der sie so früh wieder
zu sich genommen hat, wolle die trauernden Eltern trösten!
1*
II. Statistisches.
A. Das Lehrerkollegium
besteht gegenwärtig aus folgenden Mitgliedern 9):
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
1) Die Reihenfolge ist die der entsprechenden Rubriken des Staatsbudgets,. Das Datum bezeichnet den
Dr. ph. Carl Redhch, Direktor, seit Michaelis 1873,
Dr. ph. August Paul, seit Ostern 1874,
Dr. ph. Wilhelm Sillem, seit Ostern 1875,
Dr. plı. Johannes Braasch, seit Ostern 1875,
Dr. ph. Georg Grof, seit Michaelis 1876,
Dr. ph. Hermann Schepkowski, seit Ostern 1877,
Johannes T’hien, seit Michaelis 1880,
Heinrich Blascke, seit Ostern 1874,
Dr. ph. Wilhelm Fleischfresser, seit Michaelis 1876,
Dr. ph. Gustav Dilling, seit Michaelis 1876,
Dr. ph. Carl Neuhaus, seit Neujahr 1878,
Jtudolf Böger, seit Michaelis 1879,
Iritz Davids, prov. angestellt seit Michaelis 1880,
Hermanı Bellardi, seit Ostern 1874,
[tudolf Schröter, seit Michaelis 1874,
ITeinrich Weidemann, seit Michaelis 1874,
Carl Schulze, seit Michaelis 1974 ®),
Jacob Binz, seit Michaelis 1875,
Jirnst Frühauf, seit Neujahr 1878,
Hinrich Pohlmann, seit Ostern 1877,
Hermann Taithje, seit Ostern 1877,
Johannes Johannssen, seit Ostern 1878,
Julius Dormeyer, seit Michaelis 1878,
Wilhelm Hohenstein, seit Ostern 1881.
Eintritt in die bestimmte Gehaltsklasse.
2) In den Programmen von 1880 und 1881 steht durch einen Druckfehler die unrichtige Jahreszahl 1875.
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2%, Dem Bekenntnisse nach waren vorhanden:
A. Sommersemester Gegen u B. Wintersemester Gegen das
Vorjahr: Vorjahr:
1881: 1881/82:
+ = +\ —
1. Evangelische )........... 560 — 89, % 25 530 = 89,4 % 17
2. Mennoniten, Baptisten und
Episcopale ..........0... 4 = 06, 4= (6%, re er
3. Katholiken ........2.....0 2 03 „ . ae 2= 03, er 1
A: Juden nun. 22 stbeiee 56 —= 8,9 „ 7 59. 9, AR 1
5. Confessionslose?)......... 4 = 06, | 1 4= 06,
626 — 999 % | 5 | 8 649 = 100, 7 | 2
|
3. Dem Geburtsorten
bog gr m nr nommen reger er gene Den BEE ERBEN nn URBEGÜERBENGL EEDEIEE En sn GREEN ER EEE OBERE! BARS EEE ER EEEETEEBREETSEREEERE BERETESL ER een
I
\ Er A. Sommersemester | Gegen das B. Wintersemester Gegen das
Es waren gehürtie: Vorjahr: Vorjahr:
1881: 1881/82:
a er a ee
| l
1. aus dem Staate Hamburg. 543 —= 86,7 0% | 27 Rn 562 = 86% | 14
%, aus dem übrig. Deutschland 71-11. | 8 74 = 11; , ı 1 ae
3. aus dem übrig. Europa... 2 0 I 3 % = 03 „ | ar 1
4. aus außereurop. Ländern... 10:=: 1,5 | 1 11. 17:4 i 1
526 — 99,9% | 28 | 11 LE EU I u eu
4. Dem Wohnorte der Eltern nach teilten sich die Schüler in folgender Weise:
m nn m nn mn mn nm m mn m an me namen
Es wohnten:
in Hamburg.............
im übrigen Deutschland ..
im übrigen Europa ......
in außereurop. Ländern ..
0m
A. Sommersemester
1881:
601 = 96, %
19 3) = 39,
2 = 08%
= 0, ”
626 = 99, %
| Gegen das
Vorjahr:
+ | -
7
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N
B. Wintersemester Gegen das
nr
1881/82:
+
624 = 96, 1 %o 9 r
19 9) Ser 2,9 „ 6 =,
I= 0, = 1
5 = 0,8 1
649 = 100, % | 16 | N
I) Die aus Hamburg gebürtigen Schüler dieser Rubrik gehören bis auf 5
2) Sämtlich ungetaufte Kinder christlicher Eltern.
3) Von diesen 15 in Altonu.
*) Von diesen 15 in Altona,
der lutherischen Kirche an.
un. ae
5. Das Lebensalter der Schüler des Wintersemesters zeigt folgende Tabelle:
Vorschule zZ
‚Geboren Ia Ib II IH IV V v1 ai a N Zeimän:
ım Jahre: |
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14,:4[14,03|13,53]12,32 12,95|11,83'10,09110,4,! 9,83 19,25 18-318 2: |7,25]7,23|6 NR
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Durchschnittsalter |
am 1. Jan. 1882 I17,0s| 16,5 |15,75!15,5s| 15,5
Gegen d.( mehr .. | 0,79! 0,25) .- | »» | O,sı O,oef - - | ur On] - « [O,08l - et Ol... |
Vorjahr | weniger] .. | +. | 0, 10,17] 0 gg O,3i 0,8: 6, O,us O8 ne Os ..|-. 00 y
Normalalter am | | x
1. Januar 1882.. 16,25 15,25 15,25/14,5 14,25:13,75 13,95[12,75[12,.»| 11,75 11,25 10, :5[10,25| 9,75 |9,25 8,75 8,25 7 „15|7,25|6,75 |
6. Der Abgang von Anfang März 1881 bis Anfang März 1882 ergiebt sich aus
folgender Uebersicht:
Vorschule
1I IL IV V VI MRuRuRTE Dune
IM[O:!M|o!M
Ft
|
1. Ins Berufsleben sind eingetreten 1) ;| 9 = 1 ni 3 . 21212 erh a = a
2. Andern Anstalten sind übergeben ?) ].. In le 21.. 11..14| 1155| 4]5) 4|10) 7] 4) 1 2! 1] 51
3. Von Hamburg sind verzogen....: 7 = Be Pr a le ı1!1 = 1 1 a lack 6
4. Durch Krankheit am Schulbesuch | | | |
gehindert wurde .......cr020000. ee: Er le; ı 1 En salsale: 1
5. Gestorben sind eneseeeeeeeeneen ee USE Don Pau Pau DES Pau PER Fon Pop Drau E Heu Den Fon len BE Hip 3 Fon Pu Be
6. Den Rat abzugehen befolgten.... ek | 1}.. fer 1j.. el ee je: 2
Zusammen.encene s|o]..!ılo[ajuje|siafelr[ej fe! s[sle]2! 1208
I) Unter diesen 40 waren 27 für den kaufinännischen Beruf bestimmt, 2 wollten Seeleute werden, 2 Krämer, je 1
Lehrer, Architekt, Maschinenhauer, Schiftsingenieur, Landmann, Weinküfer, Schneider, Schlosser, Schlachter.
2) Aufdasneue Gymuasium vor dem Holstenthor gingen nach Absolvierung des Vorschulkursus 11, auf die Real-
schule des Johauneums 1, auf hiesige Privatschulen 12, auf hiesige Volks- und Kirchenschulen 10, auf aus-
. wärtige Anstalten 10.
RR -
1. Nach bestaudener Abgangsprüfung wurden mit dem Zeugnis der
Reife entlassen:
a) am 25. September 1881:
Laufende .W
seit 1877:
42 1. Alfred Aron, Sohn des Kaufmanns H. Aron, geboren 4. Juli 1864 zu Hamburg, 8 Jahr in
der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
43 2. Carl Brekelbaum, Sohn des Maurermeisters J. H. M. Brehelbaum, geboren 7. November
1863 zu Hamburg, 8 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Architekt.
44 3. Hugo Hamm, Sohn des Maklers C. D. Hamm, geboren 4. November 1863 zu Hamburg,
| 8 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
45 4. Gustav Rode, Sohn des Krämers /. C. C. Rode, geboren 20. August 1865 zu Hamburg,
7 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Krämer.
5. Carl Griebel, Sohn des Kaufmamıs €. A. Th. Griebel, geboren 7. März 1865 zu Hamburg,
61/3 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
6. Ernst Freyday, Sohn des Kaufmanns J. H. Freydag, geboren 7. Februar 1866 zu Hamburg,
61/; Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
7. Frederick Simms, Sohn des Kaufmanns F. L. Simms, geboren 12. August 1863 zu Hamburg,
5°%/, Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
8. Friedrich Liyendorf, Sohn des Delikatessenhändlers F. W. Eigendorf, geboren 29. September
1364 zu Hamburg, 4 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Schiffsingenieur.
9. Carl Zitzke, Sohn des Rentiers £. W. Zitzke, geboren 6. September 1865 zu Hamburg,
3a Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
46
47
48
49
50
b) am 31. März 1882:
51 I 1. Sieyfried Heilbut, Sohn des Wechselagenten M. M. Heilbut, geboren 23. Oktober 1865 zu
Hamburg, 8 Jahr in der Schule, 3 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
52 2. John Schabert, Sohn des Kaufmanns J. W. Schabert, geboren 16. Mai 1864 zu Manchester,
7l, Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
53 3. Oscar Belme, Sohn des verstorbenen Agenten L. F. Behne, geboren 13. Mai 1865 zu
Hamburg, 7 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
54 4. Eduard Martienssen, Sohn des verstorbenen Weinhändlers A. Martienssen, geboren 24. Oktober
1863 zu Hamburg, 7 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
55 | 5. Albere Böcler, Sohn des Kaufmanns E. E. G. F. Böcler, geboren 3. Januar 1866 zu
Hamburg, 61, Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
56 6. Henry Dannenfeldt, Sohn des Partikuliers J. @. Dunnenfeldt, geboren 10. April 1864 zu
Hamburg, 6 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
57 7. Heinrich Musche, Sohn des Schiffahrtsinspektors #7. Musche, geboren 2. Februar 1866 zu
Grünewalde, 6 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
58 8. Heinrich Hesckiel, Sohn des Kaufmanns A. Hesekiel, geboren 2. August 1863 zu Hamburg,
5%, Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
59 9. Erich Bober. Sohn des Musiklehrers C. E. E. Th. Kober, geboren 3 November 1865 zu
Hagenow, 4 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
60 10. Hans Osenbrüg, Sohn des Kaufmanns C. B. Osenbrüg, geboren 17. März 1664 zu Hamburg,
2/2 Jahr in der Schule, 2 Jahr in Prima, wird Kaufmann.
C. Vermehrung des Lehrapparats.
1. An Lehrmitteln sind angeschafft worden: Keils politische Karte von Deutschland,
Kicperts politische Karte von Afrika, von Nordamerika, von Südamerika, von Frankreich und
desselben physikalische Karte von Frankreich; außerdem Pfeifiers Bilder für den Anschauungs-
unterricht, ein Goniometer und zahlreiche Glasgefäße für die naturhistorische Sammlung und
den chemischen Unterricht.
2. Für das physikalische Kabinet sind gekauft worden: Apparat zur Er-
läuterung des Auftriebes, fünf Resonatoren von Pappe, ein Wellenapparat, ein thermoelektrisches
Rechteck mit Magnetnadel, ein Schälchen für den Leidenfrostschen Tropfen, ein Spiegelsextant,
ein Apparat zu den Versuchen mit dem Holispiegel, Doves Polarisationsapparat, ein Radio-
meter, Crookes Apparat, verschiedene Geißlersche Röhren, ein gutes Thermometer und ein
Foucaultsches Pendel. Für die Aufhängung des letztern gewährte der bedeckte Lichthof
unserer Schule einen besonders geeigneten Platz.
3. Für die naturhistorische Sammlung sind durch Kauf erworben: Dasyprocta
Aguti z. Ausst.,, Thaumalea picta z. A., ein in Vierlanden geschossener Cygnus musicus
(ausgest., Rumpfskelet und Luftröhrenpräparat); Glasnachbildungen krystallisierter Edelsteine
und einige edle Opale.
An Geschenken gingen ein: von der Verwaltung des Zoologischen Gartens:
Hapale penicillatus z. A., Felis tigris, neugeboren, z. A., Lutra vulgaris z. A. und Sk.,
Schädel von Phoca vitulina, Stacheln von Hystrix javanica, Dasypus villosus z. A. und Sk.;
Tringa islandica z. A., Anas strepera z. A., Fuligula ferina z. A., Uria troile z. A.; Palinurus
vulgaris (Tier und eben abgeworfener Panzer), Pagurus Bernhardus; von Herrn Jacoby:
ein Nest von Vespa vulgaris; von Herrn ZZuhn: Eryon arctiformis aus dem Solenhofener
Schiefer; von Herrn Marco Salomon: eine Anzahl schöner Mineralien, sowie Kıystalle von
Nickelsulfat und Nickel-Anmoniumsulfat; von Herrn Capitain Saiuberlich: 1 Exocoetus exsiliens,
afrikanische Schlangen; von Herrn Henry Simms: Stirnzapfen von Bos primigenius, Panzer
von Dasypus novemeinctus, Säge von Pristis antiquorum, Panzer von Testudo carbonaria,
2 Scolopendra gigas, einige Insekten, Hülsen von Cassia fistula, Blütenscheide einer Palme,
bunte Maiskolben von Encontrados; von Herın ZLembcke: Diomedea exsulans z. A.; von
Herrn Staude: Felis concolor z. A.; von llerrn Frühauf: Schädel von Canis familiaris, Frucht
von Artocarpus integrifolia; von Herın Natthyeu: Falco peregrinus z. A., Picus martius und
Picus canus z. A., Scolopax gallinago z. A.. Larus marinus z. A., Skelet von Pavo cristatus;
von Dr. Dilling: Pterois volitans, mehrere Arten Theraplhosa, Scolopendra, Phrynus, Käfer etc.;
von Schülern der Anstalt: Erinaceus europaeus z. A., Ornithorhyuchus paradoxus z. A.,
Fringilla canarıa z. Sk., Paroaria dominicana ausgest., Ulula aluco, Panzer von Chelone
olivacea, 5 junge Acauthias vulgaris, Hippocampus brevirostris, Phronima sedentaria, Erichthus
vitreus, Candace melanopus, Früchte von Ilyphaena crinita etc. etc. Die kleine Coleopteren-
sammlung wurde revidiert und neu etikettiert aufgestellt.
=. TO
Allen freundlichen Gebern sei auch hier noch einmal unser herzlicher Dank
gesagt. Auch der Verwaltung des Botanischen Gartens haben wir in gewohnter
Weise zu danken für reichliche Versorgung mit abgeschnittenen Pflanzen während des
Sommersemesters.
4. Die Schulbibliothek erhielt an Geschenken: von Herrn Otto Meifiner eine
reiche Sammlung wissenschaftlicher Werke aus seinem Verlage, dessen Katalog er zu freier
Auswahl zugestellt hatte; von den höhern Staatsschulen unserer Stadt die Festschriften
zum Doktorjubiläum des Herrn Bürgermeister Kirchenpauer; von der Verwaltung des
Zoologischen Gartens die ersten Hefte der Zeitschrift Der zoologische Garten, Jahrgang
1881, mit der Zusage der Fortsetzung; von Herrn Mathiason Roux Nouveau Dictionnaire.
Gekauft wurden außer den Fortsetzungen: Erlers Direktorenkonferenzen, Herzogs Real-
encyklopädie für protestantische Theologie, Schleichers Kompendium der vergleichenden
Grammatik der indogermanischen Sprachen, Freytags Technik des Dramas, Rankes Welt-
geschichte, Herbsts Encyklopädie der neueren Geschichte, Kutzens deutsches Land und
Bronns Klassen und Ordnungen des Tierreichs.
III. Lehrwesen.
1a. Allgemeiner Lehrplan der Schule.
a | Tu
Lehrfächer: | v hi vl
a Era NN a ou OuM|OuN:OuM
1. Religion und biblische Geschichte .. 2 2 2 2 2 | 2 2
3: Deus. 4 | 4 4 4 4 | 5 6
B.: Franzossch. use a 4 | 4 4 6 Ä 6 6 6
4. Einplisch.........».csas seen ern 4 | 4 4 | 4 | A.
5. Geschichte ......sssseennaenner onen 318% 2 | 2 12,028
: } '
G. Geographier.eceeeeeeeeee seen 2 | 2 20:02 | 210292 ,
7. Naturgeschichte .........0.2se- 0200: 1 | 2 1.2, 028 | 2
Physik ass sera 21 2 2; | I er
Chemie. ee 2 | 2 2 Br Eee
10: Mathematik......22:0000 2 5 5 5 | 4 | | u
11... Rechnen 4.08 2:2. Re 1 1 2 | 2 | | 4 4
| | ’
| | |
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— ne — m ——|———n ET Tg —— m
Lehrfächer: I | u 21
OuM'OuM Ou.M
1. Biblische Geschichte ........... 2 2 3 Lect. & 30 Min. 11/g
2. Anschauungsunterricht ......... 2 3 4 „ 30 „ 2
3. Heimatskunde ......cecccer00. > er ee ee 0 e-
4. Deutsch, inel. Lesen ........... 8 6 Iı2 240 8
5. -Schräiben..u....u.:uuu0r 54240 3 4 £ .
b:. Rechnen 22:43:08 2u4.04 30 5 5 Ay a4 „ 3
7: "SIDgER den ee 2 *) 2 *) 2 *)
ee 6 Pausen & 15 Min. 11%
Zusainmen. ..... 24 22 18
*) Von jeier für Singen angesetzten Stunde werden 20 Minuten für Uchungen im Deutschen benutzt.
2%
Lehrgegenstand Oberprima Unterprima
2. Uebersicht über den durchgenommenen, bezw.
Secunda
1. Religion u. bibl. | Kirchengeschichte von Karl Kirchengeschichte
Geschichte. dem Großen bis zum 18.| bis zu Karl dem Großen.
Jahrhundert. Sıllem. 2 Stunden.
Sillem. 2 Stunden.
Uebersicht über die Ge- Uebersicht über die
schichte d. deutschen Litte- | Geschichte der deutschen
ratur von Opitz b. Goethes | Liitteratur bis Opitz. Be-
Tod. Lektüre; Schillers | sprechung ausgewählter Ge-
Maria Stuart und Jungfrau | dichte von Schiller, die
v. Orleans, Abschnitte aus | größtenteils auswendig ge-
Lessings Laokoon; resp. |lernt wurden. Gelesen:
Klopstock’sche Oden, Ab-|Hermann und Dorothea,
schnitte aus dem Messias, | Maria Stuart, Wilh. Tell,
Lessings Minna v. Barnhelm | Jungfrau v. Orleans. Uebun-
und ausgewählte Stücke aus gen im Disponieren.
dessen kritischen Schriften. | Alle 2 Wochen ein Aufsatz.
Dispositionsübungen. Sillem, Thien. 4 Stund.
Alle®—3 Wochen 1 Aufsatz.
Paul, Groß. 4 Stunden.
2. Deutsch.
—_ on
3, Französisch.
nn nam nn
Grammatische Repetitionen. | Ploetz,Schulgramm.Lekt.70
Wöchentliche Exereitien u. | bis zu Ende. \Vöchentlich
Extemporalien. Vokabeln | ein Exercitium oder Extem-
nach Ploetz, Vocab. syst. | porale. Vokab, nach Ploetz,
Lektüre: Scribe etLegouve, | Vokab. syst. Isektüre aus
Les doigts de fee. Aus- | Herrig, LaFrancelitteraire.
gewählte Stücke a. Herrig, | Souvestre, Le philosophe
La Fr. ]itt. sous les toits,
Paul, Schepkowski. Paul, Schepkowski.
4 Stunden, 2 Stunden.
Repetition d. schwierigeren | Gesenius, 2. Th. $ 140 bis zu
Abschnitte der Grammatik | Ende. Extemporalien, Ex-
nach Gesenius 2. Iixtem- | ercitien aus Gesenius und
poralien. Exercitiena.Jaep. | Jaep. Lektüre aus Herrigs
Lektüre aus Herrigs Cl. Cl. Authors.
Authors, Macaulay, History | Sillem, Schepkowski.
of England Chpt. 3 und 4 Stunden.
Dickens, The Chimes.
Paul, Schepkowski.
4 Stunden.
4. Englisch.
Wiederholung des gesamten Neueste Geschichte
5. Geschichte.
| Geschichtstoffes. seit 1789.
Di Sillem,Fleischfresser.| Paul, Fleischfresser.
. 3 Stunden. 2 Stunden.
Wiederholung a. d. ganzen | Asien, Amerika, Holland,
Gebiete d. Geographie mit | Belgien, Schweiz, Ungarn,
besonderer Berücksichti- | Afrika, Australien, Russ-
gung von Amerika, Asien | land und Britisches Reich.
und Europa. Sillem, Groß.
Direktor, 2 Stunden.
Fleischfresser. 2Std.
6. Geographie.
Er
Einleitung in die Schriften
d. alten u. neuen Testaments
mit besonderer Berücksich-
tigung des Pentateuchs und
der Apostelgeschichte. Ge-
lernt, bez. wiederholt: Die
5 Hauptstücke. Sprüche u.
Lieder.
Sıllem. 2 Stunden.
Lektüre aus IlIopf und Paul-
siek II, 1. Schillers Balladen.
Abschnitte aus der Gesch.
d. 30jährigen Krieges, resp.
des Abfalls der Niederlande.
Iiingehenle Besprechung
ausgewählter Gedichte und
Deklamation derselben. Ue-
bungen im Disponieren und
alle 2 Wochen 1 Aufsatz.
Syntax des einfachen und
zusammengesetzten Satzes.
Aufangsgründe der Metrik.
Thien, Fleischfresser.
2 Stunden.
—
Ploetz, Schulgrammatik
Lek. 46—69. Exercitien n,
Bertrams Uebungsstücken.
Lektüre: Ausgew. Stücke
aus Herrig, La France litt.
Gelernt: Vokabeln n. Ploetz,
Vocabulaire syst.
Schepkowski, Thien.
4 Stunden.
Gesenius, 2, Th. $ 65—139.
Wöchentlich ein Exereit. od,
Extemporale. Lektüre aus
Herrigs Cl. Authors.
Paul, Schepkowski,
4 Stunden.
Neue Geschichte
bis 1789,
Fleischfresser 2 Std.
Deutschland u. Ocsterreich,
physikalisch und politisch.
Thien, Fleischfresser.,
2 Stunden.
bis Michaelis durchzunehmenden Lehrstoff.
| a a a
Tertia Quarta Quinta | Sexta
| |
Das zweite Hauptstück Das erste und dritte Bihl. Geschichten des N. T. | Bibl. Geschichten des A. T.
Gelernt bezw. wiederholt: Ulauptstück. nach Preuss und Wieder- | nach Preuss; zur Zeit der
Die 3 ersten Hauptstücke | Gelernt, bezw. wiederholt: | holung der alttestament- |hohen Feste die neutesta-
mit Luthers Erklärung. | Das erste und dritte Haupt- | lichen Geschichte. Gelernt: | mentliche Festgeschichte.
Sprüche und Lieder. stück, mit Luthers Erklä- | Das erste und dritte Haupt- | Gelernt: Das erste und
Sillem, Fleischfreser. | rung, das zweite Hauptstück | stück mit Luthers Erklä- | dritte Hauptstück ohne Er-
2 Stunden. ohne Erklärung. rung. Sprüche und Lieder- | klärung. Sprüche und
Sprüche und Lieder. verse, Liederverse.
Bellardi. 2 Stunden. Bellardi. 2 Stunden. |Weidemann, Schulze.
2 Stunden.
SOBER BEERTEIENN ERS LEN RG SR ad a ma a de ELENA SERSSEHSSCHTEN
Lektüre aus Hopf und Lektüre aus Hopf und Leschhungen aus Hopf und | Leseübungen aus Ilopf und
Paulsiek II. 1 verbunden mit ! Paulsick I. 3, Deklamation | Paulsiek I. 2. Wiedererzäh- | Paulsiek I. 1. Gedichte wur-
Ilen des Gelesenen. Lernen | den welernt, kleine Fabelnu,
gehende Besprechung von;im Wiedererzählen pro- von Gedichten. Wöchentlich | Erzählungen anfangs münd-
Gedichten (hauptsächlich | saischer Stücke. Aufsätze | eine schriftliche Arbeit zur | lieh, später auch schriftlich
Schiller und Uhland), und | im Anschluß an das Lese- | Üehung inder Orthographie | wiedererzählt. Ortlogra-
Deklamation derselben. Alle | buch und an den geschicht- | nnd Inter punktion und ein | phische Diktate. Die Rede-
Wochen 1 Aufsatz. größten- | lichen Uuterricht. Satz- | Aufsatz erzählenden oder | teile. Subjekt und Prädikat
teils im Anschluß an die |n. Interpunktionslehre. Der | heschreibenden Inhalts. Der ! mac ‘h Engelien I. 1. und
Dispositionsübungen. Ein-! von Gedichten u. Uchungen
Lektüre. l’ormen- und Satz- | einfache u. der zusammen- | einfache Satz nach Evge- 2 Stufe.
lehre nach Eneelien II. | oesetzte Satz nach Enge- lien I. 3 Stufe. Weidemann, Schulze.
2, Stufe. lien IT. }. Stufe. 3ellardi, Schröter. 6 Stunden.
Dilling, Neuhans. Blascke, Davids 5 Stunden,
4 Stunden. 4 Stunden. |
— a en — | —— — oo - 1. nn - u ._. _ — ne m —— [u
Ploetz, Schulgrammatik | Ploetz, Elenenlerenm E Ploetz, En Ploetz, Elementargramın.
Lekt. 10— 45, Lektüre: Aus- | Lekt. 90 bis zu Ende. Un- Tekt. 54—90. Lektüre der Lekt. 1—53
gewählte Stücke aus Ploeiz. | regelmüßigkeiten der Kon- | Lesestücke 1—16 ans der! Weidgmann. sie
Chrestomathie, vorwiegend jugation nach Ploetz, Schul-| Elementargrammatik. 6 Stunden.
Bellardi, Schröter.
historischen Inhalts. granım. 1—9. Tektüre der |
6 Stunden.
Gelernt: Vokabeln nach | Lesestücke a. d. Elementar-
Ploetz, Petit Vocabulaire. | gramınatik und aus Ploetz, ;
Neuhaus. 6 Stunden. Chrestomathie. |
Davids, Schröter. 6Std. |
—— _ — — mu | > mm m um am ne me nenn 0 oem uunamen | aupumeeen nme mo mm nm am 0 um at Min 0 en ie nn
Gesenius, Lehrbuch Teil 2 ae Lehrbuch Teil 1.
S& 1—64. Wöchentliche Exereitien.
Lektüre aus Grügers Extemporalien, namentlich ı
Lesebuch. zur Einübung der unregel- |
Blascke, Davids. mäßigen Verba. |
4 Stunden. Blascke, Davids.
4 Stunden.
Geschichte des Mittelalters. | Alte Gesclichte. Saren und biographische
Fleischfresser, Direktor, Davids. Charakterbilder aus Jer
Neuhaus. 2 Stunden. 2 Stunden. i alten Geschichte. R
| Bellar di. 2 Stunden. |
Das außerdeutsche Europa, | Die fremden Weltteile, | Europa mit besonderer Be- | Allgemeine Beschreibung
physikalisch und politisch. physikalisch. tonung Deutschlands, der Kirdoberfläche nach den
Dilling, Neuhaus. Direktor, Davids. physikalisch. horizontalen Dimensiouen.
2 Stunden. 2 Stunden Neuhau:, Schröter. [Schulze S.2, W. 18Std.
w
|
|
| 2 Stunden.
| i me,
—eee EEE
|
—eeee ee sEneEEEEEEEEEEEDSEEEEEEESEESERREEEEeESEEaNENEEEEEEEEREEESEEEESEELEEREREGEEREEEREEEEEREAEEEEEEEEEEEESEREEREEETEREÄEEREEEERSREgREpEEEEREEERSE
Lehrgegenstand Oberprima Uuterprima Secunda
7. Naturgeschichte. |Das Wichtigste über Bau | S.: Anatomie u. Physiologie | S.: Kryptogamen.
und Kintstehungsgeschichte des Menschen. | W.: Typus der Wirbeltiere
dl. Erdkruste. Repetitionen. | W.: Specielle Uebersicht (Schluß.)
Groß, Dilling. der wichtigsten Mineral- Groß, Dilling.
2% Stunden. gruppen. 1 Stunde.
Groß, Dilling.
2 Stunden.
8. Physik. Mechanik. Elektricität, Magnetismus, | Hydrostatik und Aerostatik,
Matbem. Geographie. Re- Akustik, Optik. Wärme.
petition d. ganzen Pensums. Braasch, Böger. Braasch, Böger.
Braasch, Böger. 2 Stunden. 2 Stunden.
2 Stunden. j
9, Chemie, Erweiternde Repetition der | Die Metalle. Einleitung in | Die Metalloide und ihre Ver- |
anorganischen Chemie mit die analyt. Chemie. bindungen unter einander. |
bes. Berücksichtigung der | Stöchiometrische Aufgaben. Groß, Dilling. Ä
Technologie. Die für die | Groß, Dilling. 2 Stunden.
Ernährung und die Hauyıt- | 2 Stunden. | |
gewerbe wichtigsten orga- |
nischen Stoffe. |
Groß, Dilling. | |
EA 2 Stunden. |
10. Mathematik. Stereometrie. Arithmet. u. Trigonometrie. | Repetition d. Tertiapensums.
geometrische Progressionen.| Logarithmen, Gleichungen | Aehnlichkeit der Dreiecke.
Zinseszins- u. Rentenrechn. | des zweiten Grades mit | Kreislehre. Constructions- |
Kettenbrüche. Quadratische | einer u. zwei Unbekannten. | aufgaben. — Repetition des |
Gleichungen mit mehreren Braasch, Böger. Tertiapensuns. Potenzen u. |
® Unbekannten. 5 Stunden. | Wurzeln. Gleichungen des |
Braasch, Böger. ersten Grades mit einer und
5 Stunden. mehreren Unbekannten.
Braasch, Böger. 5 Std.
11. Rechnen. Wiederholungsaufgaben aus | Wiederholungsaufgaben |Repetition d. Tertiapensums.
dem ganzen Gebiet der | über Diskonto u. Zahlungs- | Wechselkurs, Zahlungs-
bürgerl. Rechnungsarten. | termine. Kontokorrente, |termin. Diskonto, Waaren-
Blascke. 1 Stunde. Fakturen, Arbitrage, Kalku- rechnung.
lation, Kalkulationstabellen. | Blascke. 2 Stunden.
Blascke. 1 Stunde. |
—
12. Schreiben. |
|
|
13. Zeichnen. Freihandzeichen nach schwierigeren Gipsmodellen, Freihandzeichen nach
14.
15. Turnen.
Singen.
Anleitung zur selbständigen Erfindung von Ornamenten |in Holz, Metall und Gips,
aus früher gezeichneten Pflanzenteilen. Die Geübteren | auch n. Naturgegenständen,
erhielten auch Anleitung zur Ausführung ihrer Zeich- | namentlich Pflanzenteilen.
nungen in Wasserfarben. Frühauf. 2 Stunden.
Frühauf. 2 Stunden.
nach ausgestopften Tieren, Muscheln und Insekten, | Modellen verschiedener Art |
|
Ein aus den stimmbegabten Schülern der Oberklassen und den geübtesten Quartanern
gebildeter Sängerchor wurde im melrstimmigen Gesang weiter ausgebildet.
Bünz. 2 Stunden.
Die Schüler turnten das ganze Jahr in 9 Abteilungen je 2 Stunden; die
besonderen Stunde geübt. Dispensiert waren von allen Uebungen 9, zeitweilig 3, von
Tertia
Quarta
S.: Specielle Uebersicht | S.: Specielle Uebersicht d.
der Monokotyledonen. Ana- | ' Dikotyledonen.
Anatomie
tomie und Physiologie der. u. Physivlogie d. Pflanzen,
Pflanzen. (Schluß.)
W,.: Typus der Wirbeltiere
(erster Teil).
Groß, Dilling. 2 Std.
Flemente der Planimetrie
bis zum pythagoräischen
Lehrsatz. Die Buchstaben-
rechnung bis zu den Po-
tenzen. Gleichungen des
ersten Grades mit einer
Unbekannten.
Böger, Schröter.
4 Stunden.
Schriftlich: Verwandlung
der Maße u. Gewichte ver-
schiedener Länder; Geld- u
Wechselkurs. Kopfrechnen:
Brüche, Zinsen, Gewinn u.
Verlust, Flächenrechnung.
Bla scke, Lüthje.
3 Stunden.
Rosenkranz, Vorschriften.
2. Heft.
Johannssen. 2 Stunden.
Freihandzeichnen nach den
lHeimerdingerschen Model-
len und mannigfaltigen
Uebungsniodellen.
Frühauf. 2 Stunden.
ee wi | m en
(erster Teil).
Typus der Glieder-
en Specielle Ueber-
sicht der hierhergehörigen
Klassen.
_ Groß, Dilling. 2Std.
Wiederholung d. vier Spe-
cies mit geineinen Brüchen.
Decimalbrüche. Regeldetri.
Kopfrechnen: Brüche, Zin-
sen, Gewinn und Verlust.
Lüthje, Pohlmann.
4 Stunden.
Rosenkranz, Vorschriften.
2. Heft.
Johannssen. 2 Stunden.
Anfangskursus i. Freihand-
zeichnen nach den Heimer-
dingerschen Holzmodellen. .
Frühauf. 2 Stunden.
Choräle ein-u.mehrstimmipg.
Lieder zwei-u. dreistimmig.
Stimm- und Treffübungen. :
Bünz. 2 Stunden.
Lehrer:
Viederholung d. vier Spe- | Wiederholung d. vier Spe-
cichnon nach der Natur. |
Quinta II. PER IRRE... HU SEE... KR DO... HE Sexta
S.: Einführ. 1. d. Linnesche | S.:
u. d. natürl,. Pflanzensyst. |
Beschreibung u. Bestimmg. ! W.:
dikotyledoner Pflanzen. der Lehre vom Menschen.
Abschl. d. Organographie. | Beschreibung je eines Ver-
W.: Typus der Urtiere, ! ! treters aus den fünf Klassen
Darmlosen, Stachelhäuter, der Wirbeltiere.
Würmer und Weichtiere. Behnlze. S. 1, W. 2 Std.
| Groß, Dilling. 2 Std. |
Beschreibung bekann-
terer Pflanzen.
Das Wichtigste aus
cies mit benannten Zahlen. | cies mit unbenannten Zah-
Die vier Species mit ge- |len. Das Resolvieren und
meinen Brüchen u. Decimal- | Reducieren, die vier Species
brüchen nach Saggau Heft3. | mit benannten Zahlen nach
Pohlmann,Hohenstein.! Saggau, Heft 2
4 Stunden. |Weidemann, Schulze.
4 Stunden.
Rosenkranz, Vorschriften. Resenkranz ‚ Vorschriften.
2. Hefi. 1. Heft.
Weidemann. 3 Stunden. | Weidemann, Schulze.
3 Stunden.
Freihandzeichnen krumn- | Freihandzeichnen <rad-
liniger Figuren n. Desch- | liniger Figuren nach Stuhl-
ners Tabellen. Blätter- | manns Tabellen.
Frühauf. 2 Stunden.
Frühauf. 2 Stunden.
| “Chorälo einstimmig. Lie- | Choräle einstimmig. Lieder
; der zweistimmig. Stimm- ‘einstimmig. Stimm- und
und Treffübungen. Treffübungen.
| Bünz. 2 Stunden, i Bünz. 2 Stunden.
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Jüngern klassenweise, die ältern in Riegen. Aus III bis I wurden Vorturner während des Sommers - in einer
allen Gerätübungen 6, von einigen 8 Schüler.
Thien für I, U, III, IV. Dormeyer für V, VI
———— —————
34. Stundenverteilung für das Sommersemester 1881.
Vorschule
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111
Wangemann, Biblische Geschichten
für die Elementarstufen I.
Paulsiek, Deutsches Lesebuch für
Vorschulen hönerer Lehranstalten
(Septima) 1881.
Harder, Grundlagen f. d. ersten Unter-
richt in der deutschen Sprache,
Heft 1.
Rosenkranz, Vorschriften, Heft 1,
Saggau, Rechenschule, Heft 2.
Müller-Hartung, Vaterländ. Lieder-
buch, Heft 1.
Schiefertafel, Ziegler oder Faber
Nr. 11.
Federkasten mit: 1 Bleifeder (Nr. 3),
2% Griffeln (Gutknecht), 2 Feder-
haltern, Federdose mit mehreren
Federn, Federwischer und Gummi.
Schwammdose mit Schwamm und
ein kantiges Lineal.
2 Schreibhefte mit 15 Doppellinien,
% mit 11 Doppellinien, 2 mit
15 einfachen Linien und Rand-
linie, 2 mit Netzen, ein Verkehrs-
buch und ein Aufgabenbuch.
Wangemann, Biblische Geschichten
für die Elementarstufen 1.
Paulsiek, Deutsches Lesebuch für
Vorschulen höherer Lehranstalten
(Octava) 1881.
Harder, Grundlagen f. d. ersten Unter-
richt in der deutschen Sprache,
Heft 1.
Rosenkranz, Vorschriften, Heft 1.
Saggau, Rechenschule, Heft 1.
Müller-Hartung, Vaterläud. Lieder-
buch, Heft 1.
Schiefertafel, Ziegler oder Faber
Nr. 9.
Federkasten mit: 1 Bleifeder (Nr. 3),
2% Griffeln (Gutknecht), 2 Feder-
haltern, Federdose mit mehreren
Federn, Federwischer und Gummi.
Schwammdose mit Schwamm und
ein kantiges Lineal.
% Schreibhefte mit 11 Doppellinien,
2% mit Netzen, 2 mit Richtungs-
linien, ein Verkehrsbuch und ein
Aufgabenbuch.
Fibel von Gurcke. 1881.
Saggau, Rechenschule, Heft 1.
Schiefertafel, Ziegler oder Faber
Nr. 9.
Federkasten mit: 2 Griffeln (Gut-
knecht), 2 YFederhaltern, Feder-
dose mit mehreren Federn, Feder-
wischer.
Schwammdose mit Schwamm.
2 Schreibhefte mit 11 Doppellinien,
1 mit Netzen, 2 mit Richtungs-
linien und ein Verkehrsbuch.
Die gedruckten Bücher sind in den neuesten Auflagen anzuschaffen und in schwarzen Kaliko einzunähen.
u. OL
Mitteilungen an die Eltern®unserer Schüler.
1. Nach der Bestimmung des Reichsimpfgesetzes sind im Jahre 1882 alle diejenigen
“ Schüler der Wiederimpfung zu unterziehen. welche im Jahre 1870 geboren sind, sofern
dieselben nicht nach ärztlichem Zeugnisse in den letzten 5 Jahren (also 1877—1881) die
natürlichen Blattern überstanden haben oder mit Erfolg geimpft sind. Ebenso sind in
diesem Jahre diejenigen in den Jahren 1868 und 1869 geborenen Schüler nochmals zu impfen,
bei denen die Impfungen der Jahre 1880 und 1881 erfolglos waren. Die Bescheinigungen
der erfolgten Wiederimpfung, beziehungsweise die Bescheinigungen der gesetzmäßigen Be-
freiung von der Impfpflicht, sind dem Medicinalbureau (Admiralitätstraße 3/4 II)
zwischen 9 und 1 Uhr vorzulegen.
2. Auf einige Bestimmungen der Schulordnung ist auch diesmal ganz besonders
aufmerksam zu machen:
Die Dispensation vom Turnunterrichte kann nur auf Grund eines nach dem
festgesetzten Formulare ausgestellten ärztlichen Attestes erfolgen, welches erforder-
lichen Falles dem Medicinalkollegium zur Prüfung vorgelegt wird.
Dem Klassenlehrer ist von allen Privatstunden, die ein Schüler empfängt oder
erteilt, Mitteilung zu machen.
Jeder Schüler hat sich zur rechten Zeit, weder zu spät noch zu früh, in
der Schule einzufinden (also zwischen 8% und 9 Uhr). Um 9 Uhr spätestens müssen
alle Schüler versammelt sein.
Ist ein Schüler durch Krankheit am Schulbesuche verhindert, so ist dem Klassen-
lehrer davon möglichst bald Anzeige zu machen. Zur Versäumnis der Schule aus andern
Gründen ist vorher rechtzeitig die Erlaubnis des Direktors nachzusuchen.
Soll ein Schüler mit dem Ablaufe eines Vierteljahres die Schule verlassen, so
ist seitens des Vaters oder Vertreters sechs Wochen vorher dem Direktor die Anzeige
zu machen. — Bei später erfolgender Abmeldung bleibt die Verpflichtung zur Zahlung
des Schulgeldes für das folgende Vierteljahr bestehen.
3. Der Anfang der vierwöchentlichen Sommerferien fällt in diesem Jahre auf
Sonnabend den 15. Juli.
4. Die Bekanntmachungen der Schule werden nur im Amtsblatt (Hamb. Correspondent)
und durch Anschlag am Eingang der Schule veröffentlicht.
Hamburg, im März 1882.
Dr. ©. Redlich.
Anhang.
-
Schülerverzeichnis.
(* bezeichnet die im Sommersemester 1881, ** die im Wintersemester 1831/32 abgegangenen Schüler.)
Ober-Prima. (0O.) 34 | 3 | Dittmer, Charles. 71| 16 | * Staats, Christian.
Durchschnittsalt. Ost. 1382: | 35 4 | Jacobson, Diedrich. 72| 17 | Stange, Eduard.
17J.4M.; d.öü.Sch.18J.sM., | 36 | 5 | Mathiason, Eduard. 73| 18 | Stockfleth, Wilhelm.
d. j. Sch. 6 I. 2M. 37 6 |; Mathiason, Emil. 74| 19 | Vietense, Wilhelm.
3. 4. 1 Deine. Oskar 38 | 7 | Penkert, Carl. 75| 20 | Zitzke, Wilhelhn.
2| 2 | Böcler, Albert. ae . |
3| 3 | Dannenfeldt, Henry. : Ba s Secunda. (M.)
4| 4 | Heilbut, Siegfried 41 | 10 | Schwindrazheim, Oskar. a
Bl 5 Hesekiel Hesrel, 42 | 11 | Seippel, Georg. Durchschnittsalt. Ost. 1882: |
6| 6 | * Hoffmann. Carl. 14J.10M.;d.ä.Sch. 169. 11M., |
y/ n Kober, Erich. Unter-Prima. (M.) d. ]- Sch. 13 J. 2 M.
8 8 Marlensen, Eduard. Durchschnittsalt. Ost. 1882: | 76| 1 | Behrens, Wilhelm.
9\| 9 | * Mathiason, Martin. 159. 10M.;d.ä.Sch.16J.1oM., | 77| 2 | Bohlmann, Wilhelm, |
n 2 Pe ee d. j. Sch. 14.J. ııM. n8l 3 | %* Brauer, Wilhelm. |
rü ns. Ali |
1211 Schabert, "Fchn. 43 | 1 | Borchardt, Siegmund. 2 : A |
13 | 13 | * Schröter, Hans. 44 | 2 | Delbanco, David. 8ı|l 6 | Grütz Wilhelm |
14 | 14 | * Sillem, Carl. de en 82! 7 | Günther, Louis.
1515 |» Wild, Pal | | 88] 8 Madeler Theodor
: 48 | 6 | Hennings, Johannes. =: > K hr] ne
Ober-Prima. (M) 49 | 7 | Herschel, Moritz. Su 11 Kehrhahn' A 1 ;
Durchschnittsalt. Ost. 1882: | 50 8 | Hische, Georg. 87| 1 Klör Rich ng SA:
169.9M.; d.&.Sch.17J.aM., | 51 | 9 | Oehlerking, Carl. 712 anal
; 5 88 | 13 | Koch, Otto.
d. j. Sch. 15 J.4M. 52 | 10 | Radbruch, Rudolph. 89| 14 | Kolbow. Otto
16 | 1 | * Aron, Alfred. 53 | 11 | Rieck, Albert. 90| 15 | * Lambrecht, Hermann
17 | 2% | Bartz, Arthur. 54 | 12 | * Tiemer, Georg. 91| 16 | Langhoff Geör j |
18 | 3 | * Brekelbaum, Carl 55 | 13 | Trübenbach, Anton. 92| 17 | Möller, Adolf. 8. |
19 | 4 | * Eigendorf, Friedrich. 93| 19 | * Möller, Hen |
20|ı 5 | * Freyda Ernst 4 Müller =
| a Car) . Seeunda. (O.) 94 | 19 üller, Alexander.
22 "| * Hamm "Hu Ss Durchschnittsalt. Ost. 1882: 35 | 20 Oehlerking, Friedrich,
en ne 159.9M.; d.&. Sch. 17J.5M., | ?6| 21 | * Oelkers, Johann.
24| 9 | Moritz, Edgar Re 98 | 23 Ringer Ohristorh
’ . N A
25 | 10 | Richters, Heinrich. 56 1 | * Asmussen, Carl. 99| 24 Rode, Waldemar.
26 | 11 | Rode, Albert. 57 | 2 | * Cordes, Hermann. 100 | 25 | Röpke, Theodor.
27 | 12 | * Rode, Gustav. 58 | 3 | Delbanco, Albert, 101) 26 | Schilling, Ernst.
28 | 13 | Scheel, Rudolph. 569 | 4 | ** Eggers, Ernst. 102 | 27 | Schroeder, Edgar.
29 | 14 | * Simms, Frederick. 60 | 5 | Ferber, Johann. 103 | 28 | Schröter, Paul. |
30 | 15 | Stein, Charles. 61 | 6 | Hansen, Adolph. 104 | 29 | Zürn, Walter. |
31 | 16 | * Zitzke, Carl. 62 | 7 | * Hemm, Richard. !
63 | 8 | Heuck, Wilhelm. |
A 64 | 9 | * Hirsch, Adolf. Tertia (O.
Unter-Prima. (0). 6 | 10 | * Lehsten, Rudolf. indheeinitt (9)
Durchschnittsalt. Ost. 1882: 6 | 11 Möller, Friedrich. urchschnil tsalt. Ost. 1889:
169. —M.;d.&ä.Sch. 16J.11M., r 14J.4M.;d.&.Sch. 15J.10M.,
67 | 12 Petersen, Adolph. d. j. Sch. 12J. sM
d. j. Sch. 159. 2M. 68 | 13 | Schlüter, Hugo. BU TREND
32 | 1 | Busse, Albert. 69 | 14 | * Schrödter, Alexander. |105| 1 | Behrens, Otto.
8383| 2% | Dirks, Andres, 70 | 15 | Schroeter, Alfred. 106 | 2 | Behrmann, Caesar.
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156
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158
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26
27
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29
30
31
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15
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Brandt, William.
Breitag, Heinrich.
Bülow, Louis.
* Caspritz, August.
* Christiansen, Alfred.
* Dannies, Bernhard.
v. Drateln, Hermann.
Eichholz, Carl.
* Freudenfels, Hugo.
Grambow, Rudolf.
Hacke, Rudolf.
* Hille, Carl.
Isterling, Richard.
Kühn, Albert.
Meyer, August.
* Meyer, Carl.
* Meyer, John.
Nottebohm, Carl.
Osenbrüg, Bernhard.
Plagemann, Carl.
Pohlmann, Juan.
Prall, Theodor.
Rode, Julius.
Rode, Maximilian.
Ruben, Albert.
Salomon, Felix.
Sauerland. Otto.
Schultz, Wilhelm.
* Schwenn, Carl.
* Thielecke, Heinrich.
* 'Thoms, Emil.
Tiedemann, Hans.
Wagener, Conrad.
* Winkler, Karl.
Tertia (M.)
Durobschnittsalt. Ost. 1882:
13J. 10M.; d.ä.Sch. 15J.5 M.,
d. j. Sch. 12 J. 8M.
Bartholomaei, Otto.
v. Bostel, Georg.
Böttcher, Friedrich.
Buchheister, Alfred.
Buchheister, Jürgen.
Bunger, Hinrich.
Dengel, Arthur.
Ehrenberg, Paul.
Eigendorf, Henry.
Grambow, Walther.
Gülzow, Richard.
Herschel, Alfred.
Jacoby, Robert.
Kolbe, Oscar.
Kreiß, Johann.
Krumbf, Wilhelm.
Lambrecht, Wilhelm.
Lüders, Alfred.
* Lüders, Otto.
Meyer, William.
Möller, Johannes.
* Müller, Robert.
166
167
168
169
170
171
172
173
163
164
165
174 |
|
|
210
211
212
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214 |
215
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217 |
23
24
25
26
27
28
29
30
81
32
33
34
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40
41
42
43
23
Petersen, Friedrich.
Quast, Rudolf.
Quedens, Georg.
Raaff, Martinus.
Riecke, Ernst.
Schlichting, Hermann.
Schulze, Carl.
Schupp, Ferdinand.
Seumenicht, Gustav.
Sımms, Robert.
Spiro, Paul.
Zenner, Paul.
Qnarta. (O)
Durchischnittsalt. Ost. 1382:
12J.8M.; d.ä. Sch. 15J.3M.,
d. j. Sch. 11J. 9 M.
Bär, Emil.
Baldamus, Hans,
Bartz, Oskar.
Breitag, Georg.
Bröse, Richard.
Büsch, Alfred.
Cohn, Hermann.
Diedrichsen, Harri.
Eckmanu, Robert.
(rabo, Otto,
Haltermann, Hermann.
Hildesheim, John.
Jacob, Carl.
Jensen, Maximilian.
* Joseph, Louis,
* Klement, Albert.
Koopmann, Adolph.
* Koopinann, Walther,
Libbertz, Garl.
x* ]aohse, Paul.
Lüders, Henry.
Marcus, Gustav.
Meyer, Alfred.
Meyer, Felix.
Möller, Gustav.
Nottebohm, Wilhelm.
* Rau, Willy.
Ruben, Rudolf.
Runge, Oscar.
Schmuck, Paul.
Schneider, Christian.
* Schrotzberger, Wilhelm.
Schultz, Georg.
Schwindrazheim, Huso.
Semler, Alfred.
Steinmann, Adolf.
Stellfeldt, Hermann.
Stubbs, Walter.
Thiemicke, Leopold.
Wermecke, Martin.
Wilckens, Hugo.
\Wilckens, John.
Wordtmann, Julius.
263
264
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Quarta. (M.)
Durchschnittsalt. Ost. 1832;
12J.6M.;d.ä. Sch. 14J.8M.,
d. j. Sch. 11J.—M.
Arlt, Georg.
Barkow, Fritz.
Bauer, Georg.
* Behm, Heinrich.
Brodersen, Martin.
Dabelstein, Friedrich.
v. Drateln, Max.
Ebell, Carl.
Ehrenstein, Richard.
Fick, Gustav.
Franc v. Liechtenstein,
Karl.
Godenrath, Julius.
* Grotli, Wilhelm.
Hart, Hermann,
Hoffmann, William.
Holweger, Johannes,
Hüne, Julius.
Klentze, Friedrich.
Krämer, Gustav.
Ludwigs, Emil.
Lüders, Hugo.
Matthiessen, Richard.
Meinke, Rudolf.
Menke, Theodor.
Meyer, Carl.
Miehlmann, Johann.
Ohlsen, Franz.
Parey, Thomas.
Petersen, Carl.
Pollitz, Siegfried.
Raaft, Albert.
Rau, Theodor.
Röhrs, Henıy.
Röpke, Willy.
Rulcovius, Frederec.
Samson, John.
Schnede, William.
Schrader, Otto.
Schrödter, Carl.
Schröter, Willibald.
Schwencke, Emil.
Semler, Ludwig.
Thoms, Robert,
Witt, Rudolph.
* Wunberger, Max.
Quinta. (O.)
Durchschuittsalt. Ost. 1832:
12J.1M.;d.&.Sch.13J.—M.,
d. j. Sch. 109.4 M.
Aders, Franz.
* Angelbeck, Alfred.
Anthonissen, Hans.
Arnoldson, Carl August.
267
268
269
270 |
271
2712
273
274
275
276
277
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2719
280
281
282
253
284
235
236
237
288
289
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291
292
293
294
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296
297
298
299
300
301
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312
318
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25
27
25
29
30
51
32
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39
40
41
42
43
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Bauer, Heinrich.
Böttcher, Anton.
Bötticher, Willy.
Brakel, Hermann.
Braun, Gustav.
Brüel, Eduard.
Büchtmann, Jean.
Bundtzen, Heinrich.
Burmester, Friedrich.
* Delbanco, Paul.
Epstein, Arthur.
Feldmann, Paul.
v. Franck, Ernst.
** Füslein, John.
Gerber, Ernst.
Gerdes, Wilhelm.
Glashoff, Christian.
Harden, Emil.
Harding, Julius.
Hast, Hugo.
Hunderlage, Wilhelm.
Jacobson, Eduard.
Lange, Miliam.
Langhans, Adolylı.
Löffler, Gustav.
Martens, Carl.
* Nagel, Caesar.
Nehemias, Max.
Peyn, Carl.
* Plate, Ferdinand.
Richters, Max.
Ruben, Max. -
* Schneemann, Wilhelm.
Schröder, IIenning.
Seligsohn, Robert.
Wernecke, Henry.
Wichmann, Carl.
Wiedemann, Max.
Wöltje, Jean.
-Zenner, Hermann.
Quinta,
(M.)
"Durchschnittsalt. Ost. 1882:
11J.2M.;d.ä.Sch.12J.3M.,
d. j. Sch. 10J.2M.
Appel, Albert.
Bauer, Emil.
** Belhrmann, Wilhelm 7
Bertram, Wilhelm.
Borchert, Paul.
Breitag, John.
Brüel, Wilhelın.
Clausen, Johann.
Clesle, August.
Cohn, Max.
Dabelstein, Willy.
Dimer, Julius.
Ferber, Max.
Franzen, Alexander.
* Friedländer, Georg.
322| 16
323| 17
324! 18
325 | 19
326 | 20
327| 21
328 | 22
329 | 23
330 | 24
331| 25
332 | 26
333 | 27
334 | 28
335 | 29
336 | 30
337| 31
338 | 32
339 | 33
340| 34
341| 35
342! 36
343 | 37
344 | 38
345 | 39
346 | 40
347 | 41
348 | 42
349 | 43
350! 44
351| 1
352| 2
3535| 3
354 | 4
3555| 5
3566| 6
357| 7
3858| 8
359| 9
360 | 10
361| 11
362 | 12
363 | 13
364 | 14
365 | 15
366 | 16
3867| 17
368 | 18
369 | 19
3701| 20
871| 21
372 | 22
3731| 23
374 | 24
375 | 25
376 | 26
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24
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Gaspary, Julius.
Grabo, Christian.
Hast, Fritz.
Heidner, Fritz.
Heimerdinger, Erwin.
Höhne, Wilhelm.
Köhn, Adolph.
Köster, Hugo.
* Kohfahl, Heinrich.
Krekeler, Alfred.
Lau, Claus.
Lüders, Gustav.
Mensing, Carl.
Mensing, Ernst.
Meyer, John.
Moritz, Otto.
Nehemias, Alfred.
* Neupert, Carl.
Pauls, Johannes.
Peters, Franz.
Rohlfsen, Rudolph.
Sauerland, Hugo.
* Schrotzberger, Friedr.
* Schrotzberger, Johs.
Seybold, Carl.
Sperling, Friedo.
Stern, Julius.
Wernecke, Christian.
* Wunberger, Paul.
Sexta. (O.)
Durchschnittsalt. Ost. 1882:
1WJ.8M.;d.3.Sch.12I.—M.,
d. j. Sch. 9J. 10M.
* Albers, Paul.
* Baalmann, Johann.
* Barnbrock, Adolf.
* Beckmann, Albert.
Benöhr, Friedrich.
Böse, Wilhelm.
Böttger, Rudolf.
Buchheister, Paul.
Dahnert, John.
Eckmann, Alfred.
Freydag, Gustav.
** Füslein, Carl.
Grünberg, Heinrich.
Haegely, Heinrich.
Heumann, Wilhelm.
Heysen, Otto.
Kehrhahn, Friedrich.
Leimitz, Otto.
Leopold, Julius.
Loeser, Adolf.
* Löwenthal, James.
Lüders, Wilhelm.
Martens, Carl.
Matthiesen, Thomas.
Meinert, John.
Mensing, Hermann.
377| 27
378 | 28
379 | 29
380 | 30
8381| 81
382 | 32
383 | 33
384 | 34
885 | 35
386 | 36
387 | 37
388 | 38
889 | 39
390 | 40
3891| 4l
392 | 42
398 | 43
394 | 44
395 | 45
396 | 46
7 47
|
|
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4038| 6
404| 7
405| 8
406 | 9
407 | 10
408| 11
409 | 12
410| 13
411} 14
412| 15
413 | 16
414| 17
415 | 18
416 | 19
417| 20
418| 21
419 | 22
420| 23
421| 24
422 | 25
423 | 26
424 | 27
425 | 28
426 | 29
427 | 30
4238| 31
429 | 82
430 | 33
431| 34
Meyer, Christian.
Mönneckenmeier, Hugo.
Neelsen, Carl.
Ohlsen, Alfred.
Poppe, Ludwig.
Reimers, Gustav.
Reimers, Max.
Rieck, Hans.
Rulcovius, Hans.
Saiuberlich, Theodor.
Schaeffer, Rudolph.
Sohn, Carl.
Staude, Guido.
Stellfeldt, Fritz.
Stoflregen, Wilhelm.
Thiesen, Hermann.
Thoms, Caesar.
Tiemer, Paul.
Weiler, John.
Wiener, Eduard.
Witt, Wilhelm.
Sexta. (M.)
Durchschnittsalt. Ost. 1982:
wJ. ıM.;d.&.Sch. 11J.3M.,
d. j. Sch. 9J. ıM.
Bär, Georg.
Barca, Gerhard.
Bleyer, Rudolf.
Brakel, Gustav.
* Clement, Ernst.
Cords, William.
Deicke, Rudolph.
Eberhard, Johannes.
Ehrenberg, Hugo.
Erken, Albrecht.
* Fett, Otto.
Gleue, Carl.
Gotschlich, Heinrich.
Grabo, Hugo.
* Ilertz, Emil.
Jens, Adolf.
Jürgens, Johannes.
Köllisch, Amandus.
Kols, Rudolf.
Kühne, Friedrich.
Le Moult, Robert.
Löge, Max.
** Lühmann, Friedrich
Mehrmann, Carl.
Meyer, Carl.
Miehlmann, Caesar.
Mühlbach, Adolf.
Niemann, Wilhelm.
Oldach, Ernst.
Petersen, Alfred.
Petersen, Wilhelm.
Römpler, Max.
Sauerland, Carl.
Scharnweber, Otto,
432
433
434
435
436
487
438
439
440
441
442
443
444
445
446
447
448
449
450
451
452
453
454
455
456
458
459
460
461
462
463
464
465
466
467
468
469
470
471
472
473
474
475
476
477
478
479
480
481
482
483
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
SO II DO m
Schlichting, Hinrich.
* Schrotzberger, Theodor.
Schulze, Walter.
Semler, Theodor.
Sörensen, Hermann.
Stapelfeldt, John.
Straßacker, Christian.
Susinann, Max.
Tiemer, Erich.
Trumpf, Conrad.
Wilkens, Alwin.
Vorschule.
Erste Klasse. (O.)
Durchschnittsalt. Ost. 188%:
9J.6M.;d.ä&.Sch.10J.—M.,
d. j. Sch. 8J. ıı M.
* Albers, Wilhelm.
Barckhan, Alfred.
Bauer, Gustav.
Bauer, Paul.
Bohlmann, Julius.
Camus, Wilhelm.
* Colshorn, Rudolf.
Fechser, Albert.
Genthe, Hugo.
Grünthal, Alfred.
Hackmack, Robert.
Häveker, Theodor.
Heimerdinger, Oscar.
Heysen, Adolph.
Heysen, Georg.
Hildebrand, Arthur.
Hornkohl, Guido.
* John, Gustav.
Jürss, August.
Kolbe, Richard.
Krämer, Claus.
Leisner, Carl.
* Loeser, Max.
Melchert, Waldemar.
Merzrath, August.
Möhl, Franz.
Nathan, Alfred.
Nehemias, Siegfried.
* Niebour, Max.
* Paul, Georg.
Persihl, Julius.
Pinnecke, Otto.
Plambeck, Julius.
Poluck, Oscar.
Ramme, Victor.
Rickert, Friedrich.
Rohlfsen, Otto.
Roxin, Adolph.
Sax, Samuel.
Scheel, Wilhelm.
Schulz, Johann.
484
485
486
487
488
489
490
491
492
493
494
495
496
497
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499 |
500
501
502 |
503 !
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505
506
507
508
509
510
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514
515 |
516 |
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518
519!
520
521|
522
523
525 |
526 |
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528
629
530
531
532
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535
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21
22
23
24
25 |
* Schwarting, Peter.
* Seeger, Alexander.
Siemann, Wilhelm.
Sievers, Otto.
Spiegeler, Ludwig.
Tessmann, Ernst.
Thomsen, Andreas.
Thormann, Max.
Tofohr, Otto.
Tröger, Niels.
Völk, Paul.
Weberling, Gustav.
* Weinbarg, August.
* Wolff, Paul.
Erste Klasse. (M.)
Durchschunittsalt. Ost. 1882:
y9J.ıM.;d.ä. Sch. 10J.5M.,
d. j. Sch. 8J.5M.
Baldamus, Friedrich.
Becker, Hermann.
Benedix, Nathan.
Braun, Hugo.
Dabelsteiun, John.
* Kitner, Fritz.
Franck, August.
Gaspary, Louis.
Gilbert, Carl.
Gögge. Gustav.
Goericke, Friedrich.
Groth, Paul.
Hansen, Ernst.
Harloff, Max.
Harms, Adolph.
Hartmann, August.
Hermann, John.
Hoefer, Edmund.
Holländer, Wolf.
* Jacobson, Adolf.
Johaussen, John.
Jonas, Leo.
Just, Gustav.
Kahl, Albert.
* Kern, Eduard.
26 | ı Koopmann, Ludwig.
27 | Langen, Ferdinand.
28 ! Lechler,
29 |
30
31 |
40
Richard.
| Lembcke, John.
Liebau, Ernst.
Lippe, Ernst.
Loßmann, Paul.
Marx, Hugo.
Meyer, Otto.
Müller, Ludwig.
* Murray, Kenneth.
Oertel, Wilhelm.
Ohrt, Amandus.
Parey, Paul.
Pohlmann, Andres.
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Rademacher, Waldemar.
* v, Rentzel, Albert.
' Rohde, Max.
Samson, Moritz.
** Scheer, Armand.
* Schlüter, Kirwin.
Schwartz, Johann.
Stahmer, Alfred.
Steinhauer, Caesar.
Stellfeldt, Albert.
Torffeldt, Carl.
Voss, Hermann.
* Wiepke, Otto.
Wordtmann, Hermann.
Zweite Klasse. (O.)
Durehschnittsalt. Ost. 1882:
SI.6N.;d. & Sch.9J.4M.,
d. j. Sch. 7J. 11M.
* Baalmann, Andreas.
Badenhausen, Edmund.
* Bittner, Carl.
Bramall, James.
Bülow, Felix.
Dimer, Gustav.
Doosc, Karl.
Eckermann, Friedrich.
Eckmann, Siegmund.
Gleue, Gustav.
Gretsel, Hermann.
Hagen, Gottfried.
v. Helms, Wilhelm.
Henuings, Alexander.
Jahn, Carl.
Jensen, Otto.
Inselmann, Robert.
Jost, Hans.
Kern, Alfred.
* Knappe, Georg.
Krekeler, Adolph.
‚, Kröuke, Ernst.
ı Kulhse, Albert.
Lüders, Johannes.
| Merkel, Alfred.
Michaelsen, Carl.
; Müller, Reinhard.
: Nielsen, Franz.
Oehlecker, Louis.
au, Willy.
* Petersen, Christian.
| Radel, Wilhelm.
; Reimer, Helmuth.
Remmers, Oscar.
Scharnweber, Emil.
Schneider, Ernst.
; Schnell, Alfred.
* Schulze, Ernst f
Sperling, Albert.
Spiegeler, Max.
Stein, Hermann.
4.
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Stoeckius, Otto.
* Stolte, Oscar.
Thoms, Ernst.
Thormann, Hugo.
Weiler, Emil.
Wilkens, Hugo.
Witt, Paul.
Wolff, Siegfried.
Zweite Klasse. (M.)
Durchschnittsalt. Ost. 1882:
8J.—M.;d.ä&. Sch. 8J. ııM.,
d. j. Sch. 7J.6M.
Bartram, Julius.
Beplat, Otto.
Bertram, Carl.
Bleyer, Dawid.
Böschke, Richard.
** Brandes, Robert. }
Chretien, Jean.
Clausen, Gustav.
Flindt, Hans.
Gögge, Oscar.
Greite, Georg.
Hansen, Adalbert.
Hansen, Jean.
Hermann, Sam.
Hesslein, Marum.
Heyer, Albert.
Hotes, Carl.
Jäger, Heinrich.
Kniffler, Roland.
Kotensen, Carl.
Kruszynski, Wolf.
Lüer, Eugen.
Matthiesen, Ernst.
Meyer, Emil.
Meyer, Hans.
Nagel, August.
* Neupert, Ernst.
Niemann, August.
Oertel, Carl.
Peters, Heinrich.
Pretzsch, Bernhard.
Redlich, Carl.
Reichow, Carl.
Reimers, Max.
Rieck, Otto.
Rosenberg, Paul.
Rust, Franz.
Samuel, Julius.
Schröter, Max.
Sohst, Emil.
Tischbein, Paul.
Uhle, Peter.
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Wilbelmy, Johannes.
Wittmaack, Caesar.
Wulft, Robert.
Zandt, Arthur.
Dritte Klasse. (O.)
Durchschnittsalt. Ost. 1882:
7J.6M.;d. &. Sch.8J.4M.,
d. j. Sch. 7I.—M.
Alpen, Otto.
Bartels, Peter.
v. Bostel, Rudolf.
v. Brocken, Max.
Dancker, Adolph.
Eckelmann, Albert.
Engel, Max.
Falk, Frido.
Fortense, Paul.
Frühauf, Alfred.
Frühauf, August.
Gade, Meno.
Gloe, Otto.
v. Gohren, Paul.
Gompertz, Adolph.
Haase, Wilhelm.
Haltermann, Johann.
Hass, Carl.
Heumann, Otto.
Hunderlage, Paul.
Johannssen, Conrad.
* Just, Carl.
Kühn, Johannes.
Löffler, Gustav.
Maass, Georg.
Mangliers, Heinrich.
Mensing, Albert.
Miehlmann, Max.
Milo, Hermann.
* Neupert, Hermann.
Oelkers, Hugo.
Parey, Gustav.
Penkert, Anton.
Rehbock, Wilhelm.
Reichwagen, Paul.
Rodewald, Hermann.
Sauerland, Peter.
Sauerland, Wilhelm.
Schaper, Henry.
Schlobohm, Arthur.
Schmaltz, Carl.
Sohst, Hermann.
Stoop, Otto.
Umlauff, Johannes.
Vermehren, Eduard.
Vogeler, Gustav.
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7141| 45
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Went, Johann.
Wichmann, John.
Wordtmann, Ernst.
Zimmermann, Alfred.
Dritte Klasse. (M.)
Durchschnittsalt. Ost. 1882:
7J. —M.;d.&.Sch.8J.5M.,
d. j. Sch. 6J.5M.
Barkow, Johannes,
Bauer, Hans.
Bercke, Alexander.
Bleyer, Morris,
Bolau, Rudolf.
Dimer, Eduard.
Ganzel, Cuno.
Geber, Louis.
* Graenitz, John.
Grimm, Walther.
Gröber, Adolph.
Haase, Max.
Hansen, Otto.
Harloff, Paul.
Hasse, Carl.
Hauschild, Max.
Heilbut, Felix.
Kahse, Fritz.
Kern, Maximilian.
Kirchner, Carl.
Koch, Wilhelm.
Kohn, Gustav.
Krütli, John.
Laudan, John.
Lembcke Franz.
Löffler, Richard.
Lossmann, Max.
Lüders, Oscar.
Morrison, Charles.
Morrison, William.
Muus, Carl.
Nagel, Heinrich.
Nitzsche, Hans.
Persihl, Adolph.
Pretzsch, Henry.
Samson, Henry.
Samson, Wilhelm.
Sauerland, Max.
Schädtler, John.
Schmidt, Otto.
Stave, Paul.
Stoffregen, Max.
Susmann, Otto.
Tessmann, Harry.
Torffeldt, John.
Wilhelmy, August.
Witt, Willi.
Des Herrn Dr. Paul, Eimsbüttel, Eduardst. 33.
Dr. Sillem, Graumannsweg DS.
Dr. Braasch, Colonnaden 41 U.
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Die Wohnungen der Lehrer sind folgende:
Des Direktors Dr. Redlich, Amtswohnung neben dem Schulgebäude.
Sprechstunden an allen Schultagen von 10-11 Uhr im Schulhause.
Dr. Groß, Yruchtallce 44.
Dr. Schepkowski, Grlashüttenst. 79.
Thien, Eimsbütteler Chaussee 87.
Blascke, Neustraße 2, St. Georg.
Dr. Fleischfresser, Meilinerstraßie 5,
Eimsbüttel.
Dr. Dilling, 2. Durchschnitt 5.
Dr. Neuhaus, 2. Durchschnitt 50 I.
Böger, Bellealliancestraiie 69.
Davids, Eppendorferweg
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Des Herın Bellardi, kl. Schäferkamp 14 a.
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3
Schröter, Oelkers Allee 18, Altona.
Weidemann, Altonaerstraße 46.
Schulze, Schulweg 26, Eimsbüttel.
Bünz, Heinrichstraße 14, Altona.
Frühauj, Glashüttenstraße 30.
Pohlmann, Marktstraße 6 11.
Tithje, 2. Durchschnitt 5b.
Johannssen, Eppendorferweg 36.
Dormeyer, Carolinenstraße, Holsten-
thorterrasse 1.
Hohenstein, Fettstraße 38.